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Die Schalker Mannschaft feierte nach dem Spiel zusammen mit den Fans den Sieg.

Ursache oder Zufall?

Ohne Kevin-Prince Boateng läuft es für den FC Schalke 04 einfach besser. Mit dem 3:0 (0:0) bei Werder Bremen ist dem Champions-League-Teilnehmer der erste Saisonsieg geglückt.

Nun stellt sich vor dem 167. Revierderby am Samstag gegen Borussia Dortmund die "B-Frage".

Doch über die wollte Schalkes Trainer Jens Keller nach dem Spiel erst einmal nur wenig Worte verlieren: "Bis Samstag vergehen noch einige Tage. Lassen Sie uns am Ende der Woche wieder darüber reden", vertagte er das Thema Boateng.

Sportvorstand Horst Heldt meinte: "Es ist auch schön, mal wieder darüber nachzudenken, dass man Luxusprobleme hat."

Mehrere Alternativen zu Boateng

Tatsächlich präsentierte sich in Bremen das Duo Marco Höger/Dennis Aogo als echte Alternative zu Boateng. Keller stehen auf der Position im defensiven Mittelfeld damit nun sogar fünf Spieler zur Verfügung - neben Roman Neustädter eben Höger, Aogo, Joel Matip und der gerade noch wegen Gelb-Rot-Sperre absente Boateng.

Auffällig: Bereits am 2. Spieltag hatte Schalke ohne Boateng die bis dato beste Saisonleistung beim 1:1 gegen den FC Bayern gezeigt.

Andererseits hatte Keller seinen Mittelfeldstar beim Unentschieden in Chelsea (1:1) noch "angefleht", angeschlagen weiterzuspielen. Dort hatte Boateng großen Anteil daran, dass das Remis gehalten wurde.

Spieler sind "heiß auf den BVB"

So oder so, die Spieler wollten sich nicht weiter mit dem Thema Boateng befassen und richteten stattdessen den Blick auf die nächste Aufgabe: "Ab sofort sind wir heiß auf den BVB", eröffnete Torhüter Ralf Fährmann das Ballyhoo.

Hochmotiviert gab sich auch Maximilian Meyer, in der 48. Minute Torschütze zum wichtigen Führungstreffer bei den Norddeutschen: "Letztes Jahr hat es ja nicht geklappt, jetzt wird es endlich wieder Zeit für einen Derbysieg."

So klang Schalkes Doppelschlag bei SPORT1.fm

Ein Dreier gegen den Erzrivalen würde auch den Arbeitsplatz von Trainer Jens Keller weiter stabilisieren, der nach vier Ligapartien ohne Sieg nicht zum ersten Mal gefährdet schien.

Heldt zeigt sich erleichtert

Und so nahm Heldt auch seinen Coach bis auf Weiteres aus der Schusslinie: "Nach einer sehr langen Durststrecke haben wir endlich mal wieder gewonnen, das war sehr wichtig", sagte er.

Besonders, weil auch die Leistung der Gäste, wenigstens nach dem Seitenwechsel, stimmte. Auch ohne mehr als ein halbes Dutzend Leistungsträger bekamen die Königsblauen die Partie nach weiteren Toren von Roman Neustädter (51.) und Tranquillo Barnetta (85.) immer besser in den Griff.

Zumindest zum Tabellen-Mittelfeld haben die Gelsenkirchner den Kontakt also wieder hergestellt, die Hanseaten hingegen sind sportlich nach drei Partien ohne Niederlage zu Saisonbeginn auf die schiefe Bahn geraten.

Bremen: 13 Gegentore in fünf Spielen

13 Gegentore in fünf Spielen sind ein Rückfall in die Spätphase des mittlerweile zu Eintracht Frankfurt gewechselten Ex-Trainers Thomas Schaaf.

Sein Nachfolger Robin Dutt sieht darin mehr ein psychisches denn ein physisches Problem. "Uns stehen harte Wochen bevor, dass wird im mentalen Bereich Knochenarbeit für uns", prophezeite der Coach.

Eine wirkliche Weiterentwicklung, so räumte er indirekt ein, habe es seit seinem Amtsantritt nicht gegeben: "Immer wieder bringen uns Aussetzer um den Lohn der Arbeit. Das haben wir leider seit 15 Monaten nicht annähernd im Griff."

Mitten im Abstiegskampf

Auch Ersatzkapitän Zlatko Junuzovic, ungeachtet der Bremer Niederlage bester Akteur auf dem Platz, fand deutliche Worte.

"Der Start in die Saison ist nicht geglückt, das muss man nicht schön reden. Wir sind wieder da, wo wir nicht sein wollten. Jetzt müssen wir uns aufrappeln und regenerieren", sagte der österreichische Nationalspieler niedergeschlagen.

Ein wenig Hoffnung mache ihm nur, "dass wir in der ersten Halbzeit super gespielt haben."

Nur: 45 starke Minuten werden auch am Samstag im Nordduell beim VfL Wolfsburg kaum zum ersten Saisonsieg reichen. Und ohne ein solches Erfolgserlebnis wird man auf Dauer mitten im Abstiegskampf stecken.

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