Der VfB Stuttgart berauscht Armin Veh bei dessen Rückkehr nach Frankfurt. Die Euphorie überdeckt die Schwächen.

Frankfurt - Bei der Rückkehr in sein "Wohnzimmer" fühlte sich Armin Veh wirklich wie zu Hause.

"Das war ein Wahnsinnsspiel", sagte der Trainer des VfB Stuttgart nach dem spektakulären 5:4 (2:1)-Erfolg bei seinem ehemaligen Klub Eintracht Frankfurt: "Das war verrückt, aber das macht unseren Sport aus. Fußball ist einfach geil!"

Welchen Rang das Spektakel vor 49.700 Zuschauern (Bericht) in seiner persönlichen "Hitliste" eingenommen hatte, konnte Veh jedoch nicht genau sagen.

"Das Geschehen auf dem Spielfeld ist ja das eine", verriet der 53-Jährige emotional irgendwie hin- und hergerissen, "die Erinnerungen an die Zeit hier das andere."

Während seiner drei Jahre bei der Eintracht habe Veh "Freundschaften aufgebaut. Das war auch deshalb ein ganz besonderes Spiel. Wenn man dann gewinnt, kann man natürlich mit guter Miene darüber sprechen."

Bis zum Sommer hatte Veh in der Mainmetropole das Kommando gegeben, mit der Eintracht unter anderem Aufstieg und Einzug in die Europa League gefeiert (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Dann aber verließ er den Verein - wegen der "fehlenden Perspektive", wie er seinerzeit erklärte.

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Auch nach dem ersten Auswärtssieg der Saison befinden sich die Schwaben zwar immer noch im Tabellenkeller und die Frankfurter hingegen im Mittelfeld. Veh aber sieht seine Mannschaft auf einem guten Weg. (

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Auch deshalb durften sich seine Schützlinge in Frankfurt nach dem Spiel ein Bier gönnen. "Das nenne ich Gastfreundschaft. Die Hessen sind nicht so knausrig, wie die Schwaben", scherzte Veh - mit einem Strahlen, das man von ihm noch aus besten Frankfurter Zeiten kannte.

"Aber mal im Ernst: Die Mannschaft spielt mittlerweile wirklich besseren Fußball."

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Tatsächlich überzeugte der VfB über weite Strecken. In der Offensive, die Veh zuletzt bemängelt hatte, wirkten die Stuttgarter zielstrebig und selbstbewusst.

Martin Harnik (34./36.) sowie Kapitän Christian Gentner (51./84.) schnürten Doppelpacks, zudem traf der eingewechselte Jungstar Timo Werner (81.).

"Als Spieler", sagte Gentner, sei so eine Partie natürlich "wirklich klasse" und darüber hinaus "in unserer Situation für die Moral überragend."

Der 29-Jährige forderte gleichzeitig aber auch, "dass wir daraus lernen müssen und einen Vorsprung über die Zeit bringen. Manchmal ist es dann besser, wenn ein Spiel langweilig wird."

Nach Gentners zwischenzeitlicher 3:1-Führung nahm das Duell aber erst so richtig Fahrt auf. Die Stuttgarter, bis dahin äußerst dominant, verloren kurzzeitig vollkommen den Faden.

Alexander Madlung (21./65.), Alex Meier (57.) und Stefan Aigner (61.) nutzten das binnen weniger Minuten zur schmeichelhaften Frankfurter Führung - oder, wie Gentner sagte, zu einem "emotionalen Wechselspiel".

Der letztlich glückliche Ausgang stimmte die Stuttgarter aber doch noch glücklich.

"Wenn das Spiel so endet", sagten Gentner und Veh unisono, "kann das ruhig öfters vorkommen. Lieber ein 5:4, als ein 1:0."

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