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SPORT1-Redakteur Mathias Frohnapfel (l.) trifft Bayern-Profi Sebastian Rode

München - Nach dem Ausfall von Philipp Lahm ist Sebastian Rode Kandidat für Bayerns Mittelfeld. Bei SPORT1 spricht er über seine Chancen.

1899 Hoffenheim heißt der erste Prüfstein.

Die Partie am Samstag (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER und LIVE auf SPORT1.fm) ist die erste Aufgabe, die der FC Bayern München nach der schweren Verletzung von Kapitän Philipp Lahm lösen muss.

Und den Job von Philipp Lahm im defensiven Mittelfeld wird womöglich Sebastian Rode übernehmen.

Auch Pierre-Emile Höjbjerg wird als Kandidat gehandelt - eine 4-1-4-1-Variante allein mit Xabi Alonso in der Mittelfeldzentrale ebenso.

Rode fühlt sich auf jeden Fall für einen Einsatz perfekt vorbereitet, im Training hat er in der Länderspielpause mehr als ein "Bravo Seb" von Trainer Pep Guardiola gehört.

Der 24-Jährige fühlt sich in München immer wohler, seit seinem Wechsel von Eintracht Frankfurt zum Rekordmeister versucht er im Eiltempo hinzuzulernen.

Im SPORT1-Interview schildert Rode seinen Start beim FCB und beschreibt die besonderen Anforderungen Pep Guardiolas.

SPORT1: Herr Rode, neuer Verein, neue Stadt und Ihre Freundin Johanna ist gerade zum Auslandssemester in Stockholm. Da muss man(n) sich selbst organisieren, oder?

Sebastian Rode: Ja und das klappt auch, die Wäsche muss ich jetzt selbst machen, das hat in Darmstadt mehr meine Freundin gemacht. Aber es funktioniert, es ist noch nichts eingegangen oder pink raus gekommen (schmunzelt).

SPORT1: Wie haben Sie sich als gebürtiger Hesse in München eingelebt?

Rode: Gut. Ich wohne in der Stadt in der Nähe des Englischen Gartens und fahre auch gerne mal mit dem Rad. Ich hatte schon Besuch von zu Hause, habe mir den Olympiapark angeschaut und war in der Vorbereitung schon am Starnberger See und Tegernsee und übrigens auch im Deutschen Museum.

SPORT1: Stimmt es denn, dass Sie als Kind BVB-Fan waren?

Rode: Ja, ich bin 1990 geboren, mit vier habe ich angefangen Fußball zu spielen, dann kamen die Zeiten von Dortmund mit Ottmar Hitzfeld als Trainer und vielen super Spielern wie Tomas Rosicky.

SPORT1: Ein früherer BVB-Fan beim FC Bayern: Gab es schon mal Spott im Mannschaftskreis?

Rode: Nein, zum Glück nicht.

SPORT1: Pep Guardiola hat Sie vor kurzem als seinen Lieblingsspieler bezeichnet. Was sagen Sie zu dem Kompliment?

Rode: Es freut mich ungemein so etwas zu hören, das macht mich auch stolz.

SPORT1: Der Trainer hat sein Lob so begründet: "Er ist immer bereit, klagt nie". Könnte das auch eine Spur Kritik enthalten, dass Sie eventuell zu leise sind?

Rode: Nein, ich bin ein Teamplayer, stelle mich in den Dienst der Mannschaft. Dass ich gerne die eine oder andere Einsatzminute mehr hätte, ist doch klar. Mir hilft es aber nichts, dass nach außen zu tragen. Ich muss einfach noch ein bisschen was dazulernen.

SPORT1: Was genau?

Rode: Ich muss ruhiger mit dem Ball sein. Ich bin auf einem guten Weg, aber bei einer Weltklasse-Mannschaft muss ich auch Geduld haben.

SPORT1: Was macht Ihnen Mut weiter voranzukommen?

Rode: Immer wenn ich gespielt habe, habe ich meine Aufgabe anständig gelöst. Das merkt man auch, wenn die Mitspieler kommen und sagen: Gut gemacht. Das würden sie nicht machen, wenn es anders wäre.

SPORT1: Sie gehören zu den Kandidaten, die nun für Philipp Lahm im defensiven Mittelfeld spielen könnten. Wie gut fühlen Sie sich auf diese Rolle vorbereitet?

Rode: Ich denke, ich bin sehr gut darauf vorbereitet. Ich habe in meiner bisherigen Zeit alles mitmachen können und konnte mich daher auf der Position schon weiter verbessern. Außerdem spüre ich das Vertrauen von Trainer und Verein, das mir zusätzliche Sicherheit gibt.

SPORT1: Wie sehr wirft denn die schwere Verletzung von Philipp Lahm die Mannschaft im Jahresendspurt zurück?

Rode: Natürlich hat uns die Verletzung von Philipp sehr getroffen und ist für uns ein großer sportlicher Verlust. Philipp ist nicht eins zu eins zu ersetzen, aber wir hatten ja die ganze Zeit schon viele Verletzte und konnten diese sehr gut kompensieren. So hoffen wir natürlich, dass wir seinen Verlust auch weitestgehend auffangen können. Ein Vorteil ist sicher, dass wir bis zu seiner Rückkehr den Fokus fast ausschließlich auf die Bundesliga setzen können.

SPORT1: Sie haben sich gut ins Team eingefunden, die Konkurrenz bleibt. Wäre für Sie daher im Winter auch eine Ausleihe vorstellbar?

Rode: Ich denke ehrlich gesagt nicht darüber nach. Ich gehe mit Bayern München auch in die Rückrunde.

SPORT1: Der FC Bayern verteidigt extrem hoch, bei manchen Aktionen steht der letzte Abwehrspieler weit in des Gegners Hälfte. Ist das auch ein Zeichen für das große Vertrauen, das die Mannschaft in Pep Guardiolas System hat?

Rode: Mit Selbstvertrauen ist es einfacher, der Trainer fordert das ein, auch dass der Innenverteidiger 20 Meter in der gegnerischen Hälfte steht. Das ist unser Spiel, wenn einer nicht richtig mitmacht, hat man als Mannschaft aber ein Problem.

SPORT1: Bisher ist davon nichts zu sehen, in der Bundesliga spielt das Team ebenfalls souverän. Halten Sie es für möglich, eine Saison ohne Niederlage zu überstehen?

Rode: Im Moment sieht es sehr gut aus, es ist aber schwer zu sagen, die Saison ist lang. Wir werden auch mal einen Tag haben, an dem wir schlecht drauf sind, da macht man sich keine Gedanken, unbesiegt zu bleiben. Es ist fast utopisch, im Handball hat es ja mal der THW Kiel geschafft. Das ist sehr, sehr schwer.

SPORT1:Und wie sehen Sie die Chancen in der Champions League weit zu kommen?

Rode: Für Bayern München ist in der Champions League immer mindestens das Halbfinale das Ziel. Und so wie wir uns aktuell präsentieren, sind wir auch ein Favorit auf den Titel.

SPORT1:Zum Champions-League und zum DFB-Pokal-Finale nach Berlin, also?

Rode: Das wäre ein super Ziel.

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