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Artjoms Rudnevs kam 2012 von Lech Posen zum Hamburger SV

Hamburg - Der Hamburger SV rennt lange gegen Werders Defensiv-Mauer an, bis Rudnevs den Bann bricht. Bremen schlägt sich dabei selbst.

Der Hamburger SV hat dank Joker Artjoms Rudnevs im 101. Nordderby gegen den Erzrivalen Werder Bremen einen Befreiungsschlag gelandet.

Der Stürmer traf mit seinem ersten Saisontor in der 84. Minute beim glücklichen 2:0 (0:0)-Erfolg in einer niveauarmen Begegnung zur Führung und verwandelte die Hamburger Arena damit in ein Tollhaus. Ein unglücklich abgefälschter Treffer von Tolgay Arslan (90.+3) sorgte für die Entscheidung.

Durch den dritten Saisonsieg verließ der HSV die Abstiegsplätze. Bremen kassierte hingegen unter Trainer Viktor Skripnik im vierten Pflichtspiel die erste Niederlage.

Werder fiel damit wieder auf einen Abstiegsplatz zurück und hat zwei Zähler weniger als der HSV auf dem Konto.

Neben dem Spiel verloren die Bremer auch Kapitän Clemens Fritz mit Gelb-Rot wegen wiederholten Foulspiels (89.).

Nachwuchshoffnung gibt Bundesliga-Debüt

Die Gastgeber, bei den Nachwuchshoffnung Mohamed Gouaida überraschend eine Chance von Beginn an bekam, starteten aber immerhin druckvoll. Werder fehlte hingegen mit Top-Torjäger Franco Di Santo (Außenbandverletzung im rechten Knie) eine wichtige Anspielstation in der Spitze. Der sechsfache Torschütze wurde durch HSV-Schreck Nils Petersen ersetzt.

In vier Nordderbys erzielte Petersen bisher vier Tore für die Bremer, bis zu seiner Auswechslung in der 70. Minute blieb er aber blass.

Die ersten Gelegenheiten hatte der HSV vor 57.000 Zuschauern in der ausverkauften Arena. Valon Behrami (9.) und der frech aufspielende Gouaida (11.) vergaben aber die frühe Führung für die Gastgeber.

Die Bremer agierten aus einer stabilen Defensive und kämpften sich nach rund 20 Minuten besser ins Spiel. Zlatko Junuzovic scheiterte bei der besten Bremer Gelegenheit im ersten Durchgang aber an Torhüter Jaroslav Drobny (28.).

Hoher Einsatz, aber fußballerisch Magerkost

In der von vielen Zweikämpfen geprägten Begegnung besaß der HSV auch weiterhin ein kleines Übergewicht. Den Aktionen mangelte es allerdings oft an der notwendigen Präzision. So auch beim Schuss von Lewis Holtby, den Schlussmann Raphael Wolf parierte (33.).

Beiden Mannschaften merkte man auch nach der Pause an, dass viel auf dem Spiel steht. Der Einsatz stimmte auf beiden Seiten, fußballerische Höhepunkte blieben trotzdem Mangelware.

Der HSV war der Führung aber weiterhin etwas näher. Nach Flanke von Matthias Ostrzolek verpasste Nicolai Müller nur knapp (52.), Trainer Joe Zinnbauer raufte sich an der Seitenlinie verzweifelt die Haare.

Drobny verhindert Rückstand

Auch in der Folge sah Zinnbauer wenig erfreuliche Szenen seiner Offensive, die sich schwer tat, Lücken in der Werder-Abwehr zu finden. Daran änderte zunächst auch die Einwechslung von Rudnevs als zweite Spitze neben dem erneut unauffälligen Torjäger Pierre-Michel Lasogga nichts.

Fast wäre der HSV sogar in Rückstand geraten, doch Drobny parierte bei einem Freistoß von Junuzovic stark (66.). Insgesamt waren die Bremer aber weiterhin darauf bedacht, kompakt zu stehen. Offensiv scheuten sie das letzte Risiko, während die Aktionen der Hamburger immer hektischer und ideenloser wurden.

Drobny zeigte sich aber weiter hellwach und verhinderte bei einem Kopfball von Santiago Garcia nach 79 Minuten das 0:1. Dann drückte Rudnevs den Ball nach einem weiten Einwurf von Ashton-Phillip Götz aus kurzer Distanz zum glücklichen Erfolg über die Linie.

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