München - Einen Tag ist das Trainerbeben auf Schalke nun her, Jens Keller wurde am Dienstagmorgen entlassen, Nachfolger Roberto Di Matteo nur wenig später als dessen Nachfolger präsentiert.

Der in Schaffhausen in der Schweiz geborene Italiener erhält einen Vertrag bis 2017. Ob der 44-Jährige diesen aber auch erfüllen kann, wird vor allem in seiner Schweizer Heimat sehr eher bezweifelt.

"Ein Rauswurf auf Schalke ist kein Makel, sondern die Regel", schreibt die "Neue Züricher Zeitung".

Es treffe jeden, schreibt das Blatt und führt Jahrhundertrainer Huub Stevens als Beispiel an. Immerhin müsse sich Di Matteo nicht umgewöhnen, so die "NZZ", und spielt auf Di Matteos Zeit bei Chelsea an, denn "er weiss, wie es um Vereine bestellt ist, in denen es mit der Loyalität des Arbeitgebers nicht weit her ist."

In England ist vor allem das Schalker Spiel gegen Chelsea in der Champions League am 25. November ein großes Thema.

SPORT1 gibt einen Überblick über die Reaktionen auf Di Matteos Verpflichtung in der Schweiz und England.

Schweiz:

"Neue Züricher Zeitung": "Realismus hat auf Schalke noch nie geschadet. Und in gewisser Weise ist Schalke ja ein Mini-Chelsea. Es gibt russische Geldgeber, es gibt Laien an der Spitze des Vereins, es gibt ein Kader, dem Söldner-Mentalität attestiert wird und das wie aus dem Antiquariat der Fussballgeschichte spielt. [?] Das dürfte auch so bleiben. Denn Di Matteo ist das Gegenteil von dem, was gerade in der Bundesliga (und nicht nur dort) en vogue ist: Trainer, die für die Integration des eigenen Nachwuchses stehen; Coachs, die das Offensivspiel pflegen; Trainer, die für den Anhang einmal zu einer Identifikationsfigur werden sollen. Nicht nur für Letztgenanntes würde es Zeit brauchen. Und die hat im FC Schalke 04 in all den Jahren niemand bekommen."

"20 Minuten": "Nun erwartet den 44-Jährigen bei den Königsblauen ein gutes Stück Arbeit. Der Traditionsverein strebt sowohl in der heimischen Bundesliga als auch international nach höheren Weihen, hinkt aber aktuell den eigenen Ansprüchen weit hinterher. Von Di Matteo werden mit Sicherheit sofort Resultate erwartet. Viel Zeit, sich zu etablieren, wird ihm kaum gewährt. [?] Mit der Verpflichtung Di Matteos soll im nervösen Schalker Umfeld endlich die nötige Ruhe einkehren. Anders als sein Vorgänger Keller ist der Italo-Schweizer im Trainer-Business ein grosser Name, obschon er nach einer eindrucksvollen Karriere als Spieler bislang lediglich knapp neun Monate auf europäischem Topniveau gecoacht hat."

"Schaffhauser Nachrichten": "Schalke hat lange um Di Matteo gebuhlt ? und ihn nun verpflichtet"

England:

"Daily Mail": "Roberto Di Matteo ist bei Chelsea eine Legende. Er hat den FA-Cup und die Champions League gewonnen. Jetzt können die Blues-Fans ihre Dankbarkeit zeigen, wenn der neue Schalke-Trainer auf seinen alten Klub trifft."

"The Sun": "Schalke rollt Rob den roten Teppich aus. Roberto Di Matteo steht vor einem emotionalen Wiedersehen mit Chelsea."

"The Independent": "Di Matteo vor Wiedersehen mit Chelsea, nachdem der frühere Blues-Trainer bei Schalke über nimmt. Chelsea trifft in der Gruppephase auf Schalke und wird es mit dem Mann zu tun bekommen, der sie 2012 zum Erfolg geführt hat."

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