Hans Meyer spricht im Volkswagen Doppelpass über Jürgen Klopp als Krisenmanager. Thomas Eichin erklärt die Dutt-Entlassung.

München - Trainerlegende Hans Meyer, Präsidiumsmitglied von Borussia Mönchengladbach, hat sich im Volkswagen Doppelpass zur sportlichen Führung seines Klubs, zur Krise bei Borussia Dortmund und zur "komplizierten Situation" bei Werder Bremen geäußert.

In einer Live-Schalte nahm zudem Thomas Eichin, Geschäftsführer Sport der Bremer, zur Beurlaubung von Trainer Robin Dutt und zum neuen Cheftrainer Viktor Skripnik Stellung.

SPORT1 hat die Kernaussagen der beiden Protagonisten zusammengefasst:

Hans Meyer...

? über die sportliche Leitung bei Borussia Mönchengladbach:

"Was Lucien Favre und Max Eberl, zusammen verantwortlich für den sportlichen Bereich, in den letzten Jahren geleistet haben, ist über jedes Lob erhaben."

...auf die Frage von SPORT1-Experte Thomas Helmer, welchen Anteil er (Hans Meyer) zum Erfolg beigetragen habe:

"Du kannst davon ausgehen, dass ein Mitglied im Präsidium mit der unmittelbaren Tagesarbeit, also auch mit den Erfolgen, nichts zu tun hat. Und Du kannst ruhig davon ausgehen, dass ich das aber auch sage, wenn es mal schlecht laufen sollte (lacht)."

? die Bundesliga-Krise bei Borussia Dortmund:

"Das Allerschlimmste ist, dass da auch mal der eine oder andere Zweifel aufkommt, an dem, was der Trainer macht und tut. Vorher hingen sie immer an Jürgen Klopps Lippen. Solche beschissenen Situationen wie sie Klopp jetzt erlebt, habe ich in meinen 40 Jahren als Trainer viel mehr mitgemacht. Das hat damit zu tun, dass ich nicht ein deutlich schlechterer Trainer war, sondern dass meine Truppen ganz einfach schwächer waren (lacht)."

? über die Transfergerüchte um Marco Reus:

"Auf diese Spieler können wir verzichten (lacht). Wir nehmen es den Bayern nicht übel, wenn sie Klasse-Spieler verpflichten und andere Teams dadurch schwächen. Dieses System gibt es ja nicht nur von Bayern zu Dortmund. Wir in Gladbach haben Reus hergegeben ? das hat uns fürchterlich weh getan und das hat unseren Fans weh getan. Und wir haben ein Jahr später Max Kruse geholt, da haben wir Freiburg sehr weh getan. Wenn wir hier alle zufrieden sitzen wollen, müssen wir das System ändern ?"

? über die Situation bei Werder Bremen:

"Die jetzige Gesamtsituation bei Werder ist durch jahrzehntelange fantastische Arbeit entstanden. Werder hätte jahrelang in die engere Wahl kommen müssen als Mannschaft des Jahres, weil sie immer mit relativ überschaubaren Mitteln fantastisch gearbeitet haben. Dann ist irgendwann eine Situation entstanden, in der sie über ihre Verhältnisse gelebt haben. Das geht los mit Gehältern von Spielern oder mit Spielern, die über ihrem Zenit waren ? Ich möchte, obwohl ich ja oft als Feuerwehrmann gegolten habe, bei Bremen im Moment weder in der Position von Marco Bode sein, noch Thomas Eichin, noch Viktor Skripnik. Das ist ganz kompliziert."

Thomas Eichin über...

? über die Beurlaubung von Trainer Robin Dutt:

"Die Entscheidung ist mir unglaublich schwer gefallen, weil wir ein sehr gutes Verhältnis hatten. Robin Dutt hat in allen Bereichen einen sehr guten Job gemacht, er hat die Mannschaft auch erreicht, aber sie konnte es nicht auf den Platz bringen. Die Mannschaft hatte ein großes mentales Problem, Spiele für sich zu entscheiden. Deshalb wollen wir der Mannschaft jetzt einen neuen Impuls geben. [?] Robin Dutt war sehr gefasst, sehr professionell. Er hat uns alles Gute gewünscht. Ich bin sicher, dass wir weiterhin ein sehr gutes Verhältnis haben werden."

? über die Qualität des Kaders:

"Wir haben keinen Kader, der momentan in anderen Bereichen agieren kann. Aber sicherlich nicht auf dem 18. Tabellenplatz - da haben wir höhere Ansprüche. Dazu ist die Mannschaft auch in der Lage!"

? über den neuen Cheftrainer Viktor Skripnik:

"Wir gehen mit ihm einen konsequenten Schritt unserer Philosophie. Wir haben einen alternativlosen Plan, Spieler einzubauen aus dem Nachwuchsbereich. Viktor Skripnik ist schon lange im Verein, er hat alle Jugendstationen durchlaufen. Wir wollten hier bei Werder immer schon einen Trainer für solche Fälle entwickeln. Er ist ein Trainer, von dem wir sehr viel halten. Jetzt hat er die Möglichkeit zu zeigen, was er drauf hat. Es gab eine komplette Einstimmigkeit in den Gremien. Das ist der Weg, mit dem wir uns alle am wohlsten fühlen. Der Weg, der zu Werder Bremen passt. Viktor Skripnik hat bei uns einen längerfristigen Vertrag, er ist keine Interimslösung und auch keine Lösung auf Zeit."

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