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Tobias Werner trifft zur 1:0-Führung gegen Paderborn. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder des 11. Spieltags

Tobias Werner schießt den FC Augsburg mit seinem ersten Doppelpack zum Sieg gegen den SC Paderborn - gegen seinen besten Kumpel.

Augsburg - Tobias Werner konnte es selbst kaum fassen. "Es ist schon kurios", sagte der Matchwinner des FC Augsburg nach seinem ersten Doppelpack in der Bundesliga, "da hat man 92 Spiele Zeit, doppelt zu treffen - dann kommt der beste Freund um die Ecke, und es klappt."

Der beste Kumpel des 29-Jährigen heißt Lukas Kruse - und der stand beim 3:0 (1:0)-Erfolg (Bericht) des FCA im Tor des SC Paderborn (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

An allen Toren beteiligt

"Wir bleiben Freunde, natürlich", sagte Kruse mit bittersüßer Miene, "wir haben es dem FCA einfach zu leicht gemacht, da macht selbst ein Tobi Werner mal zwei Tore." Und gibt eine Vorlage.

Denn Werner traf nicht nur zwei Mal (7., 47.), sondern bereitete das 3:0 durch Jan-Ingwer Callsen-Bracker (68.) auch noch per Freistoß vor ().

"Schaun mer mal, was ich ihm jetzt um die Ohren haue", kündigte Kruse scherzhaft für die Nacht an, die die Kumpels mit Familien bei Werners zu Hause in Augsburg verbringen wollten.

Werner, mit jetzt 19 Treffern erfolgreichster Profi in Augsburgs Bundesliga-Historie, ahnte Ungemach. Nach seinen Großtaten wollte er "erst mal mit dem Hund raus und die Kinder ins Bett bringen", dann erst "Augenkontakt suchen" mit Kruse.

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Den gab es zwischen den Gegenspielern, die sich in Kruses Augsburger Zeit (Februar 2009 bis Sommer 2010) kennen- und schätzengelernt hatten, schon nach dem Spiel, als der Torwart den Stürmer umarmte und ihm Bauch und Wange tätschelte.

Breitenreiter fehlt Galligkeit

Werner fand seine Treffer irgendwie folgerichtig. Halil Altintops Vorarbeit zum 1:0 sei schließlich ein "Sensationspass" gewesen, und auch die Flanke von Paul Verhaegh vor dem 2:0 "gut".

Es waren zwei der wenigen lichten Momente des FCA, der den mutigen Paderbornern einzig in der Konsequenz vor dem Tor überlegen war.

"Wir haben zum ersten Mal in der Saison die Überzeugung vermissen lassen", sagte SCP-Trainer Andre Breitenreiter, der überdies monierte: "Die Galligkeit hat gefehlt."

Augsburg zieht an Paderborn vorbei

So fuhr Augsburg den vierten Heimsieg ein und zog dank der besseren Tordifferenz am spielstarken Aufsteiger (beide 15 Punkte) vorbei. Trost kam ausgerechnet von Werner.

"Die werden ihren Weg gehen", sagte er. Ohnehin sei die Liga "ausgeglichener als je zuvor", weshalb Augsburg schnell weiter punkten müsse, "um Ruhe zu haben" - vor dem Abstiegskampf.

Das sieht jetzt ganz gut aus - dank Werner. "Die Mannschaft lebt von solchen Typen, wie Tobi einer ist", lobte Trainer Markus Weinzierl den Angreifer.

Paderborn muss durchatmen

Paderborn freut sich indes darauf, in der Länderspielpause durchatmen zu können, wie Moritz Stoppelkamp betonte.

Zumal sich die ohnehin angespannte personelle Lage verschärfte, weil Jens Wemmer mit Adduktorenproblemen raus musste.

"Diese Niederlage wird uns nicht umwerfen", versprach Stoppelkamp dennoch, "in zwei Wochen wird man wieder ein anderes Paderborn sehen." Dann geht es übrigens gegen Borussia Dortmund.

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