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Mainz - Immobile wird vom Helden zum Elfmeter-Deppen. Auch ein weiterer BVB-Zugang patzt in Mainz. Klopp sieht ein mentales Problem.

Als Jürgen Klopp am Samstagabend die alte Wirkungsstätte mit Rollkoffer und Rucksack verließ, scherzte der Trainer von Borussia Dortmund mit den alten Weggefährten - bei der langen Fahrt durch die Nacht war der Coach aber nicht mehr so gut drauf.

"Das Gefühl der Niederlage nehmen wir mit in den Bus", sagte der nachdenkliche Klopp nach dem 0:2 (0:0) beim FSV Mainz 05.

"Hoffentlich können wir es bis Mittwoch in was Positives verwandeln", fügte Klopp hinzu.

Zu wenig für ein Top-Team

Wie verwandelt präsentierten sich die BVB-Profis, die am Mittwoch auf den Krisenklub VfB Stuttgart treffen, schon am 4. Spieltag der Fußball-Bundesliga - allerdings im negativen Sinn.

Von der Galaform, die Klopps Team vier Tage zuvor in der Champions League beim 2:0 gegen den FC Arsenal gezeigt hatte, war in Mainz nur phasenweise etwas zu sehen.

Trotz des Personalnotstands war das zu wenig für ein Topteam, das durch die erste Pleite gegen Mainz nach sechs Siegen in Folge den Sprung an die Tabellenspitze verpasste.

Klopp: "Verdient verloren"

Das hatte auch Klopp, der auf neun Profis - darunter Mats Hummels, Neven Subotic, Sebastian Kehl, Marco Reus und Nuri Sahin - verzichten musste, so gesehen.

"Wir haben unsere Chancen nicht genutzt und bei den Gegentoren schlecht verteidigt. Da waren wir in der Birne zu passiv. Deshalb haben wir verdient verloren", kommentierte der 47-Jährige bei Sky das Geschehen vor den 34.000 Zuschauern in der ausverkauften Arena.

In der Tat hätten die Gäste aufgrund ihrer Chancen eigentlich führen müssen, bevor Shinji Okazaki die Nachlässigkeiten in der Dortmunder Abwehr zur Mainzer Führung nutzte (66.).

Diesen Unfall hätten die Westfalen noch reparieren können, doch der kurz zuvor eingewechselte Ciro Immobile scheiterte vier Minuten nach der Mainzer Führung mit einem Handelfmeter am Mainzer Torwart Loris Karius.

Immobiles Fehlschuss "kleinstes Problem"

Kritik am italienischen Neuzugang, der gegen Arsenal noch einen tollen Treffer erzielt hatte, wollte Klopp nicht üben.

"Das kann im Fußball passieren - auch wenn es nicht der günstigste Zeitpunkt war", sagte der Coach, der nach eigener Aussage keinen Schützen eingeteilt hatte: "Daran sollten wir uns jetzt aber auch nicht aufhängen. Das ist unser kleinstes Problem."

Ein größeres Problem war das Eigentor von Weltmeister Matthias Ginter, das für die Vorentscheidung sorgte (74.).

"Am Ende kam alles zusammen", äußerte der geknickte Neuzugang vom SC Freiburg, der immerhin nicht nach Ausflüchten suchte: "Die Verletzten und die Champions League dürfen keine Ausrede sein. Wir haben einen großen Kader und sind das gewohnt."

So klang das Führungstor auf SPORT1.fm

Adrian Ramos als Chancentod

Wie groß der Kader ist, bewies die Startelf.

Trotz der Verletztenmisiere leistete sich Klopp den Luxus, Immobile und Henrich Mchitarjan auf die Bank zu setzen. Doch die Vertreter blieben vieles schuldig.

Adrian Ramos hätte mindestens einen Treffer erzielen müssen, Shinji Kagawa fehlt noch die Fitness.

Schuldzuweisungen gab es aber keine.

"Es wäre schwachsinnig, die Verantwortung bei Einzelnen zu suchen", sagte Weltmeister Erik Durm, der lieber nach vorne schauen wollte: "Wir müssen Kraft tanken und dann die drei Punkte gegen Stuttgart holen."

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