vergrößernverkleinern
Der VfL Wolfsburg feierte gegen Bremen seinen zweiten Saisonsieg

Wolfsburg - Eine Niederlage beim VfL Wolfsburg besiegelt Werder Bremens historischen Fehlstart. Trainer Robin Dutt setzt auf Kontinuität.

Der Fehlstart ist perfekt.

Auch im sechsten Spiel der Saison blieb der SV Werder Bremen sieglos – zum ersten Mal in der langen Vereinshistorie. Gegen den VfL Wolfsburg setzte es eine verdiente 1:2 (1:1) Schlappe und damit die dritte Niederlage der englischen Woche.

Mit drei Zählern belegen die Bremer nun den vorletzten Platz. Nie stand das Team in der Amtszeit von Trainer Robin Dutt schlechter da. Überhaupt ist es der schlechteste Bremer Saisonstart seit 1970.

"Wir sind an unserem schlechten Abwehrverhalten gescheitert. Das ist sehr ärgerlich. Wir zahlen unglaublich viel Lehrgeld", haderte Robin Dutt nach der Partie bei "Sky".

Youngster Busch sinnbildlich

Dabei setzt Dutt den Sparkurs in die Tat um, den Geschäftsführer Sport Thomas Eichin einforderte: "Die Realität ist, wie sie ist. Wir sind momentan nicht in der Lage, groß zu investieren. Wir müssen andere Wege gehen, kreative Transfers machen, unsere jungen Spieler einbauen und eine homogene Truppe bilden."

Dass die Moral in Bremen stimmt, bewiesen vor allem die ersten 20 Minuten, als die Werderaner den VfL immer wieder früh anlief und so unter Druck setzten. Mit Marnon Busch traf zudem ein Youngster aus dem eigenen Nachwuchs zum zwischenzeitlichen Ausgleich.

Nach einer verunglückten Flanke von Busch kam der Ball über Umwege wieder zu dem Außenverteidiger, der wuchtig zum 1:1 einschoss.

Eben dieser Busch war jedoch auch an den beiden Gegentoren beteiligt: Erst leitete sein geblockter Schuss den Konter zum 0:1 ein, dann stand er beim 1:2 durch Ivica Olic als letzte Bremer Abwehrhoffnung nicht nah genug am Kroaten.

"Uns bleibt nichts anderes übrig, als jede Woche die Fehler anzusprechen und zu hoffen, dass Spiele auch mal wieder zu Null ausgehen", gab Dutt die Marschroute für die nächsten Aufgaben vor.

Hecking lobt sein Team

Dieter Hecking hingegen war mit dem Auftritt beim zweiten Saisonsieg über weite Strecken zufrieden: "Wir haben verdient gewonnen, hatten allerdings Phasen, in denen wir Bremen wieder haben Luft holen lassen. Ich fand gut, dass die Mannschaft in der zweiten Halbzeit gearbeitet und sich belohnt hat."

Auch das ambitionierte Team von Trainer Dieter Hecking hatte bisher nur selten überzeugt, mit acht Punkten liegen sie nun aber in Schlagdistanz zur Spitzengruppe.

Hunt gegen Ex-Kollegen

Hecking wechselte im Vergleich zur 0:1-Niederlage bei Hertha BSC am vergangenen Mittwoch gleich viermal.

Unter anderem stand auch der langjährige Bremer Aaron Hunt in der Startelf. Der Mittelfeldspieler war nach 13 Jahren bei den Hanseaten vor der Saison an den Mittellandkanal gewechselt.

"Es war kein Spiel wie jedes andere. Wenn man im Spiel ist, schaltet man das aber ab. Wir haben ein ganz ordentliches Spiel gemacht", zog Hunt nach der Partie nüchtern Bilanz.

Rodriguez trifft erneut

Vor 29.117 Zuschauern in der Wolfsburger Arena war Hunt auch gleich an der ersten wirklich gefährlichen Szene der Gastgeber beteiligt.

Nach einer Werder-Ecke blockte er einen Schuss und leitete damit den Konter ein. Kevin de Bruyne trieb den Ball nach vorne und passte auf Ricardo Rodriguez. Der Schweizer Nationalspieler ließ sich die Chance nicht nehmen und schob zum 1:0 ein (15.).

Es war bereits das vierte Tor des linken Abwehrspielers in den vergangenen vier Pflichtspielen.

Olic mit dem Siegtor

In der zweiten Halbzeit erhöhten die Wolfsburger noch einmal ihre Offensivbemühungen. Für Sebastian Jung kam der offensivere Vieirinha.

Nach einem Alleingang schoss Ivica Olic ans Außennetz (49.), das Spiel blieb jedoch ausgeglichen. Dann machte sich die Einwechslung Vieirinhas schnell bezahlt.

Nach einer Flanke des portugiesischen Nationalspielers köpfte Olic frei vor Raphael Wolf ins Tor ein.

Hunt artistisch

Werder gab jedoch nicht auf und blieb in einigen Situation durchaus gefährlich.

Die große Chance zum 3:1 vergab rund 25 Minuten vor Schluss Hunt. Nach einem Gewühl im Strafraum bugsierte er den Ball jedoch mit der Hacke am Tor vorbei (68.).

"Ich habe nicht gegen meinen Ex-Verein getroffen. Ich kann damit leben. Hauptsache gewonnen", nahm Hunt die verpasste Chance hin. Gelassenheit, von der man an der Weser in diesen Tagen weit entfernt ist.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel