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Bastian Schweinsteiger feiert mit Maskottchen Bernie sein erstes Bundesliga-Spiel seit Mai. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder des 12. Spieltags

Bastian Schweinsteiger genießt jede Sekunde des Comebacks. SPORT1 schildert er seine Gefühle. Nur Franz Beckenbauer mahnt.

Vom FC Bayern berichten Mathias Frohnapfel, Jonas Austermann und Christian Ortlepp

München - Bastian Schweinsteiger war der erste. Derjenige, der voranschritt auf dem Weg in die Kurve, um nach dem 4:0 über 1899 Hoffenheim den Bayern-Fans Danke zu sagen.

Die hatten ihn bei seinem Comeback beeindruckend gefeiert.

"Fußballgott" donnerte es in der 77. Minute von den Rängen. Und nahezu alle 71.000 Zuschauer im standen auf, um den WM-Helden zu begrüßen.

"Das hat mein Herz sehr berührt, so empfangen zu werden", sagte Schweinsteiger nach Spielende im Gespräch mit SPORT1.

"Jede Trainingseinheit, jede Reha-Einheit hat sich rentiert, ich hoffe, es geht so weiter." 

Vier Monate lagen zwischen dem 22. November und Schweinsteigers letztem Pflichtspieleinsatz, jenem 1:0 im WM-Finale über Argentinien.

Da hatte sich der Urbayer aufgerieben, trotz einer notdürftig geflickten Gesichtsverletzung die kompletten 120 Minuten für Deutschlands Triumph durchgehalten.

Vier Monate lagen zwischen dem 22. November und Schweinsteigers letztem Pflichtspieleinsatz, jenem 1:0 im WM-Finale über Argentinien.

Da hatte sich der Urbayer aufgerieben, trotz einer notdürftig geflickten Gesichtsverletzung die kompletten 120 Minuten für Deutschlands Triumph durchgehalten.

Patellasehne durchkreuzt alle Pläne

Danach sagte sein Körper Stopp. Unmissverständlich.

Nur einmal spielte er noch, ein paar Minuten beim Testspielauftritt des FC Bayern in Oregon. Die Patellasehne entzündete sich, es folgte eine lange Pause.

Die ersten begannen schon ihn abzuschreiben. Er selbst rackerte weiter in der Reha mit Physio Dr. Holger Broich. "Ich habe immer daran geglaubt", erklärte Schweinsteiger jetzt.

Seine Rückkehr kommt zur rechten Zeit, nachdem Kapitän Philipp Lahm wegen seines Bruchs des oberen Sprunggelenks drei Monate ausfällt.

Gegen Hoffenheim spürten die Münchner anfangs Lahms Absenz, besannen sich dann aber auf ihre Mittel und siegten dank Mario Götze, Robert Lewandowski, Arjen Robben und Joker Sebastian Rode deutlich.

Rode dankt Schweinsteiger

Und den letzten Treffer legte just Schweinsteiger auf, reckte danach jubelnd die roten Handschuhe in den Himmel.

"Die Vorbereitung war perfekt genau in den Lauf", meinte Rode nach seinem ersten Bundesligator für den FCB und berichtete:

"Es war ein Gänsehautmoment, als Basti aufs Feld kam. Das hat er sich verdient mit den Auftritten bei der WM, da hat er sich ein bisschen verewigt."

"Der Fußballgott ist wieder da"

Arjen Robben schwärmte ebenfalls von einem besonderen Arbeitstag - dank Schweinsteiger.

"Die Stimmung hat sich schon bei seinem Aufwärmen gesteigert. Der Fußballgott ist wieder da", verkündete er.

Wären da nicht einige Meter weiter die geknickten Hoffenheimer gewesen, die Mixed Zone in der Münchner Arena hätte zur Partyzone erklärt werden können.

Auch Karl-Heinz Rummenigge stand mit wohlwollendem Lächeln vor den Reportern.

Der Münchner Vorstandsboss freute sich über Schweinsteiger Rückkehr, rief aber eine Woche vor der Jahreshauptversammlung in Erinnerung, dass der FC Bayern im Moment acht Verletzte hat.

Neben Lahm fehlen ja Hochkaräter wie Thiago, Holger Badstuber, Javier Martinez, David Alaba, Claudio Pizarro sowie die Ersatzkeeper Pepe Reina und Tom Starke.

"Bei uns lamentiert keiner"

"Wir haben den Vorteil: Bei uns lamentiert keiner", stellte Rummenigge fest.

Die Tabelle hatte er zu dem Zeitpunkt schon genau betrachtet. Nach der Wolfsburger Niederlage auf Schalke thront sein Klub da mit sieben Punkten Vorsprung auf den Zweitplatzierten.

So klangen die Treffer des FC Bayern bei SPORT1.fm:

"Der Spieltag ist in jeder Beziehung pro Bayern München gelaufen", verkündete Rummenigge, ehe er zufrieden Richtung Ausgang schritt.

Bastian Schweinsteiger war in dem Moment schon weitergezogen Richtung Players Lounge in der oberen Etage der Allianz Arena. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Beckenbauer warnt vor "harten Wochen"

Mahnende Worte bekam er an diesem Tag nur von einer Instanz zu hören: Franz Beckenbauer.

"Es stehen noch einige harte Wochen vor ihm, um wieder der Alte zu werden", kommentierte Bayerns Ehrenpräsident bei "Sky".

"Er wird bis zur Winterpause der Mannschaft nicht sehr viel helfen können. Aber in der Rückrunde wird er sicher wieder der Alte sein."

Schon am Dienstag im Champions-League-Spiel bei Manchester City dürfte Schweinsteiger die nächste Chance bekommen, weiter an seiner Verfassung zu arbeiten.

Genau das scheint Pep Guardiolas Plan zu sein. Der Bayern-Trainer räumte ein, dass Schweinsteiger noch "nicht fit für 90 Minuten" sei.

Dem Team könne der Weltmeister aber auf jeden Fall helfen.

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