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Eintracht Frankfurts Trainer Thomas Schaaf gewann mit Werder Bremen dreimal den DFB-Pokal

Frankfurt am Main - Der Eintracht-Trainer feiert gegen Stuttgart sein Bundesliga-Jubiläum. In Frankfurt will er an Bremer Zeiten anknüpfen.

Irgendwann, nach mehr als drei Jahrzehnten in der Bundesliga, hatte auch Thomas Schaaf den Überblick verloren.

"Ich habe ja auch nicht wirklich mitgezählt", sagte der Trainer von Eintracht Frankfurt vor seinem 750. Spiel im deutschen Oberhaus: "Die Zahl ist aber natürlich schön und zeigt, dass man einiges richtig gemacht hat."

Am Samstag darf Schaaf deshalb das besondere Jubiläum feiern.

262 Partien hatte der mittlerweile 53-Jährige zwischen 1979 und 1995 als Spieler für Werder Bremen absolviert, seit 1999 als Trainer in Bremen und Frankfurt weitere 487. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Wenn es am Samstag (ab 17.15 Uhr im LIVE-TICKER und auf SPORT1.fm) vor heimischer Kulisse gegen den VfB Stuttgart und seinen Vorgänger Armin Veh geht, will Schaaf unbedingt punkten.

Schlechte Serie gegen Veh

"Ich habe von 13 Duellen mit Armin nur drei gewonnen und sieben verloren - irgendwann muss Schluss sein mit dieser schlechten Serie", forderte Schaaf im "kicker".

Dass sein Vorhaben gelingen wird, ist durchaus realistisch: Die Hessen befinden sich nach acht Spieltagen mit zwölf Zählern im Mittelfeld, der VfB mit nur sechs Punkten dagegen im Tabellenkeller.

Und die Zahlen verdeutlichen vor allem eines: Schaaf ist in der Mainmetropole angekommen, der Wechsel nach 14 Jahren an der Weser und einem Jahr ohne Bundesliga-Stress wahrlich geglückt.

1000 Spiele? Schaaf wartet ab

Ob aber deshalb eine ähnlich lange Periode in Frankfurt folgen und er die 1000 vollmachen wird, konnte und wollte der gebürtige Mannheimer nicht verraten.

"Ich lasse alles auf mich zukommen", sagte er.

Schaaf kennt die Bundesliga, kennt vor allem die Gesetze im Fußball. "Ich wusste", erinnert er sich, "dass ich mit meinem ersten Vertrag gleichzeitig meine erste Kündigung unterschreibe."

Diese aber blieb ihm während seiner Karriere bislang erspart - wohl auch, weil er (fast) immer Erfolge vorzuweisen hatte.

Jüngster Werder-Debütant

Bis heute ist er in der Geschichte der Grün-Weißen mit 17 Jahren der jüngste Bundesliga-Debütant.

Als Spieler gewann er mit Werder unter anderem zweimal die Meisterschaft und einmal den Europapokal der Pokalsieger, als Trainer führte er die Hanseaten ebenfalls zur Meisterschaft und drei Pokalsiegen.

"Wenn es bei Werder etwas zu feiern gab, dann war auch immer für alles gesorgt", sagte Schaaf, der sowohl die Triumphe auf als auch neben dem Platz genoss: "Beides ist auf seine Art besonders."

Schaaf für lockeren Umgang mit Spielern

Eine Wohlfühl-Oase, stellte Schaaf rückblickend aber klar, war der SVW vor allem als Spieler nicht immer.

"Wenn du als junger Bursche den Mund aufgemacht hast, wurdest du zusammengestaucht", sagte Schaaf.

Heute ist ihm als Trainer der korrekte Umgang mit seinen Spielern extrem wichtig.

Als eine kühle und knorrige Person will er daher nicht hingestellt werden.

"Meine Tür ist immer offen. Wenn dich irgendwas bedrückt oder du es vor Freude kaum aushalten kannst, kannst du mich auch umarmen. Diese Nähe muss man auch zulassen", sagte Schaaf dem Radiosender "hr-Info".

Prägende Zeit mit Rehhagel

Als Vorbild dient ihm da wohl in gewisser Weise Trainer-Ikone Otto Rehhagel, für den es "nie junge oder alte, sondern nur gute oder schlechte Spieler gab."

Überhaupt war die Zeit mit Rehhagel für Schaaf sehr prägend.

"Otto war und ist ein toller Trainer. Ich habe 14 Jahre mit ihm zusammengearbeitet - diese Zeit war wohl nicht so schlecht."

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