Leverkusens Rudi Völler nennt im Volkswagen Doppelpass Gründe, warum der FC Bayern die Belastung durch die WM wegstecken kann.

München - Bayer Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler hat nicht überrascht, dass der FC Bayern trotz der Belastung durch die WM stark in die Saison startete.

"Ich habe das Gejammer bei Bayern München wegen der WM nicht verstanden", sagte Völler am Sonntag im Volkswagen Doppelpass bei SPORT1.

Der 54-Jährige erklärte: "Die hatten mal kurz nach dem Ende der Weltmeisterschaft ein Freundschaftsspiel, da haben sie mit dem 'Not-Sturm' Ribery, Lewandowski und Pizarro gespielt, die ja nicht bei der WM waren."

Und weiter: "Wenn du solche Spieler hinten dran hast, dann kommst du nicht in Gefahr."

Völlers Fazit: Deutscher Meister werde der FC Bayern "sowieso".

Auf den Plätzen dahinter will sich aber Leverkusen einordnen: "Wir setzen uns hohe Ziele. Wir wollen unter die ersten Vier kommen, das heißt Champions League. Mindestziel ist die Europa League", sagte der ehemalige Nationalstürmer.

Vor der Saison warb der FC Bayern seinen neuen Technischen Direktor Michael Reschke aus Leverkusen ab.

Für Völler eine verständliche Entscheidung: "In der Spitze hatten sie ein bisschen ein Loch in der Jugendabteilung und im Scoutingsystem - und das ist die große Stärke von Michael Reschke, da nicht immer nur die 40-Millionen-Transfers zu machen, sondern auch mal weiter unten zu sichten."

SPORT1 hat die Aussagen des Weltmeisters von 1990 zusammengefasst.

Rudi Völler über...

über den ausgeliehenen Christoph Kramer:

"Es ist unser Konzept, dass wir talentierte, junge Spieler ausleihen. Dann versuchen wir sie wieder zurückzuholen. Christoph Kramer ist ein toller Junge. Es gibt im Moment nur Gewinner in dieser Personalie: Christoph Kramer ist nach einer tollen Saison Weltmeister geworden, Mönchengladbach hat noch ein Jahr einen guten Spieler und wir bekommen im Sommer einen topausgebildeten Spieler zurück."

über das gestrige Unentschieden der Leverkusener gegen Paderborn:

"Man ist daheim gegen Paderborn natürlich der Favorit. Deswegen muss man gewinnen. Aber Paderborn hat das natürlich toll gemacht, sie waren sehr gut eingestellt. Das war aber nicht die Leverkusener Mannschaft der ersten Wochen. Aber man muss auch sehen: Es ist die dritte englische Woche hintereinander. Gestern waren wir müde. Wir sind hier auch im Kontakt mit der DFL, denn der Spielplan muss entzerrt werden. Es darf ja für die Mannschaften, die international spielen, keine Bestrafung sein, dass man während zwei Champions-League-Wochen noch eine englische Woche zu spielen hat. Ich denke, dass sehen Mannschaften wie Dortmund oder Schalke ähnlich."

über die offensive Spielweise unter Trainer Roger Schmidt:

"Wir spielen attraktiven Fußball. Die beiden Gegentore gestern hatten ja nix mit dem System zu tun. Wir spielen taktisch mit Roger Schmidt anders. Wir gehen mehr drauf, da sind dann hinten ab und an Lücken. Wir sind aber auf jeden Fall im Soll. Letztes Jahr waren wir ja auch sehr erfolgreich, aber die Spiele waren oft sehr knapp. Unser Torwart war immer in der Elf des Tages und das ist eigentlich kein gutes Zeichen. In diesem Jahr haben wir in jedem Spiel sehr viele Chancen - das stimmt mich positiv."

über den Patzer von Bernd Leno:

"Bernd Leno hat genau richtig entschieden, so weit rauszukommen. Er weiß ja selber, dass der Ball auf ihn geht. Wichtig ist ja, dass er danach souverän geblieben ist. Er ist nicht unruhig geworden, hatte einige gute Paraden. Er ist ein super Torwart und ich bin mir sicher: Er wird relativ schnell die Nummer 2 in Deutschland sein!"

über Bayerns Schlüsselspieler Xabi Alonso:

"Natürlich ist das ein Spieler, der sofort funktioniert! Die Bayern haben den Spieler gebraucht, um ihre Ziele in der Champions League zu erreichen. Nicht die in der Meisterschaft. Denn die gewinnen sie sowieso! Ich habe das Gejammer bei Bayern München wegen der WM eh nicht verstanden."

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