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Klaas-Jan Huntelaar kritisierte Schalkes Auftreten. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder des 9. Spieltags

Ohne Torchance kassiert Schalke die erste Niederlage unter Roberto Di Matteo. Meyer hadert. Eine Verletzung trübt Bayers Freude.

Leverkusen - Die erste Taktik-Lektion von Roberto Di Matteo bereitete Schalke 04 noch große Probleme, bei Bayer Leverkusen registrierte Roger Schmidt nach dem Harakiri-Fußball der ersten Saisonwochen erfreut den ersten Lerneffekt:

Die Champions-League-Teilnehmer sind mit ihren neuen Trainern auf entgegengesetzten Wegen unterschiedlich weit.

Die Königsblauen bemühten sich beim 0:1 (0:0) so sehr um eine bessere defensive Ordnung, dass sie ihr Offensivspiel völlig vergaßen.

"Wir wollten nach vorne etwas mehr bieten", gab Di Matteo nach seiner ersten Pleite im dritten Spiel zu.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Keine einzige Torchance

Keine einzige Torchance in 94 Minuten, selbst nach dem Freistoß-Traumtor von Hakan Calhanoglu (53.) kaum gelungene Angriffsaktionen, auch nach der Roten Karte für Tin Jedvaj (85.) kein Aufbäumen.

Schalke mauerte sich in die erste Niederlage unter dem Nachfolger von Jens Keller.

"Der Weg nach vorne war zu weit", klagte Torjäger Klaas-Jan Huntelaar, "wir haben zu wenige Chancen herausgespielt, um zu gewinnen."

Bayer verbessert die Defensivarbeit

Während Di Matteo in den ersten Tagen auf Schalke vor allem Wert auf die Abwehrorganisation legte, hatte sein Kollege Schmidt in Leverkusen mit einem Offensivspektakel begonnen.

Nach zwei Monaten mit teilweise vogelwildem Fußball entdeckt Bayer nun die Defensivarbeit. "Wir haben die richtigen Lehren aus dem 3:3 in Stuttgart gezogen", stellte Schmidt zufrieden fest.

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Kaum Platz für Schalker Konter

Schmidts Team hatte längst nicht so hoch verteidigt wie in der Vergangenheit und sein aggressives, laufintensives Pressing deutlich seltener eingesetzt - Schalke hatte kaum Platz zum Kontern.

Der Lohn: Drei Tage nach dem 2:0 in der Champions League gegen Zenit St. Petersburg blieb Bayer zum zweiten Mal ohne Gegentor - nach 14 Gegentreffern in den ersten acht Bundesligapartien. Zudem kehrte Leverkusen in die erweiterte Spitzengruppe zurück.

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Drei Monate Pause für Reinartz

Bayer muss jedoch drei Monate auf Stefan Reinartz verzichten. Der 25 Jahre alte Mittelfeldspieler erlitt einen Bruch der Augenhöhle und wird kommende Woche operiert ().

Der Schalker Marco Höger hatte Reinartz mit seinem Ellenbogen im Gesicht getroffen, sodass der Bayer-Profi bereits in der 25. Minute ausgewechselt und ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Schmidt hatte die Attacke von Höger als grenzwertig bezeichnet. "Ich unterstelle Höger keine Absicht. Aber das war eine sehr krasse Szene, da hätte man sicher auch anders entscheiden können", sagte der Bayer-Coach.

Tin Jedvaj, der für Reinartz eingewechselt worden war, sah in der 85. Minute nach einem brutalen Foul an Jan Kirchhoff die Rote Karte, was für Schmidt unverhältnismäßig war: "Da hätte es in beiden Fällen eine dunkelgelbe Karte getan."

Di Matteo sieht Steigerungspotenzial

Schalkes Chefcoach Di Matteo lobte zwar vier Tage nach dem turbulenten 4:3 gegen Sporting Lissabon, dass "wir kaum Chancen zugelassen haben".

Doch dass sein Team bei der Beton-Taktik überhaupt keine Gefahr vor dem gegnerischen Tor verbreitete, gefiel auch dem 44-Jährigen nicht. "Nach vorne und im Spielaufbau können und müssen wir uns verbessern." (SHOP: Jetzt Fanartikel vom FC Schalke 04 kaufen)

Meyer verwundert über Reservistenrolle

Einer, der für Kreativität in der Offensive hätte sorgen können, saß 88 Minuten auf der Bank: Jungstar Max Meyer.

Der 19-Jährige, bei Keller noch auf der Zehn gesetzt, ist bislang der große Verlierer des Trainerwechsels und könnte zum ersten Problem für Di Matteo werden.

"Ich habe keine Ahnung, warum ich nicht eher reingekommen bin", sagte Meyer, der zum dritten Mal erst in der Schlussphase eingewechselt worden war, sichtlich angefressen, "mit mir hat der Trainer bisher nicht gesprochen. Vielleicht werde ich ihn irgendwann mal fragen."

Sportvorstand Horst Heldt versuchte, den ersten Brandherd sofort zu löschen. "Es ist klar, dass wir Max in Zukunft brauchen", sagte der Schalker Manager, "wir haben einen neuen Trainer, der sich jetzt erstmal ein Bild verschafft."

Heldt sorgt sich um Draxler

Größere Sorgen bereitet Heldt die Formkrise des Weltmeisters Julian Draxler.

"Im Augenblick kann ihm keiner helfen, er muss selbst auf dem Platz die Initiative ergreifen", meinte er über den 21-Jährigen, dem erneut wenig gelang, "vielleicht setzt er sich zu sehr unter Druck."

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