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Armin Veh ist seit Sommer 2014 wieder Trainer des VfB Stuttgart. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder des 7. Spieltags

Berlin - Der VfB Stuttgart steckt nach leichtfertigen Fehlern in Berlin weiter im Jammertal. Trainer Armin Veh ist entsprechend sauer.

An der Miene von Armin Veh war schon abzulesen, dass es mit seiner Laune nicht zum Besten stand.

Es brodelte im Trainer des VfB Stuttgart .

Und schließlich verschaffte sich der einstige Meistercoach nach der 2:3 (1:1)-Auswärtsniederlage bei Hertha BSC Berlin Luft.

"Wir hatten das Spiel in der zweiten Halbzeit total im Griff, und dann machen wir wieder solche Fehler", schimpfte Veh und schob ernüchtert hinterher: "So gewinnst du kein Spiel."

Seit 14 Auswärtsspielen ohne Sieg

Der Gemütszustand von Veh war nachvollziehbar.

Seit 14 Auswärtsspielen warten die Schwaben auf einen Sieg, nach der Pleite in der Hauptstadt steckt der VfB weiter im Jammertal.

Der zarte Aufschwung der vergangenen Woche durch vier Punkte in zwei Spielen wurde durch kapitale individuelle Fehler jäh beendet.

Patzer von Rüdiger und Harnik

Nachdem Salomon Kalou zunächst per Foulelfmeter ausgeglichen hatte (22.), gingen dem zweiten Treffer des Ivorers (64.) und dem 1:3 durch Roy Beerens (74.) jeweils grobe Schnitzer der Schwaben im Spielaufbau voraus.

Zunächst vertändelte Antonio Rüdiger das Leder leichtfertig in der Vorwärtsbewegung, dann leistete sich Martin Harnik einen unnötigen Ballverlust.

"Ich bin maßlos enttäuscht. Solche Spiele darf man nicht verlieren", sagte Veh.

Zumal sein Team durch die frühe Führung von Moritz Leitner (5.) einen Traumstart erwischt hatte.

Doch danach gab es zu viele Patzer. Das Berliner Eigentor von Sandro Wagner (83.) war am Ende nur noch Ergebniskosmetik.

Nur ein Sieg für den VfB

Vehs Mannschaft bleibt nach dem erneuten Dämpfer im Tabellenkeller hängen. Die Bilanz ist erschreckend.

Erst ein Dreier gelang den Stuttgartern in sieben Partien. Vor der Spielzeit hatte die Rückkehr des Meistertrainers von 2007 Hoffnungen geschürt.

Davon ist nicht mehr viel zu spüren. Zu der schwachen Ausbeute in der Liga kommt das Erstrunden-Aus im DFB-Pokal.

Befreiungsschlag für Hertha

Kollektives Aufatmen hingegen in der Hauptstadt: Hertha BSC hat die kritischen Stimmen mit dem leidenschaftlichen Auftritt gegen Stuttgart erst einmal verstummen lassen.

Die Hertha-Spieler um Matchwinner Salomon Kalou sangen und tanzten noch lange nach dem Schlusspfiff ausgelassen vor der Fankurve - Manager Michael Preetz und Trainer Jos Luhukay strahlten übers ganze Gesicht.

Die kollektive Erleichterung war den Berlinern nach dem 3:2 (1:1)-Erfolg gegen den VfB Stuttgart deutlich anzumerken. Der ersehnte zweite Saisonsieg setzte dem Gerede um eine Krise des Hauptstadt-Klubs vorerst ein Ende.

Luhukay lobt die Einstellung

"Man hat gesehen, dass die Mannschaft Charakter hat", sagte Luhukay nach dem leidenschaftlichen Auftritt seines Teams mit einem Schuss Genugtuung in der Stimme: "Sie ist nach dem frühen Rückstand nicht am Boden geblieben und stattdessen zurückgekommen. Wir haben ein richtig gutes Spiel abgeliefert."

Hertha-Sportdirektor Preetz, der seine Profis vor der Partie öffentlich in die Pflicht genommen hatte, ging sogar noch einen Schritt weiter und bezeichnete den zweiten Heimsieg in Folge als "beste Saisonleistung. Es ist schön, vor der Länderspielpause so ein Spiel zu gewinnen."

In der Tat präsentierten sich die Berliner vor 46.312 Zuschauern im Olympiastadion stark verbessert.

Debütant Stocker bleibt fokussiert

Vor allem die Offensive um den ivorischen Doppeltorschützen Kalou und die beiden agilen Startelf-Debütanten Änis Ben-Hatira und Valentin Stocker wirbelten die VfB-Abwehr ein ums andere Mal gehörig durcheinander.

"Dieser Sieg ist für uns eine Befreiung", sagte Stocker, mahnte im nächsten Atemzug aber, "dranzubleiben".

Man dürfe jetzt nicht wieder lockerlassen wie nach dem Heimerfolg gegen den VfL Wolfsburg (1:0), dem nur vier Tage später eine bittere Pleite beim FC Augsburg (0:1) folgte.

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