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Kevin De Bruyne (l.) lieferte gegen den Hamburger SV seine Vorlagen Nummer acht und neun in dieser Saison. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder des 11. Spieltags
Kevin De Bruyne (l.) lieferte gegen den Hamburger SV seine Vorlagen Nummer acht und neun in dieser Saison

Wolfsburg - Wolfsburgs belgischer Mittelfeldstar glänzt auch gegen den Hamburger SV und schwingt sich zum besten Vorbereiter Europas auf.

Zumindest die Fans haben sich mit der neuen Rolle des VfL Wolfsburg bereits angefreundet.

Auf einem Plakat wurde Trainer Dieter Hecking bereits als "Bayern-Jäger" gefeiert und zumindest der beste Vorbereiter Europas entlockte Geschäftsführer Klaus Allofs dann doch ein paar euphorische Worte.

Nach einer erneut bärenstarken Leistung bezwangen die Wölfe den überforderten Hamburger SV hochverdient mit 2:0 (1:0), feierten den achten Pflichtspielsieg in Serie und befinden sich mit vier Punkten Rückstand weiter auf Schlagdistanz zu Spitzenreiter FC Bayern (DATENCENTER: Ergebnisse und Spielplan).

De Bruyne auf Diegos Spuren

Die Vorarbeit zu den Toren von Ivica Olic (27.) und Aaron Hunt (63.) gab wieder mal der schon seit Wochen überragende Kevin De Bruyne.

Der 23-Jährige hat in dieser Saison nun schon neun Tore eingeleitet, in den großen europäischen Ligen kann da nur Cesc Fabregas vom FC Chelsea mithalten.

In Deutschland kam zuletzt Werder Bremens Diego vor acht Jahren nach elf Spielen auf eine solche Quote.

"Wollten ihn unbedingt haben"

Nachdem De Bruyne nach seinem Wechsel zu den Niedersachsen im Januar noch mit einigen Startschwierigkeiten zu kämpfen hatte und eine eher durchwachsene Rückrunde hinlegte, kommt er nun immer mehr ins Rollen.

Mit herausragender Technik und atemberaubendem Tempo hat sich der Mittelfeldspieler in den vergangenen Wochen zum Taktgeber im Team des Tabellenzweiten aufgeschwungen - für Geschäftsführer Allofs keine Überraschung.

Bei der hohen Ablösesumme für den Belgier, die "nicht so hoch gewesen sei, wie immer geschrieben" (22 Millionen, Anm. d. Red.), habe man "nie geschluckt", sagte der 57-Jährige bei "Sky": "Wir wollten ihn unbedingt haben und sind sehr froh, dass wir ihn bekommen haben."

Olic stapelt tief

Auch Torschütze Hunt war voll des Lobes für den Vorbereiter. "Wenn Kevin ins Laufen kommt, ist es für jeden Gegenspieler schwer, ihn aufzuhalten", sagte der Routinier.

Dies gelte momentan jedoch für den gesamten VfL, meinte Allofs, dem vor allem "die Art und Weise" gefiel, wie seine Mannschaft spielte: "Wenn wir dann noch gut stehen, ist es schwer, gegen uns zu gewinnen."

Trotz der 23 Punkte dürfe man sich allerdings nicht ausruhen, es müsse einfach "immer weitergehen".

Olic fand es ebenfalls noch "zu früh", um den VfL als Bayern-Jäger auszurufen.

VfL im Stile einer Spitzenmannschaft

Immerhin schienen die Kräfte nur drei Tage nach dem 5:1 gegen den FK Krasnodar in der zweiten Hälfte ziemlich schnell zu schwinden.

Doch die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking verteidigte letztlich sehr clever - und legte im richtigen Moment das zweite Tor nach.

"Ich bin sehr zufrieden. Wenn man drei Tage nach einem richtig schweren Europacup-Spiel den HSV bis auf eine ganz kurze Phase klar beherrscht, dann ist das schon gut. Wir waren megapräsent, haben unsere Linie fast 90 Minuten durchgezogen", sagte der Chefcoach und schob nach: "Jetzt gilt es, die Akkus mal ein bisschen aufzuladen."

Redebedarf beim HSV

Während Wolfsburg in der Liga auf Platz zwei steht und auch in DFB-Pokal und Europa League noch im Rennen ist, sind die Sorgen der abstiegsbedrohten Hamburger nach der sechsten Saisonniederlage wieder größer geworden.

"Wir wollten auftreten wie in der letzten Woche. Das ist uns leider nicht gelungen", meinte Rechtsverteidiger Dennis Diekmeier und sprach von den beiden "blöden Toren", über die man "intern reden" müsse.

Platz 17, hinten wacklig und vorne mit nur vier Toren in elf Spielen erschreckend harmlos: Auf HSV-Trainer Joe Zinnbauer wartet in der Länderspielpause viel Arbeit.

Zinnbauer schon wieder im Derby-Modus

Der 44-Jährige hielt sich mit der Niederlage daher auch gar nicht lange auf und richtete den Blick schon wieder auf das Nordderby gegen Werder Bremen.

"Wir haben heute einen Gegner gehabt, der einfach besser war. Wolfsburg hat verdient 2:0 gewonnen. Jetzt haben wir 14 Tage, um uns auf Werder vorzubereiten. Das ist ein Gegner, der sich auf Augenhöhe mit uns befindet."

In der Tat - denn in der Tabelle trennt die angeschlagenen Traditionsklubs aktuell nur ein einziger Punkt.

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