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Die Entlassung von HSV-Trainer Mirko Slomka ist konsequent. Dietmar Beiersdorfer muss aber nun einen schlüssigen Plan vorlegen.

Wenn es noch eines letzten Beweises bedurft hat, dass Dietmar Beiersdorfer mit harter Hand regiert, dann hat der Vorstandsboss des Hamburger SV ihn am späten Montagabend selbst geliefert.

Mit der Entlassung von Trainer Mirko Slomka hat sich Beiersdorfer gegen Aufsichtsratchef Karl Gernandt durchgesetzt, der Slomka eine letzte Gnadenfrist einräumen wollte.

Doch als 36. Trainer in der etwas mehr als 50-jährigen Historie des HSV ist Slomka nun Geschichte.

Die Entscheidung, Slomka zu entlassen, ist nachvollziehbar und konsequent. Schon in der vergangenen Saison war das Bundesliga-Gründungsmitglied unter ihm erst in der Relegation und mit viel Glück dem erstmaligen Abstieg entgangen. Die Mannschaft hat er nie weiterentwickeln können - im Gegenteil.

Dass Slomka in dieser Saison überhaupt noch auf der Bank saß, hatte er wohl nur dem Machtvakuum bei den Hanseaten im Sommer zu verdanken.

Beiersdorfer, der seit dem 9. Juli als Boss in Hamburg fungiert, ist nun als Baumeister des neuen HSV gefordert.

Er muss zügig beweisen, dass die Entlassung von Slomka keine Kurzschlusshandlung war, sondern er einen Plan B hat.

Als heißer Kandidat wird Thomas Tuchel gehandelt. Nachdem die Hamburger in den vergangenen Jahren zahlreiche Übungsleiter mit unterschiedlichen Charakteren und Ansätzen verschlissen haben, wäre die Verpflichtung des ausgewiesenen Konzepttrainers Tuchel logisch und folgerichtig.

Ob dies gelingt, ist aber fraglich. Erstens ist Tuchel vertraglich noch an seinen alten Klub FSV Mainz 05 gebunden.

Zweitens ist die Trainer-Schreddermaschine HSV für Tuchel nicht gerade eine verlockende Alternative zum derzeitigen Sabbatjahr.

Drittens hat er mittelfristig mit Schalke und Leipzig potenziell weitere Klubs in der Hinterhand.

Für den HSV gilt: Egal, wer als Nachfolger von Slomka kommt, Einfluss auf die Zusammenstellung der Mannschaft hatte er nicht.

Damit stecken die Hamburger und Beiersdorfer erneut im Dilemma.

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