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Josef Zinnbauer kam im Sommer von der zweiten Mannschaft des Karlsruher SC zur U 23 des Hamburger SV.

Hamburg - Beim kriselnden Hamburger SV feiert Josef Zinnbauer ausgerechnet gegen Meister Bayern München sein Debüt als Slomka-Nachfolger.

Als Bundesliga-Greenhorn gegen den glamourösen Starcoach, mit dem Hamburger Krisenklub gegen das Münchner Millionenensemble: Auf Josef Zinnbauer wartet bei seiner Premiere gleich eine Herkulesaufgabe.

Der neue Trainer des Hamburger SV muss den Spielcode von Bayern-Coach Pep Guardiola knacken, um mit den Hanseaten den ersten Schritt aus der Krise zu machen.

"Kaum eine Mannschaft der Welt spielt derzeit so dominant wie die Bayern", sagte der 44-Jährige vor dem Duell mit dem Rekordmeister am Samstag (ab 15 Uhr LIVE auf SPORT1 und im LIVE-TICKER).

Erst zu Wochenbeginn hatte Klub-Chef Dietmar Beiersdorfer ihn überraschend zum Nachfolger des glücklosen Mirko Slomka ernannt.

"Richtig Bock"

Und der Franke Zinnbauer hat "richtig Bock auf die erste Liga". Erst im Sommer war er vom Karlsruher SC in den Norden gewechselt - als Trainer der U23.

Nach acht Siegen aus acht Spielen mit dem Nachwuchsteam des HSV erhielt er den Spitznamen "Juwelen-Joe" und setzte zum völlig überraschenden Karrieresprung an.

"Es ist doch viel schöner, vor 50.000 statt vor 500 Zuschauern zu spielen", sagte der Bundesliga-Neuling und fordert gegen die scheinbar übermächtigen Bayern gleich einen mutigen Auftritt seines Teams: "Gegen die beste Mannschaft der Welt kann man nur mit breiter Brust auflaufen", sagte er.

Als Psychologe gefordert

Nach dem Sturz auf Platz 18, der anhaltenden Torblockade und zuletzt zwei Niederlagen gegen Neuling SC Paderborn (0:3) und bei Hannover 96 (0:2) ist von Selbsvertrauen rund um den Volkspark allerdings wenig zu spüren.

Zinnbauer ist zunächst als Psychologe gefordert.

"Er ist sehr fokussiert, hat viel Energie und strahlt die aus", sagte Beiersdorfer der Bild-Zeitung: "Ich hoffe, dass man in der Kürze der Zeit sieht, dass die Mannschaft mit Leidenschaft reagiert."

Beiersdorfer wünscht sich sehnlichst, dass der HSV mit dem neuen Coach endlich einen Schritt nach vorne macht und der Bundesliga-Dino das zweifellos vorhandene Potenzial abruft.

"Das Spielermaterial ist gut - den Satz kann ich nicht mehr hören", sagte der neue Chef der Hanseaten, der insgesamt rund 26 Millionen Euro in Verstärkungen investiert hatte. Zinnbauers Auftrag ist nun, eine funktionierende Einheit daraus zu formen.

Guardiola erwartet "gefährliches Spiel"

Mit welchem System und welcher Spielidee der HSV gegen den Rekordmeister agieren wird, ist dabei für Guardiola äußerst schwer zu ermitteln.

"Die Spieler sind mit einem neuen Trainer immer besonders motiviert. Der HSV wird sehr aggressiv spielen. Das wird das gefährlichste Spiel", sagte der Katalane am Freitag.

Doch Guardiola ist vorbereitet und hat sogar die Spiele der HSV-U23 auswerten lassen, um nicht überrascht zu werden. "Wir müssen noch mehr reden und eben nach 20 Minuten oder in der Halbzeit reagieren", sagte der Bayern-Coach.

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