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München - Drei Wochen nach seiner Ausleihe nach Mainz trifft Jonas Hofmann auf Dortmund. Den Ex-Kollegen kündigt er einen heißen Tanz an.

Für einen kurzen Augenblick ist Jonas Hofmann nicht mehr der zurückhaltende, fast schon schüchterne junge Mann, als der er sich der Öffentlichkeit bis dahin immer präsentiert hat.

"Ich habe ihnen schon angekündigt, dass sie sich warm anziehen sollen", berichtet der für eine Saison von Borussia Dortmund an Mainz 05 ausgeliehene U-21-Nationalspieler bei einer Medienrunde vom SMS-Verkehr mit seinen bisherigen Weggefährten im Westen - und kann sich ein Lachen nicht verkneifen.

Keine Frage: Das "große Wiedersehen", wie er das Duell zwischen den 05ern und dem BVB am Samstag (LIVE-Hinweis) nennt, ist für Hofmann etwas ganz Besonderes. In gewisser Weise vielleicht auch ein bisschen seltsam (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Hofmann will "Spielpraxis ohne Ende" 

Bis vor drei Wochen hatte er noch Seite an Seite mit den Borussen auf dem Platz gestanden, nun steht er ihnen gegenüber.

Weil er "Spielpraxis ohne Ende sammeln" und "auf mich aufmerksam" machen will, wie Hofmann erklärt.

"Gerade als junger Spieler ist es wichtig, viel auf dem Platz zu stehen", betont der 22-Jährige und fügt hinzu: "Ich sehe das hier in Mainz als große Chance."

Nur zwei Spiele über 90 Minuten 

Eine Chance, die er angesichts der geballten Konkurrenz in Dortmund zuletzt offenbar nicht mehr sah.

Beim BVB brachte es Hofmann in der vergangenen Saison - seiner zweiten in der Bundesliga - zwar auf insgesamt 39 Pflichtspiel-Einsätze, durfte dabei aber selten mehr als 20 bis 30 und nur zweimal über die vollen 90 Minuten ran.

Zu wenig für einen mit seinen Qualitäten - und Ansprüchen. "Schnelligkeit und geradliniges Spiel" nennt der technisch und taktisch versierte Offensivmann zwei seiner großen Stärken.

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Offensiv variabel einsetzbar 

Die will er in Mainz nun wieder vermehrt zur Geltung bringen.

"Am liebsten außen", wie Hofmann sagt: "Aber eigentlich ist es mir egal, auf welcher der Offensivpositionen. Hauptsache ich spiele überhaupt."

Mit seinem neuen Trainer Kasper Hjulmand sei er "vom ersten Gespräch an auf einer Wellenlänge" gewesen, erzählt der 1,76-Meter-Mann.

Beim 3:1-Auswärtssieg der Mainzer gegen die Hertha am vergangenen Wochenende stand er dann auch gleich in der Startelf.

Offensiv variabel einsetzbar 

Denen, die seinen vorübergehenden Wechsel vom Vizemeister zu den in der Europa-League-Qualifikation kläglich gescheiterten Rheinhessen als Rückschritt werten, entgegnet Hofmann trotzig: "Das stimmt nicht."

Stattdessen müsste es ihm doch entgegen kommen, dass sich "die beiden Klubs vom Fußballerischen her und dem, wie wir es spielen wollen, kaum unterscheiden", sagt er.

Mit dem kleinen, aber feinen Unterschied, dass er hier zum Stammpersonal zählen dürfte.

Kagawa-Rückkehr gibt letzten Ausschlag 

Anders als in Dortmund, wo sich seine Aussichten auch durch die Rückkehr des bei Manchester United glücklosen Shinji Kagawa verschlechtert hatten.

Als es am viertletzten Tag der Sommertransferperiode zum ersten ernsthaften Kontakt mit den Mainzern kam, habe er bereits gewusst, "dass Kagawa im Anmarsch ist", verrät Hofmann.

"Es standen auch andere Klubs zur Auswahl", berichtet er: "Aber Mainz war mein erster Ansprechpartner. Hier passe ich am besten rein."

Schritt zurück Richtung Heimat 

Was auch ein Stück weit an Hofmanns Herkunft liegen dürfte.

Von seinem Heimatort, der 12.000-Einwohner-Gemeinde St. Leon-Roth zwischen Heidelberg und Speyer, in der er als Jugendlicher nicht nur erfolgreich Fußball, sondern auch Handball und Golf spielte, trennen ihn statt der bisher über 300 künftig nur noch hundert Kilometer.

"Jetzt kann ich öfter mal zu meinen Eltern nach Hause fahren", stellt Hofmann erfreut fest.

Volle Konzentration auf Mainz 

Ob er das in der nächsten Saison auch noch kann, vermag der 22-Jährige derzeit nicht zu prophezeien.

Vertraglich ist die Ausleihe nach Mainz auf ein Jahr veranschlagt, eine Kaufoption gibt es nicht.

Aktuell wolle er auch nicht darüber nachdenken, ob er "nächsten Sommer wieder in Dortmund ist", sagt Hofmann.

Zunächst einmal wolle er sich in Mainz "Woche für Woche weiterentwickeln", erklärt er. Zurückhaltend. Wie immer. Oder fast immer.

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