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Roberto Di Matteo (r.) gewann mit dem FC Chelsea 2012 die Champions League

Gelsenkirchen - Schalke 04 gewinnt Spiel eins unter Roberto Di Matteo. S04 zeigt sich gegen Hertha BSC defensiv gefestigt, hat aber Luft nach oben.

Nach seinem Traumeinstand bei Schalke 04 erhielt Roberto Di Matteo noch in der Kabine ein Sonderlob von höchster Stelle.

"Ich habe den Trainer in den Arm genommen und gesagt: Toll, super!", sagte Klub-Boss Clemens Tönnies nach dem 2:0 (1:0) gegen Hertha BSC.

Die turbulenten letzten Wochen mit der Entlassung von Jens Keller sind spätestens seit Samstagabend vergessen, die Welt auf Schalke ist - zumindest vorerst - wieder in Ordnung.

Handschrift bereits erkennbar

Zu verdanken war dies vor allem der guten defensiven Struktur im Spiel der Königsblauen, die Handschrift und Philosophie Di Matteos war bereits zu erkennen.

"Ich war mit der Ordnung sehr zufrieden", sagte der 44 Jahre alte Italo-Schweizer nach seinem Bundesliga-Debüt. Besonders auffällig war dabei, wie stark etwa die Außenspieler Julian Draxler und Eric Maxim Choupo-Moting in die Abwehraufgaben eingebunden wurden.

Die Defensivarbeit gilt als Steckenpferd Di Matteos, 2012 gewann er mit dem FC Chelsea mit etwas Glück und einer Mauertaktik das Finale in der Champions League bei Bayern München in der Allianz Arena.

Und auch bei auf Schalke legte Di Matteo den Fokus zunächst auf den Abwehrbereich. "Ich bin hier seit zehn Tagen. Es ist wichtig, dass man irgendwo anfängt. Ich habe von hinten angefangen, denn ich glaube, diese Mannschaft braucht das", sagte Di Matteo mit Blick auf die zwölf Gegentore in der Bundesliga (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Spieler loben neuen Trainer

Di Matteos Plan funktionierte - dafür erhielt er nach dem geglückten Einstand Lob von allen Seiten. "Er weiß, was er will. Er macht alle taktischen Sachen vor", sagte Torjäger Klaas-Jan Huntelaar, der die Schalker Führung erzielt hatte (19.).

Auch der wiedergenesene Kapitän Benedikt Höwedes, der in der Innenverteidigung mit einer guten Leistung für Stabilität sorgte, schwärmte von Di Matteo: "Er versucht, mit strukturiertem Training viel Ordnung in die Mannschaft zu bekommen."

Dennoch wartet auf den neuen Schalker Übungsleiter noch viel Arbeit. In der ersten Halbzeit ließ S04 die Berliner über die rechte Seite immer wieder zu Möglichkeiten kommen.

Verbesserungsbedarf in der Offensive

In der Offensive glänzte Schalke nur vereinzelt, auch weil Kevin-Prince Boateng als Spielmacher nach gutem Beginn deutlich nachließ.

"Wir haben heute sicher kein Offensiv-Feuerwerk abgebrannt", sagte Draxler, dessen Tor zum 2:0 auch einem Stellungsfehler von Hertha-Kapitän Fabian Lustenberger zu verdanken war (65.).

"Es ist klar, dass wir uns in der Offensive verbessern müssen", betonte auch Sportvorstand Horst Heldt. Dies gilt bereits beim richtungweisenden Gruppenspiel in der Champions League am Dienstag gegen Sporting Lissabon.

Hertha blickt vorerst nach unten

Verbessern muss sich die Hertha in allen Mannschaftsteilen. Zeigte das Team von Trainer Jos Luhukay im ersten Durchgang noch eine Leistung auf Augenhöhe, brachten die Berliner in den zweiten 45 Minuten nur noch wenig zustande.

"Heute war Schalke zwei Tore besser. Wir haben es nicht geschafft, hier etwas Zählbares mitzunehmen", sagte der Niederländer.

Nach der vierten Saisonniederlage muss sich Berlin in der Tabelle nach unten orientieren, ein Sieg gegen den Hamburger SV am kommenden Samstag ist Pflicht.

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