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Hertha BSC jubelt über den Siegtreffer von Marcel Ndjeng (2. v. l.)
Marcel Ndjeng (2.v. l.) wechselte 2012 vom FC Augsburg zu Hertha BSC.

Köln - Der erste Auswärtssieg der Saison sorgt in Berlin für Erleichterung. Doch es gibt noch viel Arbeit für Herthas Coach Jos Luhukay.

Den von einem Berliner Journalisten vorgeschlagenen Spitznamen "Freistoß-Gott" lehnte Marcel Ndjeng mit Nachdruck ab.

Um die Bedeutung seines Siegtreffers zum 2:1 beim 1. FC Köln wusste der 32 Jahre alte Routinier von Hertha BSC aber sehr wohl: "Das kommt in die Auswahl der wichtigsten Tore meiner Karriere."

Der von Ndjeng getretene und von Kölns Stürmer Anthony Ujah unhaltbar abgefälschte Freistoß in der 86. Minute trudelte vor 49.200 ungläubigen Zuschauern ins Tor von FC-Keeper Timo Horn und bescherte den in der Fremde erneut nicht überzeugenden Berlinern am 12. Spieltag den ersten Auswärtssieg der Saison.

"Ohne Glück keine Erfolge"

"Ohne Glück kann man im Fußball keine Erfolge feiern", sagte Hertha-Coach Jos Luhukay nach dem Spiel, das lange so aussah, als würden sich beide Teams nach Treffern von Berlins Roy Beerens (28.) und Ujah (58.) die Punkte teilen.

"Wir wissen, dass wir ein schweres Restprogramm haben, deswegen ist dieser Sieg sehr wichtig gewesen."

Dabei war das Berliner Glücks-Kontingent eigentlich längst aufgebraucht. Nach dem Ausgleich hatte Ujah die Chance zur Führung, doch der Nigerianer hämmerte eine Flanke von Kapitän Miso Brecko aus kurzer Distanz an den Querbalken (63.), wenig später vergab Pawel Olkowski aus guter Position.

"Wir hatten Glück, dass Ujah nur die Latte trifft, und dann kommen wir sehr glücklich zum Siegtreffer", sagte Luhukay.

Dem Niederländer blieb allerdings nicht verborgen, dass seine Mannschaft auch im sechsten Auswärtsspiel nur in Ansätzen überzeugen konnte.

"Wir haben zwar kollektiv gut verteidigt, und wir haben versucht, schnell umzuschalten, aber wir hatten zu viele Fehlpässe drin", sagte Luhukay.

Aufgaben werden nicht leichter

Sein Gegenüber Peter Stöger hätte gerne den zweiten Heimsieg gefeiert und die trübe Bilanz von fünf Punkten aus sechs Spielen aufpoliert, "aber wenn der Spielverlauf nicht für uns spricht und der Faktor Glück hier oder da nicht auf unserer Seite ist, dann ist es immer schwer, Spiele zu gewinnen".

Für Keeper Horn war es "besonders bitter", "dass wir durch zwei solche Eiertore verlieren".

In Berlin werden die kommenden Aufgaben trotz des Dreiers nicht wirklich leichter.

"Es kommt alles so ein bisschen aus der Not. Jetzt schauen wir erst mal auf das nächste Spiel gegen Bayern München, das wird schwer genug", sagte der von Verletzungssorgen geplagte Luhukay bei "Sky", dem in Köln gleich sieben Spieler gefehlt hatten.

Auch Glückspilz Ndjeng mahnte, den Erfolg nicht überzubewerten: "Wir wissen, wie die Situation ist und wo wir stehen, aber da versuchen wir uns herauszuziehen. Das war wichtig für den Kopf und für die Moral, dass die Mannschaft weiter an sich glaubt."

So klang das Berliner Siegtor auf SPORT1.fm

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