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Oliver Baumann wechselte im Sommer 2014 zur TSG Hoffenheim

Sinsheim - Oliver Baumann wechselte vor der Saison vom SC Freiburg zum badischen Rivalen 1899 Hoffenheim. Heute Abend trifft der Torwart auf seinen Ex-Verein.

Als sein Wechsel vom SC Freiburg zu 1899 Hoffenheim bekannt wurde, machte Oliver Baumann ziemlich schnell Bekanntschaft mit den negativen Begleiterscheinungen des Profi-Geschäfts.

Heute Abend empfängt er mit der TSG seinen ehemaligen Kollegen.

Fans des Breisgauer Fußball-Bundesligisten beleidigten den früheren Torwart der deutschen U21-Nationalmannschaft anonym im Internet.

Baumann wurde unter anderem als "Judas" bezeichnet, weil er nach 14 Jahren in Diensten des Sport-Clubs zum badischen Rivalen abwanderte.

"Ich verstehe, dass einige enttäuscht waren, weil ich als Spieler gehe. Aber letztlich beleidigen sie mich ja als Menschen", kommentierte Baumann die Verunglimpfungen.

"Solange man tut, was sie toll finden, ist man der Beste der Welt. Aber wehe, es läuft andersrum."

Heidelberg ist die neue Heimat

Mittlerweile hat Baumann das Theater um seinen Transfer für eine Ablöse in Höhe von 5,5 Millionen Euro abgehakt.

Der gebürtige Breisacher, der einen Vertrag bis 2018 bei den Hoffenheimern unterschrieben hat, muss sich nach seinem Umzug von Freiburg nach Heidelberg mit eher alltäglichen Problemen herumschlagen.

"Ich suche bislang noch vergeblich nach einem Supermarkt", äußerte Baumann, der mit seiner Freundin in den jungen Stadtteil Bahnstadt am Hauptbahnhof gezogen ist: "Aber wir sind dennoch sehr zufrieden mit unserer Wohnungswahl. Das passt schon."

Da sich die beiden Universitäts-Städte ähneln, hatte Baumann keine große Mühe bei der Eingewöhnung - obwohl er nach eigenen Angaben mit den Studentenkneipen in der Heidelberger Altstadt noch "nichts am Hut" hatte.

Freund Rudy erleichtert die Integration

Zudem erhielt der Keeper, der 2008 mit den Freiburger U19-Junioren die deutsche Meisterschaft gewonnen hat, Unterstützung von einem seiner neuen Teamkollegen.

"Mit Sebastian Rudy bin ich schon länger befreundet. Er wohnt auch in Heidelberg und hat mir geholfen, mich schneller an die neue Umgebung zu gewöhnen", betonte der 24-Jährige, der die Neckarwiesen als idealen Platz zum "faulenzen" ausgemacht hat.

Trotz der raschen Integration in der Neckarmetropole weiß Baumann aber, wo er herkommmt. "Freiburg bleibt dann doch erst einmal Heimat", sagte der 1,87 m große Torhüter.

 "Ich habe noch Kontakt zu den alten Kollegen und komme aus der Gegend, meine Familie und meine Freunde sind dort. Die Leute sind in Hoffenheim aber genauso nett wie in Freiburg."

Nationalmannschaft fest im Blick

Sportlich lief es für Baumann in Hoffenheim bisher mehr als nur nett. Der Keeper kassierte in den ersten vier Punktspielen nur zwei Gegentore.

Damit hat er seinen Auftrag bislang erfüllt. Baumann soll dafür sorgen, dass aus der zweitschlechtesten Defensive der vergangenen Saison ein Bollwerk wird.

"Ich versuche einfach, meine Arbeit gut zu machen. Wir haben in der Vorbereitung hinten schon gut gestanden und hart und akribisch darauf hingearbeitet, dass die Konstanz erhalten bleibt. Wir sind auf dem richtigen Weg", sagte Baumann.

Mittelfristig will er sich für die Nationalmannschaft empfehlen: "Das wäre natürlich eine schöne Sache, aber letztlich entscheide nicht ich das."

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