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Juan Bernat (r.) wechselte im Sommer vom FC Valencia zum FC Bayern

Vom FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

München - Im Umgang mit Schreckensbotschaften hat Pep Guardiola in dieser Saison schon eine traurige Routine. Erst im August der Kreuzbandriss bei Javier Martinez, dann die beiden langwierigen Verletzungen von Holger Badstuber und Thiago. Und jetzt David Alaba.

Der Österreicher fällt nach dem 2:0-Sieg über den AS Rom (Spielbericht) mit einem Teilriss des Innenbandes und einer Innenmeniskus-Verletzung im rechten Knie bis zu drei Monate aus.

"Das ist eine schlechte Nachricht. David ist sehr wichtig für uns. Wir verlieren einen überragenden Fußballer", reagierte Guardiola mit erkennbarem Frust.

Der Trainer des FC Bayern muss nun vor dem Spiel bei Eintracht Frankfurt (Sa., ab 15 Uhr LIVE auf SPORT1.fm und im LIVE-TICKER) sein Team umstellen, einen Ersatz für den vielseitigen Alaba finden und zugleich darüber nachdenken, ob er bei der Dreierkette bleiben will und welche Auswirkungen das auf die Statik der Mannschaft hat.

Bernat in die Dreierkette?

Die einfachste Lösung: Juan Bernat rückt auf Alabas Position links in der Dreierkette (DATENCENTER: Champions League).

Guardiola traut Neuzugang Bernat ohne Weiteres zu, die Linksverteidigerposition zu besetzen. 2012 schulten sie Bernat beim FC Valencia vom Flügelflitzer zum Verteidiger um, reagierten so auf den Wechsel von Jordi Alba zum FC Barcelona.

Seitdem hat der Spanier in Rekordtempo dazu gelernt und sich prompt einen Platz beim FC Bayern erobert - meist im defensiven Mittelfeld allerdings.

"Ich bin selbst überrascht"

"Ich bin selbst überrascht. Ich hätte nie erwartet, in so einer Mannschaft mit solchen großen Namen so oft spielen zu dürfen", sagte der 20-Jährige Anfang dieser Woche.

Er sprach in einer seiner seltenen Pressekonferenzen, begleitet von einem Dolmetscher. "Ich bin eher schüchtern, auch in der Kabine sage ich nicht viel", gab Bernat zu, um zugleich klarzumachen: "Wenn ich auf dem Platz bin, verliere ich die Scheu und gehe aus mir raus."

So sehr, dass er beim Erfolg gegen den AS Rom einer der besten Akteure war, sich SPORT1-Note 2,5 verdiente (

).

Von den Fans gab es für eine seiner starken Defensivaktionen sogar Szenenapplaus.

Tor beim Länderspieldebüt

Dank seines Aufstiegs beim FC Bayern hat Bernat auch schon sein erstes Länderspiel für Spanien absolviert. Er traf prompt. Mitte Oktober beim 4:0 über Luxemburg war das.

Es geht also auch ohne große Worte. Sportvorstand Matthias Sammer gefällt das: "Er spielt so Fußball, wie er redet: kurz, knapp, schnell, prägnant." Zu Guardiolas Fußballmodell passt so einer, der in dieser Saison in 16 Pflichtspielen schon zwei Torvorlagen gegeben hat.

Zehn Millionen Euro überwiesen die Münchner nach Valencia, um sich die Dienste des 1,70 Meter großen Talents zu sichern.

"Er läuft 90 Minuten, 20 Meter vor, dann wieder 30 Meter zurück, immer Vollgas", charakterisiert ihn Guardiola. "Diese Spieler erfreuen mich."

"Ein Fan von Guardiola"

Der Katalane vertraut seinem Schützling und umgekehrt.

"Die Idee von Pep Guardiola hat mir immer gefallen, den Gegner über die Ballkontrolle zu dominieren und nicht zu warten, bis der Gegner angreift. Deswegen bin ich ein Fan von Guardiola", berichtet Bernat.

Stechen zwischen Hojbjerg und Rode

Sollte Guardiola die Dreierkette beibehalten und Bernat nach hinten beordern, könnte es zum Stechen zwischen Hojbjerg und Rode um den frei werdenden Platz im Mittelfeld kommen.

Hojbjerg spielte beim 6:0 gegen Bremen just auf dieser Position. Rode imponiert Guardiola gleichfalls, gegen Rom feierte er sein Champions-League-Debüt, als er für den verletzten Alaba aufs Feld geschickt wurde.

Der Ex-Frankfurter hat sich in München bereits gut eingelebt, genießt die Zusammenarbeit mit Stars wie Xabi Alonso und natürlich Chefstratege Guardiola.

"Er gibt viele Tipps", berichtet Rode im Gespräch mit SPORT1.

Guardiola habe früher schließlich selbst im defensiven Mittelfeld gespielt. "Er erklärt, wie man sich am besten verhält, wie man zum Ball und Gegner steht."

Allerdings gehört auch Hojbjerg zu den jungen Spielern, die vom Trainer sehr geschätzt werden. Das Rennen ist also offen.

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