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München und Nikosia - Borussia Mönchengladbach nimmt vor dem Kracher in Dortmund mit dem Rekordsieg noch mehr Fahrt auf. Dem BVB droht Platz 18.

Von Raphael Weber

Rekord, Platz eins in der Europa League, in der Bundesliga auf Bayern-Jagd - die "Fohlen" von Borussia Mönchengladbach galoppieren nach dem Sieg bei Apollon Limassol mit vollem Tempo auf den Kracher bei Borussia Dortmund zu.

Und während der BVB nach seinem Absturz am Sonntag sogar als Tabellenletzter in das Borussen-Duell gehen könnte, wagen die Gladbacher von Platz drei sogar einen vorsichtigen Blick nach noch weiter oben. 

"Natürlich sind wir in Gladbach alle ehrgeizig", räumte Trainer Lucien Favre vor dem Dortmund-Spiel ein.

Zugleich wird der Schweizer nicht müde, den warnenden Blick nach hinten zu werfen, um die Erwartungen zu bremsen: "Unser Ziel ist, die Mannschaft zu stabilisieren. 2009 und 2011 war Gladbach im Abstiegskampf, fast tot. Wir können nicht innerhalb von drei Jahren ganz oben stehen."

Mit Arbeitssieg zur Bestmarke

Durch den 2:0-Arbeitssieg auf Zypern haben die Gladbacher nicht nur Platz eins in Gruppe A erobert und nehmen Kurs auf die Zwischenrunde, die Borussia blieb auch im 18. Pflichtspiel in dieser Saison ungeschlagen - neuer Vereinsrekord!

"Der Sieg war unheimlich wichtig, wir haben heute ein großen Schritt in Richtung Zwischenrunde gemacht", meinte Patrick Herrmann, der in der Nachspielzeit mit seinem 2:0 alles klar machte. Raffael (55.) hatte die Borussia im Geduldsspiel gegen das defensivstarke Limassol auf Kurs Pflichtsieg gebracht.

Joker Herrmann dachte sogleich wieder an den BVB: "Wir müssen das Spiel schnell abhaken und uns auf die schwere Aufgabe konzentrieren, die uns am Sonntag in Dortmund erwartet."

Flugzeug-Probleme für Gladbach auf Zypern:

Wird die Rekordserie gegen Dortmund ausgebaut?

Nach dem Rekordsieg fährt Gladbach mit viel Selbstbewusstsein zum Bundesligaduell der beiden Borussias. Für Abwehrspieler Toni Jantschke ist die neue Bestmarke "eine schöne Begleiterscheinung, interessiert mich aber nicht wirklich".

Ähnlich äußerte sich auch Sportdirektor Max Eberl zur Ungeschlagen-Serie, schob aber mit einem Augenzwickern und in Anspielung auf den BVB nach: "Ich hätte auch nichts dagegen, wenn es 19, 20 oder 21 Spiele werden."

Dortmund droht Rote Laterne

Die andere Borussia, die aus Dortmund, findet sich vor dem Duell am anderen Ende der Tabelle wieder.

Sogar der letzte Platz droht dem Champions-League-Finalisten von 2013, wenn Werder Bremen am Samstag (ab 18.15 Uhr im LIVE-TICKER und LIVE auf SPORT1.fm) gegen den VfB Stuttgart punktet. (Die PK mit Jürgen Klopp ab 12 Uhr im LIVEBLOG)

Es wäre ein neuer Tiefpunkt für das Team von Jürgen Klopp. Der Coach ist sich dessen bewusst, hofft aber nach dem neuerlichen Mutmacher in der Champions League gegen Galatasaray Istanbul. "Jeder weiß natürlich, was Sonntag ist. Aber du musst auch genießen, wie sich ein Sieg anfühlt, um ihn vielleicht noch ein bisschen mehr haben zu wollen. Scheißmomente hatten wir in letzter Zeit genug."

Endlich die Wende?

Wieder einmal setzen die Dortmunder mit Königsklassen-Selbstvertrauen auf die Wende in der Liga, dass der "Neustart in der Meisterschaft" gelingt, wie Sokratis erklärte.

"Irgendwann müssen wir ja mal punkten", meinte Lukasz Piszczek.

Ob allerdings der erneute Sieg gegen indisponierte Türken dieses Mal Zeichen für die Wende ist, muss sich erst zeigen. Auf Siege in der Champions League ließ Dortmund bisher immer Niederlagen in der Liga folgen - auch nach der 4:0-Gala gegen Gala vor zwei Wochen gab es gegen Hannover ein 0:1.

Der letzte Bundesliga-Sieg des BVB ist schon eine Weile her. Am 13. September 2014 besiegte Dortmund den SC Freiburg mit 3:1. Den Erfolg gegen Gladbach hätte der Meister von 2011 und 2012 also bitter nötig.

Routinier Sebastian Kehl warnt aber zu Recht: "Mit den Gladbachern haben wir am Sonntag einen heißen Gegner vor der Brust."

Zumal die Fohlen im vollen Galopp ins Borussen-Duell preschen.

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