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Der Rauswurf von Sportchef Bobic ist zwar sportlich nachvollziehbar, kann die Defizite beim VfB Stuttgart aber nicht kaschieren.

Der Rauswurf von Fredi Bobic passt ins katastrophale Bild, das der VfB Stuttgart in diesen Tagen abgibt. Nicht nur sportlich herrscht beim Tabellenschlusslicht offenbar das Chaos.

Noch am Samstag gab der ebenfalls stark in der Kritik stehende Präsident Bernd Wahler seinem Sportvorstand die volle Rückendeckung, so dass dieser noch in einem am Mittwoch erschienenen Interview die Champions League als perspektivisches Ziel nannte.

Zu diesem Zeitpunkt war Bobic faktisch schon entmachtet, denn ein Mitglied der engeren Vereinsführung hatte einer heimischen Zeitung die spätestens zur Winterpause beschlossene Trennung gesteckt.

Das Thema entwickelte wie zu erwarten eine Eigendynamik, so dass an eine konzentrierte Vorbereitung der Mannschaft auf das schwere Auswärtsspiel in Dortmund nicht mehr zu denken war.

Im Gegenteil: Zunächst erfuhren die Spieler vom Aus ihres Sportchefs nach der Partie beim BVB, dann wurde Bobic schließlich am Telefon entlassen. Stilloser geht es kaum.

Bobics Problem: Die Fakten sprechen eindeutig gegen ihn. Nach dem Zwischenhoch 2012 mit dem sechsten Tabellenplatz geht es beim Deutschen Meister von 2007 kontinuierlich nach unten.

Die letzten beiden Spielzeiten retteten sich die Schwaben gerade noch vor dem Abstieg, nun ist der Klub nach fünf Spieltagen auf den letzten Platz abgestürzt.

In seiner mit hohen Erwartungen 2010 begonnenen Amtszeit verschliss der einstige Publikumsliebling fünf Trainer und sorgte mit zahlreichen Fehleinkäufen dafür, dass von den Millionen-Einnahmen für Stars wie Mario Gomez oder Sami Khedira nichts mehr geblieben ist.

Zur neuen Saison sollte Ex-Meistercoach Armin Veh den Erfolg nach Stuttgart zurückbringen. Bisher haben sich diese Hoffnungen nicht erfüllt ? und Veh machte in einem ebenfalls am Mittwoch veröffentlichten Interview ziemlich eindeutig die fehlende Qualität des von Bobic zusammengestellten Kaders dafür verantwortlich.

Mit dem Rauswurf seines bisherigen Vorgesetzten hat der Trainer nun keine Argumente mehr, falls er nicht schnell die Wende schafft.

Gleiches gilt für die verbliebenen Führungsmitglieder mit Wahler an der Spitze, die sich bislang immer hinter Bobics Verantwortung für den sportlichen Bereich versteckten.

Die Zweifel sind daher berechtigt, ob ohne das Bauernopfer Bobic nun alles besser wird beim VfB.

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