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Granit Xhaka (r.) spielt seit 2012 in Mönchengladbach. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder des 12. Spieltags

Mönchengladbachs Saison bekommt durch die Heim-Pleite gegen Frankfurt einen Knick. Die Verantwortlichen kritisieren Rotsünder Xhaka.

Mönchengladbach - Für Granit Xhaka begann die Frustbewältigung noch auf dem Platz, sein Trainer Lucien Favre ging mit der ersten Heimniederlage nach über acht Monaten deutlich gelassener um.

"Wir müssen im Kopf haben, dass wir in jedem Spiel ans Limit gehen müssen. Jede Mannschaft hat während einer Saison mal Schwierigkeiten. Jetzt sind wir gerade dran", stellte der Schweizer nach dem überraschenden 1:3 (1:0) von Borussia Mönchengladbach gegen Eintracht Frankfurt fest (BERICHT: Herber Rückschlag für Gladbach).

Diese Ruhe fehlte seinem Landsmann Xhaka zuvor gänzlich.

Erst holte sich der Schweizer Nationalspieler bei seinem Comeback nach vierwöchiger Verletzungspause Gelb, weil er den Ball wegschlug.

Wenige Minuten später grätschte er in der Nachspielzeit Sonny Kittel im Mittelfeld um und flog mit Gelb-Rot vom Platz. 

Xhaka fehlt in Wolfsburg

"Das war leider nicht das erste Mal", ärgerte sich Favre, der nun im Top-Spiel beim VfL Wolfsburg auf den Mittelfeldspieler verzichten muss. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Sportdirektor Max Eberl zeigte ebenfalls wenig Verständnis für die unnötige Aktion des 22-Jährigen, der noch Glück hatte, dass Schiedsrichter Bastian Dankert ihm nicht die Rote Karte zeigte.

"Das war völlig unnötig, aber das weiß er selber", sagte Eberl.

Xhaka gab sich derweil kleinlaut. "In diesem Moment überlegt man nicht lange", sagte der frustrierte Schweizer.

Zweite Pleite in Folge

Xhaka hatte aber nicht nur sein Platzverweis die Laune gründlich verhagelt, auch die zweite Niederlage in Folge nach zuvor 18 Pflichtspielen ohne Pleite drückte die Stimmung.

"Wenn man die anderen Ergebnisse sieht, tut das schon weh", sagte Xhaka, der sich den Leistungsabfall nach der Pause nicht erklären konnte: "Da fehlen mir die Worte."

Favre war da schon einen Schritt weiter.

"Wir hatten eine zu große Lücke zwischen Mittelfeld und Viererkette", sagte er und bemängelte das schwache Defensivverhalten seines Teams:

"Wir haben vergessen, dass wir verteidigen müssen. Uns hat die Geduld gefehlt."

Stranzl schmerzlich vermisst

Besonders der Ausfall des verletzten Abwehrchefs Martin Stranzl machte sich bemerkbar - nicht nur bei den Gegentoren durch Marc Stendera (54.), Alexander Meier (57.) und Takashi Inui (73.).

"Es ist klar, dass Martin wichtig für uns ist", sagte Torhüter Yann Sommer, der mit zahlreichen Paraden weitere Gegentreffer verhinderte, vor dem dritten Tor aber auch patzte.

Eberl über Leistungsloch nicht verwundert

Für Eberl kommt die Situation nach einem bisher fast perfekten Saisonverlauf nicht überraschend.

"Wir sind nicht so vermessen gewesen, dass wir geglaubt haben, dass so etwas nicht passieren kann", sagte Eberl.

Tony Jantschke blickte derweil nach vorne. Am Donnerstag geht es in der Europa League beim FC Villarreal um den vorzeitigen Einzug in die Zwischenrunde, dann wartet das schwere Gastspiel beim Tabellenzweiten in Wolfsburg.

"Es wird sich zeigen, ob die Mannschaft gefestigt ist", meinte Jantschke.

Pure Freude herrschte derweil bei der Eintracht, nach vier Liga-Niederlagen in Serie stoppten die Hessen ihren freien Fall und zeigten eine starke Leistung.

"So ein Spiel muss uns Selbstvertrauen und Bestätigung geben. Ich bin sehr zufrieden - mit dem Ergebnis und der Leistung", sagte Trainer Thomas Schaaf.

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