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Ehrung für besondere Courage: Jerome Boateng (2. v. l.) ehrt Schüler für Kampf gegen Rassismus (twitter.com/Maramesch)

Für Jerome Boateng war die Nacht vom Dienstag auf den Mittwoch sehr kurz.

Am Morgen nach dem 1:0-Sieg des FC Bayern München im Geisterspiel bei ZSKA Moskau in der Champions League war der Weltmeister schon wieder ganz früh auf den Beinen und für die gute Sache unterwegs.

Das Spiel in Moskau war wegen rassistischer Ausfälle einiger russischer Fans vor leeren Rängen ausgetragen worden, am Mittwochmorgen trat Boateng selbst für den Kampf gegen Rassismus ein.

Wenige Stunden nach der Landung in München war Boateng schon wieder auf den Beinen und wurde im nahe gelegenen Fürstenfeldbruck begeistert gefeiert.

Boateng war gekommen, um der Ferdinand-von-Miller-Realschule den Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" zu verleihen.

Im Gegenzug überreichten die Schüler dem Bayern-Star einen Scheck für Das Projekt "Living an dream" der Unesco-Kinderhilfe. Als Pate unterstützt Boateng Kinder in Brasilien.

In Fürstenfeldbruck herrschte am Mittwochmorgen Volksfeststimmung. Auf dem Gelände des örtlichen Sportclubs warteten um die 1000 Schüler auf den Weltmeister. Eine Kapelle spielte, es gab Würstchen- und Kuchenstände.

Als Boateng endlich kam, wurde er empfangen wie ein Popstar.

"Ich bin stolz, dass ich hier sein darf", sagte der Bayern-Profi und betonte, im Kampf gegen Rassismus müssten alle an einem Strang ziehen: "Ich kann meinen Beitrag leisten, aber alle müssen mitmachen."

Er wisse "aus eigener Erfahrung", wie schwer der Kampf gegen den Rassismus ist, berichtete Boateng.

Es sei richtig, Strafen wegen rassistischer Ausschreitungen im Fußball zu verhängen, erklärte er und zeigte Verständnis für die Maßnahme der UEFA, das Spiel in Moskau unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen zu lassen.

"Es ist schade, dass es uns erwischt hat. Aber ich hoffe, dass die Beteiligten merken, dass Rassismus nichts auf dem Feld oder sonst in der Welt zu tun hat", sagte der 26-Jährige.

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