Nach der Verletzung von Marco Reus müssen die Schiedsrichter künftig bei überharten Fouls ein abschreckendes Exempel statuieren.

Es war eine lange Leidenszeit für Bastian Schweinsteiger.

Fast fünf Monate lang konnte der Bayern-Star seit dem WM-Finale kein Pflichtspiel mehr bestreiten, ehe er beim 4:0 gegen Hoffenheim am Samstag sein gefeiertes Comeback gab.

Für den Weltmeister-Titel hat Schweinsteiger seine Gesundheit aufs Spiel gesetzt.

Die Zwangspause war aber nicht nur auf körperlichen Raubbau, sondern auch auf mangelnden Schutz durch den Endspiel-Schiedsrichter bei den fortlaufenden rüden Attacken der Argentinier zurückzuführen.

Mit einer durchaus berechtigten Roten Karte gegen Mascherano oder Agüero hätte diese Treibjagd auf Schweinsteiger verhindert werden können.

Der offenbar bei den Unparteiischen hinter dieser großzügigen Regelauslegung stehende Intention ist zwar verständlich: Den Spielfluss möglichst wenig zu unterbrechen und die Partie nicht zu extrem durch einen Platzverweis zu beeinflussen.

Doch die Schiedsrichter sind auch verpflichtet, gerade die Spieler besonders zu schützen, die im Fußball den Unterschied ausmachen. Denn auch sonst beeinflusst der Referee ein Spiel und vielleicht sogar den Verlauf der gesamten Karriere.

Am 12. Bundesliga-Spieltag war nicht Schweinsteiger das Opfer, sondern Marco Reus. Paderborns Marvin Bakalorz trat den Dortmunder im Mittelfeld aus dem Spiel, sah aber nur die Gelbe Karte.

Zwar kann man Bakalorz keine Absicht unterstellen, trotzdem hatte sein übles Foul verheerende Folgen: Reus verletzte sich zum dritten Mal seit Juni am Sprunggelenk, sollte sich der Verdacht auf Außenbandriss bestätigen droht die nächste lange Pause.

Zudem bleibt die bange Frage, welche Folgeschäden diese permanenten Verletzungen für Reus auf Dauer haben werden - leistungsfördernd ist der zunehmende Verschleiß sicher nicht.

Deshalb wäre eine Rote Karte bei solchen Attacken speziell gegen Schlüsselspieler zwingend geboten, um ein abschreckendes Exempel zu statuieren.

Denn dann würde sich jeder Gegenspieler gut überlegen, ob er mit einer unnötigen Attacke einen Platzverweis riskiert.

Die Paderborner wurden sogar noch belohnt, denn nach dem Ausfall von Reus gelang ihnen gegen die sichtlich geschockten Dortmunder noch der Ausgleich zum 2:2-Endstand.

Der BVB bleibt also weiter im Tabellenkeller stecken, während der FC Bayern an der Spitze mangels ernsthafter Verfolger einsam seine Kreise zieht.

Vielleicht sähe das Bild anders aus, wenn die Dortmunder nicht so oft auf einen Marco Reus in Topform hätten verzichten müssen. Ein Grund mehr, die Stars besser zu schützen.

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