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FSV-Trainer Kasper Hjulmand ist nicht recht zufrieden. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder des 6. Spieltags
FSV-Trainer Kasper Hjulmand ist nicht recht zufrieden

Mainz - Mainz und Hoffenheim stehen sich beim Sprung an die Spitze im Weg. Beiden fehlt das Stehvermögen, Mainz vermisst seinen Torjäger.

Nachdem die Angst vor der eigenen Courage gleich zwei Teams den Weg an die Spitze verbaut hatte, bewies der Kapitän des FSV Mainz 05 immerhin Mut zur Ehrlichkeit.

"Die Höhepunkte kann man in 30 Sekunden zusammenschneiden", sagte Niko Bungert über die gähnend langweilige Nullnummer gegen 1899 Hoffenheim.

Die Aussicht auf die Tabellenführung war beiden Teams nicht gut bekommen, die Profis wirkten zum Auftakt des 6. Spieltags wie gelähmt.

Hoffenheims Trainer Markus Gisdol hatte den Grund des Übels schnell erkannt.

"Wir wollten den Gegner locken und auf Fehler lauern. Unglücklicherweise hatte der Gegner den gleichen Plan", analysierte der Coach.

Die Folge des Taktierens war ein ganz müder Kick, der die 28.729 Zuschauer auf eine harte Geduldsprobe stellte. Bungert brachte es erneut auf den Punkt: "Drei Punkte hatte niemand verdient."

Dabei wäre ein Dreier für beide Klubs, die nach wie vor ungeschlagen sowie punkt- und torgleich sind, die Krönung des starken Saisonstarts gewesen.

So klangen die beiden größten Chancen bei SPORT1.fm:

Zumindest für einen Tag hätte die TSG oder der FSV (beide 10 Zähler) von der Spitze gegrüßt. Der Mainzer Manager weinte der verpassten Gelegenheit dann auch ein wenig hinterher.

"Wir hätten uns die Tabelle gerne angeguckt", sagte Christian Heidel: "Aber beide Mannschaften haben sich neutralisiert. Und am Ende kann ich mit dem Remis gut leben."

Seinen letzten Satz hatte Heidel nicht exklusiv, er war in jeder Ecke des Stadions von nahezu jedem Beteiligten zu hören.

Beim FSV, der nach dem Aus in der Qualifikation zur Europa League und in der ersten Runde des DFB-Pokals noch vor wenigen Wochen als Krisenklub galt, war allerdings ein weiteres Thema allgegenwärtig.

Die Frage, wie sehr der verletzte Top-Torjäger Shinji Okazaki (5 Treffer) gefehlt hat, wurde allen Mainzern gestellt. Die Antworten fielen unterschiedlich aus.

"Wenn Shinji dabei gewesen wäre, hätten wir auch nicht 3:0 gewonnen. Er hätte es auch schwer gehabt", sagte Heidel.

Die Schützlinge des dänischen Trainers Kasper Hjulmand, der im Sommer die Nachfolge von Thomas Tuchel angetreten hatte, sahen das anders.

"Es tut uns gut, wenn er dabei ist", sagte Julian Baumgartlinger. Christoph Moritz hatte den Japaner noch viel mehr vermisst: "Alles, was er vorne anfasst, wird zu Gold."

Das galt auch einmal für die Hoffenheimer - doch das war in der vergangenen Saison. Von der spektakulären Spielweise mit offenem Visier ist kaum noch etwas übrig geblieben.

Die Kraichgauer, die im Sommer 20 Millionen Euro in sieben Neuzugänge investierten, haben auf nüchternen Ergebnisfußball umgestellt.

Der Manager sieht diese Entwicklung mit gemischten Gefühlen. "Die Punktausbeute ist sehr positiv. Die Fortschritte in der defensiven Balance, die ja ein Schwerpunktthema war, sind deutlich", sagte Alexander Rosen:

"Aber wir lassen noch vorne sehr viel liegen. Wir haben es noch nicht geschafft, aus der Defensive schnell in die Offensive zu kommen. Das muss der nächste Entwicklungsschritt sein."

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