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Markus Gisdol (r., mit Adam Szalai) ist seit dem 2. April 2013 Trainer von 1899 Hoffenheim

München - Vor Hoffenheims Duell mit Schalke sprechen 1899-Coach Markus Gisdol und TSG-Stürmer Adam Szalai bei SPORT1 über ihren Ex-Klub.

Von der Ruhe in Hoffenheim können sie auf Schalke nur träumen.

Das weiß auch 1899-Chefcoach Markus Gisdol und muss vor dem Heimspiel gegen S04 am Samstag (ab 15 Uhr LIVE auf SPORT1.fm und im LIVE-TICKER) etwas schmunzeln, wenn er auf die aktuelle Lage bei den Königsblauen angesprochen wird.

"Auf der einen Seite brennt dort in kürzester Zeit der Baum, andererseits wird innerhalb einer Woche gleich der Autokorso gestartet", sagt Gisdol zu SPORT1.

"Es gibt ein unglaubliches Hin und Her und ich glaube, dass das mittlerweile bei Schalke dazugehört. Dort hast du nur am 1. und 2. Weihnachtstag Ruhe, ansonsten nie.

Gisdol freut sich aber auf das Wiedersehen mit seinem Ex-Klub, keine Frage. In der Saison 2011/2012 war der 45-Jährige bei Schalke Co-Trainer von Huub Stevens. Und die emotionalen Verbindungen sind nicht gekappt.

Er sei zwar "kein Schalke-Mitglied", aber Gisdol meint mit Überzeugung in der Stimme: "Jeder hat als Kind eine Mannschaft, der er hinterher schwärmt und das war bei mir Schalke."

Schalke hat noch immer einen besonderen Platz in Gisdols Herzen.

Auch für Hoffenheims Stürmer Adam Szalai ist es am Samstag das Wiedersehen mit seinem Ex-Klub. Der 26-Jährige wechselte nach einem durchwachsenen Jahr bei den "Knappen" im Sommer in den Kraichgau.

Und Szalai sieht es ähnlich wie sein Trainer, was die Unruhe im Team von S04-Coach Jens Keller angeht.

"Wenn Schalke gewinnt, wird gleich alles hochgelobt, wenn sie verlieren, dann ist sofort die Krise da", sagt Szalai SPORT1: "Es ging auf und ab. Das hat man zuletzt gemerkt zwischen schwachen Spielen in der Liga und der Champions League und dann wieder dem furiosen Auftritt im Derby gegen Borussia Dortmund. Auf Schalke gibt es immer Unruhe."

Alles andere als perfekt, eher äußerst wechselhaft, verliefen die letzten Wochen bei Schalke - trotz des Derby-Sieges gegen Borussia Dortmund.

Diese Woche musste man beim dürftigen 1:1 gegen Maribor in der Champions League ran. Ein Vorteil für 1899?

"Manchmal ist es ganz gut, wenn du in so einem Rhythmus drin bist", sagt Gisdol und ergänzt: "Schalke ist es gewohnt. Jens Keller sprach zwar davon, dass sie auf dem Zahnfleisch daherkommen und nicht top ausgeruht sind, aber ich denke, dass die Schalker Verfassung trotzdem stabil sein wird."

Die Konzentration auf die eigenen Stärken sei wichtig, so Gisdol. Dennoch weiß er: "Wenn es Schwierigkeiten bei Schalke geben sollte, dann müssen wir die ausnutzen."

Defensiv stabiler stehen, aber torgefährlicher bleiben, so lauteten die Ziele im Sommer - und das haben sie in Hoffenheim bisher gut hinbekommen.

"Wir haben in den sechs Spielen schon drei Mal zu Null gespielt und die dritt- oder viertmeisten Tore geschossen", betont Gisdol.

"Die Torausbeute stimmt, wenn ich auch sagen muss, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben, um diese Balance in den Spielen auch wechselhaft spielen zu können, das heißt weiter stabil zu stehen und dann aber auch den Gegner zu überraschen."

Für Szalai, der erst einmal traf, gibt es von Gisdol dennoch Lob: "Ich bin zufrieden mit ihm. Adam musste sich ein Stück weit an unser Spiel anpassen, das sind immer Gewöhnungsprozesse und von daher fand ich es erstaunlich, wie schnell er bei uns Fuß gefasst hat."

Der Angreifer werde sich "weiter deutlich stabilisieren und deutlich torgefährlicher werden durch ihn und von daher werden wir noch viel Freude an ihm haben."

Szalai fühlt sich ohnehin rundum wohl bei 1899. "Seit ich hier bin, herrscht eine positive Stimmung und es macht sehr viel Spaß zum Training zu kommen. Und wenn es auch noch auf dem Platz gut läuft, ist alles in Ordnung", sagt der Ungar.

Doch er fügt selbstkritisch hinzu: "Zufrieden bin ich noch nicht. Es ist nicht einfach, mit dem neuen System zu lernen. Momentan bin ich noch in der Phase, dass ich das System lerne, wo ich meine Fähigkeiten maximal ausspielen kann."

Am liebsten wohl schon gegen die Ex-Kollegen am Samstag.

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