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Lewis Holtby (l.) und der HSV trauen sich in den ersten 45 Minuten auch immer wieder mit schnellen Angriffen nach vorne, der letzte Pass sitzt aber nicht
Lewis Holtby (l.) gegen Pierre-Emile Hojbjerg.

Hamburg - Der HSV zeigt sich unter dem neuen Trainer Josef Zinnbauer wie verwandelt und holt gegen den FC Bayern ein Unentschieden.

Mit Kampf, Einsatz und Leidenschaft hat der Hamburger SV dem deutschen Rekordmeister Bayern München ein nicht unverdientes 0:0 abgetrotzt.

Damit feiern die Hanseaten unter ihrem neuen Trainer Josef Zinnbauer einen erfolgreichen Einstand, der Rekordmeister lässt dagegen Punkte.

Vor 57.000 Zuschauern in der ausverkauften WM-Arena am Volkspark reichte die spielerische Überlegenheit des deutschen Rekordmeisters nicht zum eingeplanten Auswärtssieg.

So klang die turbulente Schlussphase bei SPORT1.fm:

Drei Tage nach dem Champions-League-Auftakt (1:0 gegen Manchester City) fehlten in letzter Konsequenz mehrfach Frische und Konzentration.

Hamburg überzeugte dagegen mit Laufstärke, Mut und Teamgeist. Gerade in der ersten Halbzeit störte das Team den Rekordmeister durchgehend früh in der eigenen Hälfte.

"Jeder ist für jeden gelaufen. Wir waren brennend heiß heute", sagte Lewis Holtby, richtete den Blick aber gleich nach vorne: "Das darf jetzt keine Eintagsfliege sein, den Schwung müssen wir mitnehmen und ruhig bleiben."

Robben muss kurzfristig passen

Noch kurz vor dem Anpfiff hatte sich die Liste der Ausfälle bei den Münchnern weiter verlängert.

Arjen Robben verletzte sich beim Aufwärmen, der niederländische Nationalspieler wurde allerdings mehr als prominent durch Weltmeister Thomas Müller ersetzt.

Dies konnte aber kaum eine Erklärung dafür sein, dass der hohe Favorit verhalten begann und sein vorsichtiges Spiel bis zum Ende der ersten Halbzeit nur unwesentlich änderte.

Drobny wehrt gegen Bernat ab

Die Norddeutschen hingegen versuchten, den Gegner lange Zeit mit Erfolg vom eigenen Tor wegzuhalten. Hin und wieder konnten die Platzherren sogar zarte Akzente nach vorn setzen.

Es war bezeichnend für das Auftreten des FCB, dass es bis zur 33. Minute dauerte, ehe HSV-Torhüter Jaroslav Drobny zum ersten Mal ernsthaft geprüft wurde.

Der Tscheche war jedoch bei einem Distanzschuss von Juan Bernat aus 25 Metern Entfernung mit einer Faustabwehr auf dem Posten.

Müller setzt HSV-Highlight

Nur drei Minuten nach Wiederbeginn hätte der HSV sogar in Führung gehen können, als Nikolai Müller den Ball an Nationaltorhüter Manuel Neuer, aber auch am Tor knapp vorbeispitzelte.

Trainer Pep Guardiola reagierte umgehend und ersetzte den unauffälligen Pierre Emile Höjberg durch Europameister Xabi Alonso.

Und plötzlich wurden die Münchner Aktionen zwingender. Ein Schuss von Ex-Nationalspieler Philipp Lahm wurde in der 54. Minute in letzter Sekunde abgeblockt, nicht einmal 60 Sekunden später verzog David Alaba aus aussichtsreicher Position.

Wechsel bringen nichts

Der sich verstärkende Offensivdruck war Guardiola aber immer noch zu wenig. Für den starken Rafinha schickte der Katalane Mario Götze auf den Platz, Robert Lewandowski ersetzte Xherdan Shaqiri.

Nach 66 Minuten hatte Guardiola sein Auswechselkontingent bereits erschöpft. Die Wechsel brachten aber keine wesentliche Auswirkung auf das Spielgeschehen.

Brisante Nachspielzeit

Brisant wurde es noch einmal in der Nachspielzeit, als Manuel Neuer bei einer Abwehraktion bis zur Mittellinie aus seinem Tor stürmte und schließlich mit einem Handspiel eine bessere Chance für Hamburg verhinderte.

Er sah dafür aber nur die Gelbe Karte.

"Es war ein absichtliches Handspiel, ja", räumte Neuer ein. "Ich wurde aber vorher am Fuß getroffen - da hätte man bereits abpfeifen müssen."

Valon Behrami und der sehr stellungssichere Heiko Westermann waren die besten Akteure bei den Hamburgern. Beim FC Bayern stachen Philipp Lahm und Juan Bernat heraus.

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