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Thomas Berthold (r.) hält die Aufgabe von Armin Veh für sehr anspruchsvoll

SPORT1-Experte Thomas Berthold erkennt beim VfB Stuttgart ein Qualitätsproblem und überzogene Erwartungen an Armin Veh.

Hallo Fußball-Freunde,

Das große Sorgenkind der Bundesliga ist derzeit der VfB Stuttgart.

Und bei der Heimpleite gegen Hoffenheim wurde eines deutlich:

Der VfB hat ein Qualitätsproblem in allen Mannschaftsteilen.

Wenn man auf die letzte Saison blickt und sich die Neuzugänge anschaut, gibt es wenig Anlass zur Hoffnung auf Besserung.

Der VfB bräuchte aber dringend mehr individuelle Qualität.

Es fehlen gestandene Persönlichkeiten auf dem Platz.

So wird es diese Saison wirklich eng.

Die Kritik an Manager Fredi Bobic ist deshalb auch berechtigt - gerade nach der abgelaufenen Saison, die ja wirklich schlecht war.

Was mich aber vor allem stört, ist die naive Denkweise in Stuttgart, die nach der Rückkehr von Armin Veh zu spüren war.

So naiv kann man doch nicht sein, dass man sagt: "Jetzt kommt ein neuer Trainer, und alles wird gut."

Natürlich kann ein neuer Trainer neue Impulse setzen oder taktisch etwas verändern.

Aber wenn kein Spielermaterial vorhanden ist, wird es schwer. Ein Trainer ist doch kein Zauberer.

Armin Veh hat sich die Aufgabe in Stuttgart sicherlich auch leichter vorgestellt.

Man muss aber auch sagen, dass die Mannschaft keinen fitten Eindruck macht. Es fehlt die Spritzigkeit bei den Spielern.

Der VfB hat jetzt gegen Köln und Hoffenheim zu Hause null Punkte geholt und null Tore geschossen. Was ist denn, wenn erst die Top-Teams der Liga nach Stuttgart kommen? Gegen wen will der VfB überhaupt noch punkten?

Man muss nun in erster Linie dafür sorgen, dass man nicht mehr so billige Gegentore kassiert. Wenn die Stuttgarter Mannschaft erst einmal hinten liegt, dann tut sie sich noch schwerer.

Es fehlt zudem die spielerische Note. Es kommt aus dem Mittelfeld kein Impuls und über die Flügel geht auch nichts. Das ist alles zu durchschaubar. Dem Gegner reicht es, sich hinten reinzustellen und auf Konter zu spielen.

Das ist ein dickes Brett, das da in Stuttgart gebohrt werden muss.

Lassen Sie mich noch etwas sagen zur Diskussion um die Handspiel-Regelung an diesem Spieltag.

Ich finde die Regel wischi-waschi. Wenn im Strafraum die Hand zum Ball geht und die Flugrichtung des Balles verändert wird, muss man Elfmeter pfeifen.

Aber wenn ein Spieler angeschossen wird, so wie der Frankfurter Medojevic auf Schalke, ist das für mich ganz klar kein Handspiel.

Bis zum nächsten Mal,
Euer Thomas Berthold

Thomas Berthold nahm als Spieler an drei Weltmeisterschaften teil und krönte seine Karriere mit dem WM-Titel 1990 in Italien. In der Bundesliga war er für Eintracht Frankfurt, den FC Bayern München und den VfB Stuttgart aktiv. Zudem lief er in der Serie A für Hellas Verona und AS Rom auf. Der ehemalige Manager von Fortuna Düsseldorf schreibt als Kolumnist für SPORT1.

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