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Mirko Slomka ist seit 17. Februar 2014 Trainer des HSV
Mirko Slomka ist seit 17. Februar 2014 Trainer des HSV © Imago

München - Nach der Pleite in Hannover wächst der Druck auf den Trainer des Hamburger SV. Der Aufsichtsrat stärkt Slomka. Aber nur vorerst.

Drei Spiele. Ein Punkt. Null Tore. Tabellenplatz 18.

Die Krise beim Hamburger SV spitzt sich zu, der Beinahe-Absteiger der Vorsaison und vor allem Trainer Mirko Slomka stehen nach der 0:2 (0:2)-Pleite beim Nordrivalen Hannover 96 (Bericht) schon wieder mächtig unter Druck.

Doch Slomka bleibt. Vorerst zumindest.

Der Coach erhält eine Gnadenfrist für die nächsten zwei Partien.

"Zu 120 Prozent" auf der Bank

Aufsichtsratschef Karl Gernandt bestätige bei "Sky", dass der 47-Jährige gegen den FC Bayern und im Gastspiel bei Borussia Mönchengladbach zu "120 Prozent" auf der Bank sitzen werde.

Dietmar Beiersdorfer hingegen schwieg nach der Pleite. Nach SPORT1-Informationen will sich der Vorstandsvorsitzende erst am Montag äußern.

Vieles deutet darauf hin, dass Slomka nun zum Erfolg verdammt ist, will er seinen Job behalten. Das weiß wohl auch selbst.

"Dass Kritik kommt nach nur einem Punkt aus drei Spielen, ist klar", sagte Slomka bei "Sky" - ergänzte dann aber: "Wir müssen die Unruhe von außen abprallen lassen und nur an unsere Arbeit denken."

Das klingt nach Durchhalteparolen.

Slomka: "Wir brauchen Zeit"

Doch Zeit und Ruhe bleiben Slomka nicht mehr allzu viel angesichts der Misere.

Wenngleich Slomka nach der Pleite erklärte, die Mannschaft Schritt für Schritt weiterentwickeln zu wollen - zusammen mit Beiersdorfer ("Wir brauchen dafür ein wenig Zeit, das hat man gesehen").

Die Tore von Leon Andreasen (13.) und Artur Sobiech (24.), die saisonübergreifend für die siebte HSV-Pleite im achten Punktspiel sorgten, haben die prekäre Situation noch verschärft.

Dass es ausgerechnet gegen die Bayern besser werden soll, darf bezweifelt werden.

Wichtig wird nun vor allem sein, die Neuzugänge zu integrieren und eine Mannschaft zu formen. Eine, die die Züge ihrer Mitspieler kennt.

Sieben Neue, viele Probleme

Davon waren die Hamburger in Hannover lange meilenweit entfernt.

Gleich sieben Sommertransfers standen in der Startelf.

Zudem verbannte Slomka den ehemaligen Nationaltorwart Rene Adler auf die Bank.

In dieser Formation hatte der HSV, der seit dem 27. Oktober 2013 (3:0 beim SC Freiburg) auf einen Auswärtssieg wartet, gegen die quirligen Niedersachsen aber kaum etwas zu melden.

Schnoor zählt Slomka an

Eine Tatsache, die Stefan Schnoor kaum überraschte. "Das ist ja nichts Neues, dass der HSV relativ konzept- und planlos spielt", sagte der Ex-Profi bei SPORT1.fm.

Der SPORT1-Experte ergänzte: "Das ist auch eine Sache von dem, was trainiert wird. Da muss sich Mirko Slomka klar hinterfragen. Im Moment gehen ihm die Argumente aus."

Denn: Während Hannover von Beginn an mutig nach vorn marschierte und bissig in die Zweikämpfe ging, agierte der HSV meist zu zaghaft.

Die neu formierte Abwehr offenbarte immer wieder große Unsicherheiten. Und vorne ließen die Gäste selbst beste Gelegenheiten ungenutzt.

HSV-Trainer erkennt Besserung

Was Slomka indes anders bewertete: "In der zweiten Halbzeit haben wir uns gefangen und uns deutlich besser präsentiert. Aber man hat gesehen, dass Hannover uns das volle Selbstbewusstsein entgegengesetzt hat."

Am Ende stand die nächste Pleite - sowie die statistische Erkenntnis, dass Slomka beim HSV im Schnitt bisher nur 0,75 Punkte pro Partie holte.

Zum Vergleich: Nur die Bilanz von Michael Oenning (0,64) fällt schlechter aus.

Kommt am Ende Tuchel?

Bringt Slomka das HSV-Schiff in den nächsten beiden Spielen nicht schnellstens wieder auf Kurs, ist sein persönlicher Untergang unaufhaltsam.

Schon seit Wochen wird in Hamburg Thomas Tuchel als möglicher Nachfolger gehandelt.

Hintergrund: HSV-Boss Beiersdorfer ist mit dem ehemaligen Mainz-Coach gut befreundet.

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