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Das Freistoßspray wurde erstmals in amerikanischen Wettbewerben getestet

In der Diskussion über die Zusammensetzung des Freistoßsprays hat Erfinder Pablo Silva dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) juristische Schritte angedroht.

"Wenn der DFB das Spray eines anderen Anbieters nutzt, werden wir dagegen klagen", sagte 49-jährige Silva der "Bild am Sonntag" und meinte: "Andere Anbieter dürfen unser Patent nicht nutzen. Weder die Inhaltsstoffe noch das Prinzip der Erfindung selbst. Das wäre selbstverständlich total illegal."

In einem Gutachten war der TÜV Rheinland zu dem Ergebnis gekommen, dass das in Argentinien hergestellte Spray namens "9-15 fair play limit" im Verdacht stehe, wegen der enthaltenen Parabene hormonell wirksam zu sein. Die für Mitte Oktober geplante Einführung des Freistoßsprays in der Bundesliga könnte demnach gefährdet sein.

Lutz Michael Fröhlich, der zuständige DFB-Abteilungsleiter Schiedsrichter, hatte am Freitag auf SID-Anfrage bestätigt, dass man unabhängig von den jüngsten Untersuchungsergebnissen "bereits seit Wochen" mit anderen Anbietern in Gesprächen sei, "um nach Alternativen zu dem kostenintensiven Import aus Argentinien zu schauen".

Der frühere Journalist Silva hat für die aufgekommenen Zweifel an seinem Produkt kein Verständnis. "Das Spray ist kein Risiko für die Gesundheit. Mehr als 300.000 Spiele wurden mit dem Spray geleitet. Wir befolgen alle Gesetze", sagte der Argentinier.

Zumal bereits veranlasst wurde, dass die derzeit noch fehlende Entflammbarkeits-Kennzeichnung nachgetragen wird. "Das geforderte Logo wird jetzt angebracht. Es gibt also aus meiner Sicht keinen Grund, das Spray in Deutschland nicht zu benutzen", meinte Silva weiter.

Der TÜV hatte darauf hingewiesen, dass die bei einer neuntägigen Untersuchung festgestellte Treibhausgas-Konzentration des Sprays mit 33 Prozent vielfach höher liege, als es bei nicht gekennzeichneten Dosen erlaubt sei.

Nach Meinung von TÜV-Mitarbeiterin Greta Dau sei mit "einem Ordnungswidrigkeitsverfahren und einer Geldbuße" zu rechnen, falls die Schiedsrichter wie geplant am 8. Spieltag das Spray einsetzen. Nach der Premiere am 17. Oktober sollte das Hilfsmittel ursprünglich auch im DFB-Pokal, beginnend mit der zweiten Runde am 28. Oktober, benutzt werden.

Das Schaum war bereits im Sommer bei der WM in Brasilien im Einsatz und ist in dieser Saison schon fester Bestandteil der Champions League, der Europa League sowie der Primera Division (Spanien) und der Ligue 1 (Frankreich).

Die Einführung in Deutschland war nach Bedenken seitens der Referees zunächst verschoben worden. Ursprünglich hätte das Spray zum Bundesligastart zum Einsatz kommen sollen. Die Erfahrungen bei der WM waren absolut positiv gewesen.

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