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Hamburg - Der FC Bayern lässt in Hamburg zwei Punkte liegen und verliert sofort seine gute Laune. Dem HSV hilft eine laute Ansprache.

Wirklich überrascht war Pep Guardiola vom schwachen Auftritt seiner Mannschaft beim 0:0 in Hamburg (Spielbericht) nicht.

"Es war schwer, nur zwei Tage nach der Champions League", sagte der Trainer des FC Bayern und kratzte sich dennoch wenig ratlos am Kopf: "Aber wir wussten, dass es so kommen würde in unserer Situation. Bis zur Winterpause wird es schwer, wir brauchen jede Person im Verein."

Guardiolas Mannschaft hatte an der Elbe vor allem in der ersten Halbzeit Spritzigkeit und Frische vermissen lassen, der hart erkämpfte Sieg gegen Manchester City am Mittwoch steckte den Spielern offenbar noch in den Knochen.

"Wir haben rotiert und wir wollen keine Ausreden suchen", sagte Torwart Manuel Neuer zu SPORT1: "Das müssen wir auf unsere Kappe nehmen."

Gefühlter Sieg für den HSV

Während das Remis den Münchnern auf die Stimmung schlug, war der Punktgewinn für den Hamburger SV und seinen neuen Trainer Josef "Joe" Zinnbauer emotional ein gefühlter Sieg.

Ein Debakel hatten viele an der Elbe befürchtet, doch der Auftritt machte den Hanseaten Mut auf sportlich bessere Zeiten.

Einer, der es wirklich beurteilen kann, brachte die Gefühlslage nach dem Achtungserfolg auf den Punkt. "Zum ersten Mal seit Ewigkeiten sind wir wieder als Team aufgetreten", sagte Mannschaftskapitän Heiko Westermann, den Jubel der Fans noch im Ohr.

Und der Abwehrchef dankte seinen Mitspielern für diese lange vermisste Einstellung mit einer Quote von 89 Prozent gewonnener Zweikämpfe.

Richtiger Ton von Zinnbauer

Zinnbauer, erst seit Mittwoch als Nachfolger des glücklosen Kollegen Mirko Slomka installiert, traf bei seinen Instruktionen anscheinend den richtigen Ton.

So klang die turbulente Schlussphase bei SPORT1.fm:

Seine neuen Schützlinge jedenfalls fühlten sich ganz offensichtlich bei der Ehre gepackt.

"Es war sehr laut, und es war sehr emotional", berichtete Westermanns Nebenmann Johan Djourou aus der Kabine.

Auch Lewis Holtby fühlte sich hochmotiviert: "Der Trainer hat uns brennend heißgemacht. Jeder hat für den anderen auf dem Platz geackert."

Zinnbauer dankt Vorgänger Slomka

Lob, das den neuen Coach der Norddeutschen fast verlegen machte. "Da bekomme ich ja fast selbst Gänsehaut, wenn die Spieler so etwas sagen", meinte Zinnbauer, der bei aller Zustimmung auch für seinen Vorgänger ein gutes Wort übrig hatte: "Die Jungs haben viele, viele Meter gemacht. Slomka hat das Team fitnessmäßig in einem Top-Zustand hinterlassen."

Doch Kondition allein hätte vor 57.000 Zuschauern in der ausverkauften WM-Arena im Volkspark nicht zu einem Remis gegen den Titelverteidiger gereicht, wenn die Gäste nicht "die erste Halbzeit im Tiefschlaf verbracht" hätten, wie Thomas Müller anmerkte.

Und nur zur weiteren Klarstellung ergänzte er: "Diesmal bin ich für Ironie nicht zu haben."

Trainer Guardiola, der nach dem Seitenwechsel erfolglos eine Offensivkraft nach der anderen einwechselte, bekam einen Vorgeschmack, was ihm, seinem Team, vor allem aber seinen immer noch WM-gezeichneten Stars in den kommenden Wochen und Monaten blühen wird.

Volles Programm bis Weihnachten

Bis Weihnachten wird fast durchgehend alle drei bis vier Tage gespielt, eine echte Herausforderung für den FC Bayern.

"Wir müssen einfach immer weiterarbeiten. Bis Dezember wird es eine schwere Zeit", sagte der Spanier, wohlwissend, dass die Erholungsphase wieder kurz wird.

Gegen Paderborn wartet am Dienstag die nächste unangenehme Aufgabe auf den Rekordmeister, zumal die Ostwestfalen nicht als vermeintlich chancenloser Neuling, sondern als noch ungeschlagenes Überraschungs-Team an die Isar kommen.

"Die haben richtig Spaß an der Liga", hat Weltmeister Jerome Boateng bereits festgestellt.

Und auch für Torhüter Neuer, der mit einem Handspiel an der Mittellinie in der Schlussphase für Aufregung sorgte, gab sich gewarnt: "Wir müssen die Situation und Paderborn ernstnehmen."

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