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Assani Lukimya und Werder Bremen kassierten in Wolfsburg die dritte Pleite in Folge. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder des 6. Spieltags
Assani Lukimya und Werder Bremen kassierten in Wolfsburg die dritte Pleite in Folge

Wolfsburg - Nach der Pleite in Wolfsburg rutscht Werder tiefer in die Krise. Trainer Dutt bleibt trotz seiner Großbaustelle zuversichtlich.

Robin Dutt fasste die traurige Lage Werder Bremens in nur wenigen Worten treffend zusammen.

"Die Tabelle schaut natürlich nicht gut aus - und sie wird wahrscheinlich in den nächsten drei, vier Wochen auch nicht viel besser aussehen", sagte der frustrierte Werder-Trainer nach dem 1:2 (1:1) beim VfL Wolfsburg (Bericht) und dem Abrutschen auf einen Abstiegsplatz.

Sechs Spiele, kein Sieg: Nach dem schlechtesten Saisonstart seit 44 Jahren regiert in Bremen die Tristesse.

Dritte Niederlage in Folge

"Scheiß Spieltag, scheiß Spiel", kommentierte Manager Thomas Eichin. Und auch ihm war die Enttäuschung über die nächste vermeidbare Niederlage deutlich anzusehen.

Es war bereits die dritte Pleite in Folge, der Erzrivale Hamburger SV konnte die Bremer am Sonntagabend sogar auf den letzten Tabellenplatz befördern.

"Dass wir grundsätzlich in diesen Jahren immer eine schwere Saison haben, ist uns allen klar. Am Ende werden wir die notwendigen Punkte haben", sagte Dutt: "So lange wir den Kopf positiv halten und uns nicht zu sehr von der Tabelle runterziehen lassen, mache ich mir keine Gedanken. Momentan sind die Jungs alle noch mental stark."

Richtungsweisende Partie gegen Freiburg

Die Frage ist, wie lange die Bremer Spieler die fortwährenden Rückschläge wegstecken können.

In der kommenden Woche geht es gegen den direkten Konkurrenten SC Freiburg, danach zu Rekordmeister Bayern München. Vor allem dem nächsten Heimspiel gegen die Breisgauer könnte bereits eine richtungsweisende Bedeutung zukommen.

"Wir müssen jetzt schauen, wie wir am nächsten Spieltag die drei Punkte machen, die wir dringend brauchen. Wir brauchen zwingend einen Heimsieg", sagte Eichin: "Wir sind Gott sei Dank noch am Anfang der Saison. Wir können noch alles regeln."

Hoher Aufwand, schlechtes Abwehrverhalten

Dabei fühlten sich die Spieler und Verantwortlichen der Werderaner in Wolfsburg wie in einem falschen Film. Wieder einmal.

Denn wie bereits in den vorherigen Partien betrieben die Gäste einen hohen Aufwand - alleine den Lohn erhielten sie auch am Samstagabend nicht. Wieder verhinderten individuelle Fehler Zählbares.

"Wir sind erneut am Abwehrverhalten gescheitert", sagte Dutt: "Mit so einem Abwehrverhalten und zwei Gegentoren ist es schwer, Spiele zu gewinnen." Gleichzeitig haderte Dutt aber auch mit dem Schicksal.

"Zwei bezeichnende Minuten"

Kurz vor dem 0:1 trudelte ein Pressschlag zwischen VfL-Torhüter Diego Benaglio und Nils Petersen neben das gegnerische Tor. Wenig später führte ein Pressschlag zum Wolfsburger Konter und dem ersten Gegentor durch Ricardo Rodriguez (15.).

"Das waren zwei bezeichnende Minuten", befand Dutt, dessen Team nach dem Ausgleich durch Marnon Busch (37.) den K.o. durch Ivica Olic (57.) hinnehmen musste.

Allofs leidet mit

Fast schien es so, als würde die momentane Situation selbst dem ehemaligen Bremer Manager Klaus Allofs zusetzen. Trotz des Sieges machte der jetzt bei Wolfsburg unter Vertrag stehende Geschäftsführer auf seinen Ex-Verein angesprochen eine fast schon traurige Miene.

"Sie haben nicht wie eine Mannschaft gespielt, die unten drin stehen muss", sagte er: "Aber wenn wir nicht gewonnen hätten, wäre es bei uns möglicherweise unruhig geworden. So ist es jetzt vielleicht bei Werder".

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