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Neuzugang Mehdi Benatia (r.) ist beim FC Bayern noch nicht wirklich angekommen

Der Millionen-Mann fremdelt beim FC Bayern noch. Er muss sich steigern, schließlich will er ja bald den Rächer spielen.

Von Denis de Haas

München - Über den Wolken war Medhi Benatias Welt wieder in Ordnung. Der Spieler des FC Bayern München machte das Siegerselfie aus dem Flieger.

Seine Mitspieler David Alaba, Manuel Neuer und Dante drängte Benatia dabei in den Hintergrund.

Kurz zuvor stand der 27-Jährige im Moskauer Khimki-Stadion ebenfalls im Mittelpunkt. In der Partie beim ZSKA spielte Benatia eine Hauptfigur: die des fremdelnden Neulings.

Seine Bayern waren im Champions-League-Gruppenspiel drückend überlegen. Doch am Ende hätte es auch ein Remis statt eines 1:0-Erfolges (BERICHT) geben können. Und das lag in erster Linie am schwachen Benatia. (

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Von Musa abgehängt

Moskaus Ahmet Musa hängte den Marokkaner ein ums andere Mal ab, leitete somit gute Ausgleichschancen ein. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Benatias SPORT1-Note 5 (SPORT1-Noten) resultierte aber auch aus einer rüden Szene in der zweiten Halbzeit. Da ging er mit der Sohle voran in einen Zweikampf mit Musa. Schiedsrichter William Collum zeigte sich gnädig und zückte nur Gelb.

Von Xabi Alonso gab es eine zusätzliche Bestrafung. Der Spanier motzte seinen Teamkollegen nach dem Foul gehörig an.

Eklig auf dem Platz

"Auf dem Platz werde ich eklig", hatte Benatia zuletzt in einem "kicker"-Interview gesagt. Eine Szene wie die in Moskau wird er jedoch nicht gemeint haben.

Benatias schwacher Auftritt in der Champions League passt zu seinem ersten Bayern-Monat. Der 26-Millionen-Euro-Mann ist noch nicht angekommen.

Er musste einen körperlichen Rückstand aufholen und zudem das variable Defensivsystem von Trainer Pep Guardiola erlernen.

In Boatengs Schatten

Dabei verlief Benatias Premiere sogar ordentlich. Gegen Manchester City bestach er durch robuste Zweikampfführung. Benatias Problem: Nachher sprachen alle über den überragenden Boateng.

Am Weltmeister kommt der Zugang des AS Rom auch nicht vorbei. Boateng befindet sich Topform. Ob rechter Zentrumsspieler in der Viererkette oder Rechtsverteidiger in der Dreierkette - Boateng ist gesetzt.

Und der Nationalspieler weiß natürlich, dass der FCB einige Zeit braucht, bis die Defensive perfekt synchronisiert ist.

"Gerade wenn Spieler neu in einer Mannschaft sind, braucht es seine Zeit", sagte er im Interview mit SPORT1.

"Wichtig ist, dass wir zu Null gespielt haben. Es kommen ein, zwei Abstimmungsfehler oder Torchancen vor, aber daran arbeiten wir und das verbessern wir."

Neben Boateng spielen wahlweise Dante oder Alonso.

Benatia muss sich hinten anstellen. Von seinem Selbstbewusstsein aus Römer Zeiten ist noch nichts zu spüren. Bei AS ging der Abwehrspieler voran. Eigene Tore feierte er mit einem Maschinengewehr-Jubel.

Guardiola setzt auf den Faktor Zeit

Nun schaut Benatia meistens zu, wenn die Bayern treffen. "Er braucht noch Zeit", sagte Guardiola vor zwei Wochen. Dieser Satz hat weiterhin seine Gültigkeit. Benatia schätzt derweil die Akribie seines neuen Trainers.

"Herr Guardiola kommuniziert viel und dabei gestikuliert er viel, aber er ist einfach temperamentvoll und das ist gut so. Er erzählt in Details, was er genau haben möchte", sagte der Bayern-Profi zuletzt im Gespräch mit "bundesliga.de".

Benatia will davon viel mitnehmen, um bald auf mehr Einsatzzeit zu kommen. Besonders auf ein Spiel in naher Zukunft wird er heiß sein.

Am 21. Oktober spielen die Bayern bei Benatias Ex-Klub. Die Römer haben nach dem Wechsel nachgetreten. Vereinspräsident James Pallotta bezichtigte Benatia der Lüge. Dieser hatte nämlich behauptet, dass die Italiener ihn loswerden wollten.

Benatia kann deshalb eine Rechnung begleichen und in Rom die Rolle des Rächers besetzen.

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