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Karim Bellarabi, der FC Bayern München und Aufsteiger SC Paderborn überzeugten in der bisherigen Bundesliga-Saison
Karim Bellarabi, der FC Bayern München und Aufsteiger SC Paderborn überzeugten in der bisherigen Bundesliga-Saison

München - Der FC Bayern gibt dem WM-Kater keine Chance, die Aufsteiger überraschen und ein Leverkusener trumpft auf. SPORT1 präsentiert die Tops der bisherigen Bundesliga-Saison.

Von Jonas Austermann

Die Bundesliga hat Fahrt aufgenommen und erste Tendenzen zeichnen sich ab. Die ersten Gewinner der laufenden Spielzeit sind bereits auszumachen.

Den FC Bayern hat der WM-Kater nie erwischt, selbst die Verletzungsmisere wirft den Rekordmeister nicht um. Die Aufsteiger präsentieren sich überraschend gut, Senkrechtstarter Karim Bellarabi macht erst in der Nationalmannschaft Halt.

SPORT1 nimmt nach den heißesten Themen (BERICHT: Diese Aufreger halten die Liga in Atem) und Enttäuschungen (BERICHT: Pannen, Patzer und Krisen) im dritten Teil des Bundesliga-Checks die Tops ins Visier.

Von WM-Kater keine Spur

Vor der Saison prophezeiten viele dem FC Bayern ein schweres Jahr. Die Nachwirkungen der Weltmeisterschaften würden den Klub bis zur Winterpause beschäftigten, hieß es. Sogar Trainer Pep Guardiola äußerte diese Sorge.

Pustekuchen!

Der Rekordmeister dominiert die Liga in gewohnter Manier. Nach elf Spieltagen ist das Team von Pep Guardiola ungeschlagen und liegt vier Punkte vor der Konkurrenz.

Leistungsträger verletzen sich langfristig, doch die Breite des Kaders besticht. Xabi Alonso dirigiert das Spiel vom ersten Tag an, Mario Götze kommt endlich in Fahrt.

Jerome Boateng gilt nach 50 Bundesliga-Spielen ohne Niederlage mittlerweile als "Mr. Unschlagbar". Aktuell schockt die Verletzung von Philipp Lahm die Bayern (Bericht: Die Folgen des Lahm-Schocks). Es bleibt zu vermuten, dass auch das die Münchener nicht umwirft.

Gisdol schließt die Schießbude

70 Gegentreffer kassierte die TSG 1899 Hoffenheim in der vergangenen Spielzeit und stellte die zweitschlechteste Defensive der Liga.

Trainer Markus Gisdol hat die als Schießbude geltende Defensive mit sinnvollen Verstärkungen und akribischer Arbeit gefestigt. Die Offensive leidet darunter kaum.

Bis zum 9. Spieltag muss Torwart Oliver Baumann nur sieben Tore hinnehmen, hält vier Mal den Kasten sauber. Erst in den letzten beiden Partien knüpft Hoffenheim an das Muster alter Zeiten an und lässt sieben Treffer zu.

Die TSG blickt nach etwa einem Drittel der Saison vorsichtig Richtung Europa.

Blitzschneller Durchstarter

Karim Bellarabi scheint den Durchbruch geschafft zu haben. Nach seiner Rückkehr von Eintracht Braunschweig zu Bayer Leverkusen startet der pfeilschnelle Außenspieler durch.

Der 24-Jährige reift sofort zum Leistungsträger, trifft am ersten Spieltag gegen Borussia Dortmund schon nach neun Sekunden und knackt den Bundesliga-Rekord.

Er schafft es vier Mal in die SPORT1-Tops des Spieltags bei SPORT1. Belohnt wird Bellarabi mit dem Debüt in der deutschen Nationalmannschaft.

Auch Vereinskollege Hakan Calhanoglu erweist sich für den Werksklub als Glücksgriff. Der Türke avanciert ohne Anlaufzeit zum Regisseur bei Bayer 04.

Märchen in Ostwestfalen

Aufsteiger SC Paderborn wird keine adäquate Rolle in der Bundesliga zugetraut. Greuther Fürth und Eintracht Braunschweig dienen als warnende Beispiele der Vergangenheit.

