Der BVB kommt auch mit Reus, Mkhitaryan und Gündogan nicht aus dem Tief. Das verschärft das Problem des Trainers.

Jürgen Klopp ist um eine Hoffnung ärmer. Die Hoffnung, dass sich die Dortmunder Krise sofort erledigen werde, wenn erst die lange verletzten Kreativen wieder das Spiel seiner Mannschaft bereichern.

Natürlich wird der BVB-Coach nicht so naiv gewesen sein zu glauben, dass Marco Reus, Henrikh Mkhitaryan und Ilkay Gündogan bei ihrem ersten Einsatz nach wochen- bzw. sogar monatelanger Pause gleich wieder brillieren wie zu ihren besten Zeiten.

Aber gewünscht haben wird er sich zumindest einen ordentlichen Schub für die Psyche der zuletzt seltsam irrlichternden Mannschaft. Dieser Schub ist bei allem Bemühen der drei genannten Protagonisten beim 1:2 in Köln ausgeblieben.

Viel schlimmer noch: Selbst mit den drei millionenschweren Topstars spielte die Borussia einen Fußball, der "absolut keinen Sinn macht" (Originalton Klopp).

Der BVB betreibt einen enormen physischen Aufwand, kommt aber durch seine besorgniserregend hohe Fehlpassquote zum einen in der Offensive kaum in Abschlusssituationen. Zum anderen stellen die Ballverluste die Defensive in unschöner Regelmäßigkeit ins Hochwasser, wie beim Tor von Kevin Vogt zum 0:1 in Köln eindrucksvoll zu besichtigen.

Dazu gesellen sich Blackouts gestandener Größen wie zuletzt Mats Hummels und jetzt Roman Weidenfeller. Das Resultat sind vier Niederlagen und ein Remis aus den letzten fünf Ligaspielen, schon sieben Zähler Rückstand auf den als Ziel ausgegebenen Champions-League-Platz und deren 13 auf Tabellenführer Bayern München.

Natürlich sind die Probleme erklärbar. Die Rekonvaleszenten sind Klopp zufolge zwar körperlich komplett wiederhergestellt.

Doch es fehlen noch die paar Prozent, die Spielpraxis, die sie in den Partien die richtigen Entscheidungen treffen lässt. Wenn gleich mehreren Akteuren diese hundertprozentige Geistesgegenwart abgeht, stößt die Leistungsfähigkeit einer Mannschaft an ihre Grenzen.

Klopp hat nun die anspruchsvolle Aufgabe, einen Ausweg aus dem Dilemma zu finden. "Nicht morgen oder übermorgen, sondern jetzt sofort", wie er selbst weiß. Denn ansonsten wird auch die Kritik am lange unangreifbaren Dortmunder Coach eine unangenehme Lautstärke erreichen.

Vielleicht hilft es ja, dass der BVB am Mittwoch in der Champions League ran muss. Das 2:0 gegen den FC Arsenal und der 3:0-Erfolg beim RSC Anderlecht taugten durchaus als Stimmungsaufheller. In Istanbul sollen aller guten Dinge drei sein. Diese Dortmunder Hoffnung lebt noch.

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