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Mario Götze trifft beim 4:0 gegen Paderborn doppelt
Mario Götze trifft beim 4:0 gegen Paderborn doppelt

München - Trotz seiner zwei Toren beim Sieg über Paderborn bleibt Mario Götze selbstkritisch, Sammer sieht eine Fürsorgepflicht.

Der Wunsch klang bescheiden. Zumindest für einen Weltmeister und einen Edeltechniker, der vom Fußballgott mit Talent nur so überhäuft wurde.

"Ich möchte fit sein, gesund sein, alles andere kommt von selbst", sagte Mario Götze im Gespräch mit SPORT1.

Um kurz vor Mitternacht und nach überstandener Dopingprobe fügte er hinzu: "Manchmal hat man gute Tage, manchmal schlechte."

Am Dienstagabend beim 4:0 über den SC Paderborn hatte Götze definitiv einen guten. Und der FC Bayern, der damit dem aufmüpfigen Aufsteiger die Tabellenführung abknöpfte, auch. Das passend zur schönsten Wiesnzeit.

"Ich fühle mich angekommen"

Götze traf doppelt, war vor allem in der ersten Halbzeit immens unterwegs, zog vom Flügel immer wieder nach innen. Dort, wo keiner den sich gleich öffnenden Raum erahnte, da stand er längst.

Seine beiden Tore kommentiert der Star mit den Zauberfüßen zurückhaltend, nachdem Pep Guardiola ihn zuvor noch scherzhaft durch die Mixed Zone zugerufen hatte: "Sprich gut über deinen Trainer". Und der 22-Jährige gab zu, dass er einige hochkarätige Chancen liegengelassen hatte - sieben Torschüsse waren offiziell von ihm gezählt worden.

Ob er nun in München endgültig angekommen sei? "Ich sehe die Diskussion relativ entspannt und fühle mich angekommen. Ich bin froh, hier zu sein."

Sammer als Wegbegleiter

Matthias Sammer ließ derweil durchblicken, dass die Bayern genau auf die Entwicklung des Ex-Dortmunders schauen - auch aus Fürsorgegründen.

"Er ist 22 Jahre alt, hat viel erlebt. Man muss ihm Zeit geben, wir besprechen mit ihm die Dinge, die wir müssen", erklärte Bayerns Sportvorstand.

Dass die Saisontreffer zwei und drei für den deutschen WM-Finalhelden einiges bedeuten, stellte Sammer ebenfalls fest: "Er hat ein Hirn und ein Herz, da tun zwei Tore immer gut." Den schön herausgespielten 4:0-Erfolg über den Aufsteiger aus Paderborn ordnete er allerdings nüchtern ein. "Das ist Normalität, das ist der Maßstab", sagte Sammer knapp.

Erlösung für Lewandowski

Ähnlich bewertete er das Tor von Robert Lewandowski.

Dem Polen war gegen Paderborn sein erster Heimspieltreffer in dieser Saison gelungen. Eine Erlösung, auch weil der frühere Dortmunder zuletzt nicht optimal ins Bayern-Spiel eingebunden wirkte und oft nur wenige Ballkontakte hatte.

Nach Schlusspfiff lief der zuvor ausgewechselte Stürmer im Trainingsanzug zu den Fans, um Danke zu sagen. Dabei hatte er bei seinem Kracher aus 18 Metern etwas Glück, denn Paderborns Keeper Lukas Kruse hätte mit etwas Geschick womöglich parieren können.

"Wichtig sind die drei Punkte", sagte Lewandowski zum persönlichen Erfolgserlebnis, ehe ein Mutmacher für Bayerns medizinische Abteilung folgte: "Ich hatte keine Probleme mehr mit der Muskulatur, konnte normal spielen." Zuletzt hatten ihn die Adduktoren gezwickt, was eine ziemlich schmerzhafte Blessur sein kann.

Müller: "Müssen uns durchkämpfen"

Die Teamkollegen schauten dagegen auf die spielerische Entwicklung. Thomas Müller gefiel gegen Paderborn die gezeigte Aggressivität, wobei er ziemlich ehrlich Auskunft über das FCB-Innenleben gab.

"Wir haben ein paar Problemchen, müssen uns durchkämpfen", sagte Müler.

Gegen Paderborn war dieses Durchkämpfen durchaus ansehnlich, lange Ballpassagen klappten und pünktlich zur Wiesnzeit waren die Bayern in Vergnügungslaune. Der klare Sieg, inklusive zig herausgespielter Chancen, hob die Stimmung zusätzlich.

Xabi Alonso, vom Publikum bei seiner Auswechslung mit stehenden Ovationen bedacht, chippte den Ball mehr als einmal gefährlich in den Strafraum, dirigierte mit viel Übersicht.

Zeichen an Konkurrenz

Und natürlich half auch der wiedergenesene Arjen Robben ungemein mit, die Tabellenspitze zu erobern. Als Tempodribbler wirbelte er Paderborns Abwehr durcheinander und verkündete nach dem Match: "Wir wollten ein Zeichen setzen. Ich bin froh, dass wir mal mit mehr als nur einem Tor gewonnen haben."

Die Tabellenführung beflügelte auch Kapitän Philipp Lahm. "Die anderen müssen erstmal nachziehen", ließ er selbstbewusst wissen.

Ähnlich zufrieden klang Pep Guardiola. "Wir haben in den ersten 25 Minuten sehr gut gespielt. Insgesamt bin ich zufrieden, wir haben uns im Spielaufbau verbessert."

Paderborner feiern auf dem Oktoberfest

Doch auch die Paderborner verließen nicht mit grimmigen Mienen die Arena nach der Pleite gegen den Favoriten.

"Die Bayern haben ein Offensiv-Feuerwerk abgebrannt, da kann man nicht alles verteidigen", sagte Coach Andre Breitenreiter.

Den vorher angekündigten Oktoberfest-Besuch beließ er daher nach dem geglückten Saisonstart auf dem Fahrplan.

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