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Mainz - Ein ausgelaugter BVB verpasst den Sprung auf Platz eins. Mainz nutzt die Schwäche eiskalt aus. Zwei Dortmunder Zugänge patzen.

Jürgen Klopp hatte nach dem Spiel bei Mainz 05 Redebedarf. Borussia Dortmunds Trainer nahm sich Kevin Großkreutz zur Brust. Eine Szene in der Schlussphase passte Klopp überhaupt nicht.

"Wir wollten wechseln, Kevin wird in dem Moment gefoult. Ich versuche dann Kontakt aufzunehmen, und der Sturkopf guckt weg. Wir konnten sozusagen keine Funkverbindung herstellen. Ich habe ihm gesagt, dass das Quatsch ist. Das ist alles, das ist Kindergeburtstag. Einmal kann das immer passieren", sagte der BVB-Coach zu "Sky".

Neben dem Kommunikationsproblem gab es bei den Gästen weitere Defizite. Der stark ersatzgeschwächte BVB konnte seine Galaform aus der Champions League nicht mit in die Bundesliga bringen und FSV Mainz 05 mit 0:2.

Vier Tage nach dem 2:0 gegen den FC Arsenal verpassten die Westfalen den Sprung an die Tabellenspitze.

Der Japaner Shinji Okazaki brachte den FSV in Führung (66.), Weltmeister Matthias Ginter unterlief ein Eigentor (74.).

BVB-Neuzugang Ciro Immobile scheiterte mit einem Handelfmeter (70.). Dortmunds Henrikh Mkhtaryan (90.) traf noch den Pfosten

"In der Birne zu passiv"

"Wir haben unsere Chancen nicht genutzt und bei den beiden Gegentoren schlecht verteidigt. Da waren wir in der Birne zu passiv. Adrian Ramos kann sicherlich die eine oder andere Chance locker reinmachen", erklärte Klopp.

Die Stimmung bei seinem Ex-Klub war besser. Kasper Hjulmand gefiel besonders die Abwehrarbeit. "Dortmund hat das beste Umschaltspiel in Europa. Wir haben das sehr gut in der Verteidigung gemacht. Meine Mannschaft hat die tiefen Bälle sehr gut verteidigt", sagte der Däne.

Sein Team bleibt damit weiter ungeschlagen und belegt mit acht Punkten sogar den zweiten Tabellenplatz hinter Überraschungs-Spitzenreiter SC Paderborn.

Neun BVB-Profis fehlen

Die Dortmunder, die ohne neun Profis (Neven Subotic, Mats Hummels, Jakub Blaszczykowski, Ilkay Gündogan, Sebastian Kehl, Oliver Kirch, Marco Reus, Nuri Sahin und Dong-Won Ji) auskommen mussten, konnten erstmals nach sechs Siegen in Folge nicht gegen Mainz gewinnen.

Die 34.000 Zuschauer in der ausverkauften Arena sahen in der ersten Viertelstunde zwei gute Möglichkeiten für die Dortmunder. Erst vergab Lukasz Piszczek (4.), dann der völlig freistehende Adrian Ramos per Kopf (14.).

Ramos spielte für Immobile. Denn trotz der langen Verletztenliste leistete sich BVB-Trainer Jürgen Klopp den Luxus, Immobile, Mkhitaryan und Marcel Schmelzer auf die Ersatzbank zu setzen.

Die Mannschaft Klopps, der bei allen vorhergehenden Duellen zwischen Mainz und Dortmund an der Seitenlinie stand (sechsmal beim FSV, zehnmal beim BVB), bestimmte auch in der Folge die Partie.

Mainz überzeugt kämpferisch

Die Gastgeber, bei denen Nikolce Noveski, Niko Bungert, Philipp Wollscheid und Joo-Ho Park fehlten, setzten den Dortmundern großen Kampfgeist entgegen. Die BVB-Leihgabe Jonas Hofmann sprühte zudem vor Spielfreude. "Mega geil, heute ist feiern angesagt. Es war eine großartige Mannschaftsleistung", sagte der 22-Jährige.

In der 36. Minute hätten Hofmanns Mannschaft bereits in Führung gehen. Okazaki scheiterte aber am Dortmunder Weltmeister-Torwart Roman Weidenfeller. Schon kurz vor dieser Szene waren die Rheinhessen immer besser in die extrem temporeiche Begegnung gekommen.

Nach einer halben Stunde hatten die Mainzer ihren Respekt vor dem BVB abgelegt. In dieser Phase war das Spiel offen. Mainz setzte auf Distanzschüsse, Ramos sorgte erneut für große Gefahr vor dem FSV-Tor (40.).

Zu Beginn des zweiten Durchgangs sank zunächst das Niveau. Dortmund leistete sich ungewohnt viele Fehler und konnte das Tempo der ersten Hälfte nicht halten. Mainz konzentrierte sich in erster Linie auf die Defensivarbeit.

In der 53. Minute sorgte wieder Ramos für den "Hallo-Wach"-Effekt. Junior Diaz rettete für die Gastgeber kurz vor der Torlinie, eine Minute später klärte der WM-Teilnehmer Costa Ricas erneut in einer brenzligen Szene.

Joker Jairo dreht auf

In der 64. Minute reagierte Klopp auf den Spielstand. Der Coach brachte Immobile und Mkhitaryan für Kagawa und Ramos. Der Schuss ging nach hinten los. Okazaki erzielte nach Vorarbeit des spanischen Debütanten Jairo Samperio sein viertes Saisontor.

So klang das Führungstor auf SPORT1.fm

Danach ging es hoch her. Nach einem Handspiel Okazakis im eigenen Strafraum scheiterte Immobile mit seinem Elfmeter an Loris Karius, kurz darauf unterlief Ginter das Eigentor.

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