Doch der Überraschungs-Aufsteiger schreibt trotz widriger Bedingungen einfach weiter an der märchenhaften Geschichte der letzten Jahre.

"Hier laufen Kinder auf den Platz, hier fahren Fahrräder und Hunde pinkeln in die Ecke", sagt Andre Breitenreiter über den Trainingsplatz.

Paderborn reist sogar als Tabellenführer zum FC Bayern. Dort setzt es am 4.Spieltag die erste Niederlage.

Nach elf Spielen steht der Klub im sicheren Mittelfeld - und das mit einem Team aus Ausgemusterten, die an der Pader teilweise ihre letzte Chance nutzen.

Sachliche Kölner

Auch der zweite Aufsteiger erweist sich schnell als unangenehmer Gegner. Der 1. FC Köln bleibt mit Keeper Timo Horn vier Spieltage lang ohne Gegentreffer und stellt damit einen Rekord auf.

Ansehnlich sind die Spiele der Kölner nicht immer, doch Trainer Peter Stöger weiß um die Prioritäten: Den Abstieg will der Österreicher vermeiden. Eben diese Nüchternheit hebt ihn von seinen Vorgängern ab.

In der Fremde mausert sich der Klub zur auswärtsstärksten Mannschaft, siegt unter anderem in Hoffenheim mit 4:3.

Kruse bringt den Aufschwung

Borussia Mönchengladbach startet mäßig. Am 3. Spieltag kehrt Max Kruse zurück und verpasst dem FC Schalke 04 mit seinen Offensivpartner eine 4:1-Klatsche.

Von da an läuft es rund bei der Borussia. Lucien Favre übersteht mit seiner Elf 17 Spiele ohne Niederlage und bricht den Rekord von Trainerlegende Hennes Weisweiler.

Die Doppelbelastung macht den Fohlen wenig aus, da im Sommer klug investiert wurde. In der Europa League visiert Gladbach das Weiterkommen an, in der Bundesliga liegt die Borussia auf dem dritten Platz.

Okazaki beendet Mainzer Fehlstart

Die Angst vor dem Fehlstart geht in Mainz schnell um. Nach dem Aus in der Europa-League-Qualifkation fliegt der FSV auch in der ersten Pokalrunde raus. Von einigen Experten wird der neue Trainer Kasper Hjulmand schon angezählt.

Der Klub reagiert und verpflichtet unter anderem Jonas Hofmann und Philipp Wollscheid. Für den Umschwung sorgt vor allem ein alter Bekannter.

Shinji Okazaki schießt Mainz mit sechs Toren in zehn Partien aus der Krise und schafft drei Mal den Sprung in die Spieltags-Tops von SPORT1.

Wolfsburg weckt Erinnerungen

Fünf Jahre liegt der größte Erfolg der Wolfsburger Vereinsgeschichte mittlerweile zurück. Felix Magath führte den VfL damals zur deutschen Meisterschaft.

In dieser Spielzeit schickt sich der Klub aus der Autostadt erneut an, ganz vorne mitzumischen. Trainer Dieter Hecking und Manager Klaus Allofs verstärkten den Kader im Sommer gezielt.

Nach elf Spielen ist der VfL Wolfsburg erster Verfolger des FC Bayern und hat in Kevin De Bruyne seinen herausragenden Spieler. Der Belgier legt in der Liga bereits neun Treffer auf.

Trainerwechsel zahlt sich aus

Ein Trainerwechsel ist mitunter der Schnellschuss der Verantwortlichen, wenn es sportlich nicht läuft. Nicht immer sorgt die Demission für den Umschwung.

Anders bei Werder Bremen. Thomas Eichin zieht Ende Oktober die Konsequenzen aus der Talfahrt und setzt Robin Dutt vor die Tür.

Sein Nachfolger bei Werder wird Viktor Skripnik. Der Ukrainer haucht der Mannschaft neues Leben ein und gewinnt in der Folge alle drei Spiele.

Die Hoffnung auf den Klassenerhalt nährt Skripnik damit.

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