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München - Bayerns Robert Lewandowski spricht bei SPORT1 über sein erstes Heimtor, die Erwartung in München und das Spiel gegen Deutschland.

Vom FC Bayern berichtet Christian Ortlepp

Zum ersten Mal riefen die Fans am Dienstag in München Robert Lewandowskis Namen als Torschützen.

Der Moment, auf den jeder neue Bayern-Stürmer wartet. Beim 4:0-Sieg über Paderborn war es für den Polen endlich soweit.

Im exklusiven Interview mit SPORT1 spricht der Pole über den Druck, der durch seine frühe Flaute entstand und wie er damit umging.

Außerdem blickt er auf die kommenden Aufgaben mit den Bayern voraus und verrät, was aus seiner Sicht am wichtigsten ist, um am 6. Juni im Champions-League-Finale in Berlin zu stehen.

(Das komplette Interview heute Abend im TV ab 18.30 Uhr auf SPORT1 in Bundesliga aktuell)

Robert Lewandowski über ...

... seinen ersten Treffer in der Allianz Arena: "Ich denke, der war sehr wichtig. Es war mein erstes Tor in München und ich bin sehr zufrieden. Noch besser wäre es natürlich, wenn ich fortan systematisch treffen würde. [?] So ein Tor zuhause ist immer noch mal etwas anderes als ein Tor auswärts. Aber mir ist es immer wichtig, zu treffen ? egal, wo wir spielen. Vielleicht wird es jetzt ein bisschen einfacher. Wie gesagt: Am liebsten würde ich systematisch treffen. Aber ich möchte auch Tore vorbereiten. Am allerwichtigsten sind immer die drei Punkte für Bayern."

... die mentale Belastung eines Stürmers, der lange nicht trifft: "Es ist nie gut, wenn man als Spieler zu viel nachdenkt. Das ist jetzt meine fünfte Bundesliga-Saison und ich wusste, dass ich einfach ruhig bleiben muss. Das Schlimmste, was man machen kann, ist, darüber nachzudenken, dass man jetzt schon drei Heimspiele lang nicht getroffen hat. Am liebsten würde ich in jedem Spiel ein, zwei oder drei Tore erzielen. Aber als Stürmer hat man einfach so Phasen, in denen man vielleicht alles richtig macht und trotzdem kein Tor schießt. Man darf sich da keine Gedanken machen, warum und weshalb das so ist. Man muss einfach weiter Gas geben, dann kommen die Tore schon irgendwann von allein."

... das Champions-League-Finale in Berlin 2015: "Finals in Berlin sind immer etwas Besonderes. Die Champions League ist sehr wichtig für uns, aber wir müssen in jedem Spiel gut spielen ? auch in der Bundesliga und im DFB-Pokal. Das letzte Champions-League-Spiel gegen Manchester City war nicht einfach für uns. Wir wissen, dass wir uns gegen Moskau und Rom steigern müssen. Die Saison ist noch jung und sie ist sehr lang. Wir müssen schauen, dass wir unsere Form konsequent hoch halten ? nicht nur in den kommenden Monaten, sondern bis Mai oder Juni."

... die Chancen des FC Bayern, wieder ins Finale zu kommen: "Momentan ist das schwer zu sagen. Wir sind der FC Bayern und natürlich wollen wir jeden Titel gewinnen. Aber jetzt müssen wir erst mal auf dem Platz zeigen, was für eine gute Mannschaft wir sind. Ich denke, wir werden von Spiel zu Spiel besser und gewinnen an Stabilität. Die Zeit ist auf unserer Seite. Es wäre schön, wenn wir immer so spielen würden wie gegen Paderborn. Am wichtigsten sind aber immer die drei Punkte."

... die Aussage von Pep Guardiola, dass die Mannschaft wohl bis zum Winter brauchen werde, um sich zu finden: "Vielleicht ist das so. Ich hoffe aber natürlich, dass es schneller geht. Die Saison geht bis Juni und es ist wichtig, dass wir im neuen Jahr richtig gut spielen. Da entscheiden dann Kleinigkeiten. Vielleicht dauert es noch zwei Monate bis unsere Maschine richtig ins Laufen kommt. Jetzt spielen wir schon ganz gut, dann vielleicht perfekt. Für uns wird wichtig sein, dass wir fortan immer alles geben und hoffentlich auch gewinnen."

... die fehlenden zwei, drei Prozent gegen Real Madrid im Champions-League-Halbfinale 2014: "Man hat gesehen, was den Bayern in der letzten Saison gegen Real passiert ist. Womöglich hatten sie ihre Topform da zu früh. Deswegen meine ich, dass wir noch etwas Zeit brauchen. Vielleicht erreichen wir unsere Topform auch etwas zu früh, können sie dann aber vielleicht auch länger halten."

... den Druck, bei Bayern immer gewinnen zu müssen: "Ich wusste, dass das so ist. Aber ich erwarte auch von mir selbst, jedes Spiel gewinnen zu wollen. Daher spielt es für mich keine große Rolle. Ich habe kein Problem mit dem Druck und den Erwartungen der Fans oder dem Umfeld. Ich will auch immer gut spielen und gewinnen."

... das von Pep Guardiola geforderte perfekte Spiel: "Das ist im Fußball normal. Pep Guardiola ist ein großer Taktiker und wir sind Profis. Es sollte für uns kein Problem sein, an einem Tag in einem anderen System zu spielen als an einem anderen. Immerhin spielt jeder von uns seit 15 oder 20 Jahren Fußball. Wichtig ist, dass wir immer wieder etwas Neues zeigen. Dadurch sind wir für unsere Gegner schwieriger auszurechnen."

... das EM-Qualifikationsspiel Polen gegen Deutschland am 11. Oktober: "Deutschland ist der große Favorit ? nicht nur in unserer Gruppe, sondern auch bei der Europameisterschaft. Aber wir spielen in Polen, da wollen wir gut spielen und ein möglichst unangenehmer Gegner sein. Ich denke, das könnte eine richtig coole Partie werden. [?] Deutschland ist der große Favorit und kann jeden schlagen. Nichtsdestotrotz wollen wir gut spielen und kein einfacher Gegner für die Deutschen sein. Vielleicht können wir ja etwas Neues zeigen, eine neue Taktik, und die Deutschen überraschen. [?] Ich kenne fast alle deutschen Spieler. Dieses Spiel wird schon speziell. Normal trainierst du mit diesen Spielern, da musst du plötzlich gegen sie spielen. Das ist schon eine komische Situation. Aber ich bin Profi und werde für Polen alles geben, um zu gewinnen."

... seine neue Heimatstadt München: "Die Unterschiede sind nicht so groß. Ich komme aus Warschau, das ist auch eine große Stadt. Ich fühle mich dort genauso wohl wie in München. Hier zu leben, ist super. Auch meine Familie und meine Freunde kommen gerne her, man kann hier viel unternehmen. Aber ich kann auch über Dortmund nichts Schlechtes sagen, dort habe ich mich auch sehr wohlgefühlt. Jede Stadt hat ihre Vor- und Nachteile. Jetzt bin ich eben bei Bayern und fühle mich in München wohl."

... seine Kontakte zu Dortmunder Spielern: "Ich habe ja immerhin vier Jahre dort gespielt. Kürzlich habe ich mit Pierre-Emerick Aubameyang gesprochen, aber auch mit anderen habe ich noch Kontakt. Ich wünsche ihnen immer noch viel Glück, es sind immer noch meine Kollegen."

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