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Christoph Kramer, Lars Bender oder Ander Herrera - kommt einer von ihnen als Ersatz für Philipp Lahm zum FC Bayern

München - Philipp Lahm fällt lange aus, der FC Bayern muss im Mittelfeld umplanen. Bringt der Wintertransfermarkt Hilfe? Ein Kronjuwel aus Manchester könnte passen. SPORT1 analysiert.

Es wäre ein Coup. Sportvorstand Matthias Sammer würde sich in Schale werfen und im Januar die Tür im Medienzentrum an der Säbener Straße öffnen und heraus käme der Neuzugang, der dem FC Bayern sofort helfen könnte.

Als Spezialist im defensiven Mittelfeld. Als Passmaschine, als unermüdlicher Arbeiter. Als einer jener intelligenten Spieler, die Pep Guardiola so liebt.

Der "intelligenteste Spieler", den er nach eigenen Worten je hatte, ist ja verletzt.

Zweieinhalb Monate mindestens. Und womöglich fehlt Philipp Lahm sogar noch länger, wie manch einer nach dem Bruch im Sprunggelenk unkt.

(Mehr zum Thema Philipp Lahm und FC Bayern, Mi., ab 18.30 Uhr in Bundesliga Aktuell)

Sorgen um Lahm

Auch ARD-Experte Mehmet Scholl, gemeinhin in Bayern-Kreisen gut informiert, befürchtet, dass der 31-Jährige einen "langen und beschwerlichen Weg" bis zur Rückkehr vor sich habe.

Natürlich könnten die Münchner die Lahm-Lücke mit einer internen Option schließen. Etwa auf ein 4-1-4-1-System umstellen, Xabi Alonso wäre dann der einzige defensive Mittelfeldspieler.

Interne Lösung mit Risiko

Doch Guardiola hängt an der Dreierkette. Sie macht die Bayern noch variabler, ermöglichte bereits magische Nächte wie beim 7:1-Sieg in der Champions League in Rom. Eine zusätzliche defensive Absicherung im Mittelfeld ist dabei Gold wert. Sebastian Rode oder Pierre-Emile Höjbjerg könnten die Aufgaben als zusätzliche Staubsauger übernehmen.

Und ein gewisser Bastian Schweinsteiger steht nach seiner Patellasehnenentzündung kurz vor dem Comeback. Das Risiko: Keiner kann vorhersagen, ob Schweinsteigers Rückkehr "pfeilgrad" verläuft, wie man in Bayern sagt.

Zudem könnte eine längere Sperre oder eine Verletzung eines weiteren Spielers alle weitere Planungen zunichtemachen.

Plan B für die Champions League

Dabei brennt Guardiola - wie der gesamte Klub darauf - es in einem möglichen Champions-League-Halbfinale besser zu machen als im Frühjahr, als man 0:4 gegen Real Madrid unterging.

Also doch Plan B. Doch welcher Spieler käme in Frage?

Gut möglich, dass der FC Bayern die Kontakte des neuen Technischen Direktors Michael Reschke nutzt.

Der ist auch international bestens vernetzt, könnte womöglich bei Manchester United fündig werden. Die Red Devils sind in dieser Saison international nicht dabei, ein United-Spieler wäre also für die Champions League spielberechtigt.

Herrera könnte passen

Ein Juwel in Manchester heißt Ander Herrera. Er würde perfekt in Guardiolas Schema passen: Der 25-Jährige aus Bilbao spielt im defensiven Mittelfeld, dürfte optimal mit seinem Landsmann Xabi Alonso harmonieren.

Herreras Vertrag läuft noch bis 2018, der Marktwert wird auf zirka 27 Millionen Euro beziffert. Eine Option wäre, den Herrera-Deal mit Xherdan Shaqiri zu verrechnen, der Schweizer ist abwanderungswillig und United-Coach Louis van Gaal hat ein Auge auf ihn geworfen.

Die Bayern sollen angeblich bereit sein, Shaqiri im Winter für 20 Millionen Euro gehen zu lassen.

Spanier spekulieren über Montoya

Aus Spanien wird derweil als Lahm-Ersatz ein anderer Kandidat ins Rennen geschickt: Laut "Mundo Deportivo" ist Martin Montoya vom FC Barcelona eine Option.

Pep Guardiola kennt den Defensivspezialisten aus gemeinsamen Tagen in Barcelona, der 23-Jährige ist zwar gelernter Rechtsverteidiger, eine Umschulung fürs Mittelfeld wäre aber durchaus vorstellbar. Für die Champions League wäre er einsetzbar, da er in dieser Saison noch keine Partie in der Königsklasse bestriten hat.

Was ist mit Khedira?

Ein Name, der in München immer wieder gehandelt wird, ist Sami Khedira. Er war schon im Sommer in München Gesprächsthema, soll aber auf Guardiolas Liste nicht ganz oben stehen.

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Immerhin läuft sein Vertrag in Madrid aus, die Ablöse, die im Winter an Real zu zahlen wäre, wäre nicht astronomisch. Der deutsche Nationalspieler hat allerdings in dieser Saison bereits in der Champions League gespielt, er wäre somit in der Königsklasse für den FCB nicht verwendbar.

Gleiches gilt für andere mögliche Kandidaten wie Leverkusens Lars Bender. Oder Christoph Kramer, der mit Gladbach bereits in der Europa League spielte.

Auf den Sechserfluch zu reagieren, wird für die Münchner Bosse keine einfache Aufgabe.

Dabei hat der Klub zig Namen, die jedes Mittelfeld der Welt schmücken würden: Thiago Alcantara, Javier Martinez, David Alaba und natürlich Philipp Lahm. Doch allesamt sind verletzt.

Kramer für die Bundesliga

"We kill our players", hatte Guardiola vor einer Weile angesichts des Hammerprogramms nach der WM gesagt.

Eine Lösung könnte sein, auf eine Zweiteilung zu setzen.

Sprich: Kramer spielt in der Bundesliga, in den Champions-League-Partien kommt dann die Stunde von Bastian Schweinsteiger. Eine Lösung, die zugleich dem FC Bayern eines der größten Talente des deutschen Fußballs sichern würde.

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