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Marco Reus muss in der 67. Minute vom Feld getragen werden. DIE BILDER ZUM DURCHKLICKEN

Paderborn - Zwei Punkte und vor allem Star Marco Reus verloren. Beim 2:2 im Derby beim SC Paderborn erlebt Borussia Dortmund einen ganz bitteren Tag.

Der Schock über Marco Reus' Verletzung überschattete Borussia Dortmunds enttäuschendes Remis bei Aufsteiger SC Paderborn.

"Mir fällt es schwer, jetzt über Fußball zu reden", sagte ein geschockt wirkender BVB-Trainer Jürgen Klopp in der Pressekonferenz, während Manager Michael Zorc in der Mixed Zone das erste medizinische Bulletin seines Mannschaftsarztes zu Reus verkündete: "Es besteht der Verdacht auf einen Außenbandriss. Auch die Syndesmose soll in Mitleidenschaft gezogen sein." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

In der halben Stunde zuvor war alles gegen den BVB gelaufen, die zwei verschenkten Punkte des 2:2 (2:0) im Westfalenderby (Spielbericht) waren allerdings das kleinere Problem.

"...als wäre eine Katastrophe passiert"

Laut Klopp war das Sprunggelenk "schnell dick geworden" und die Reaktion seines Teams klang nicht so, als ob es eine Entwarnung geben würde: "Alle haben mich angeschaut, als ob eine Katastrophe passiert ist."

Es wäre der nächste Rückschlag für Reus, der zuletzt wegen einer Bänder- und Sehnenzerrung sowie eines Knochenödems im linken Sprunggelenk gefehlt und im Sommer die WM in Brasilien wegen eines Syndesmoserisses verpasst hatte.

Ex-Dortmunder Bakalorz als Übeltäter

Ausgerechnet der Ex-Dortmunder Marvin Bakalorz hatte dem 25-Jährigen die Verletzung durch ein rüdes Einsteigen beschert.

"Ich kenne Marvin schon eine Weile. Es gab immer wieder Situationen, wo es passiert, dass er unkontrolliert grätscht", sagte Klopp, der seinem früheren Spieler schon auf dem Platz eine Standpauke hielt. Absicht schloss der BVB-Trainer aber explizit aus: "Auch wenn das Dummheit pur war, ist er ein Top-Junge."

Entschuldigung beim Ex-Zimmerkollegen

Bakalorz hatte sich da bereits für das harte Einsteigen entschuldigt. "Wir waren damals im Trainingslager zusammen auf dem Zimmer - ich würde Marco Reus niemals gewollt umtreten", sagte der Paderborner bei Sky: "Ich wollte zum Ball gehen, aber ich berühre ihn, das war zu heftig. Es tut mir auf jeden Fall leid."

Aber nicht nur Reus' erneute Verletzung sorgte dafür, dass Klopp bewusst untertreibend von "keinem guten Tag für uns" sprach. Bereits vor der Auswechslung des Nationalspielers Mitte der zweiten Halbzeit hatte der BVB das Spiel nach einer kontrolliert geführten ersten Halbzeit aus der Hand gegeben und den plötzlich mutigen Paderbornern zu wenig Gegenwehr geliefert.

Erwartungen wieder nicht erfüllt

Die Treffer von Pierre-Emerick Aubameyang (12.) und Reus (45.+1. ) spiegelten zwar das Kräfteverhältnis der ersten Halbzeit wider, mehr als eine durchschnittliche Leistung lieferten die Dortmunder dabei aber nicht ab - im Gegensatz zum aufopferungsvoll kämpfenden Gegner, der sich durch Lukas Rupp (60.) und den Ex-Borussen Mahir Saglik (81.) belohnte.

Und auch wenn Klopp nach dem Spiel anerkennend konstatierte, dass er "kein Problem habe, hier remis zu spielen" und dem SCP "Riesenrespekt" zollte - die Erwartungen der Dortmunder nach dem erhofften Ende der Ligakrise gegen Borussia Mönchengladbach (1:0) nach zuvor fünf Niederlagen waren sicher andere gewesen.

Dass die Abseitsentscheidung bei einem Treffer von Kevin Großkreutz zum vermeintlichen 3:1 zumindest umstritten war, sorgte ebenfalls nicht gerade für eine Verbesserung der Laune - weder bei Watzke noch bei Klopp.

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