vergrößernverkleinern
Marvin Bakalorz (r.) startete seine Profikarriere 2008 bei Preußen Münster

Nach seinem Foul an Marco Reus wurde Paderborns Marvin Bakalorz an den Pranger gestellt. Jetzt spricht er bei SPORT1.

Die zurückliegenden Tage waren alles andere als leicht für Marvin Bakalorz.

Nach seinem rüden Foul an Marco Reus im Spiel gegen Borussia Dortmund am vergangenen Wochenende wurde der Mittelfeldspieler des SC Paderborn schnell zum Buhmann abgestempelt und an den Pranger gestellt. 

Reus erlitt einen Außenbandriss im Sprunggelenk und fällt mindestens bis Januar aus. Ein bitterer Rückschlag für die ohnehin schon schwer angeschlagenen Dortmunder.

BVB-Coach Jürgen Klopp unterstellte Bakalorz zwar keine Absicht, Fahrlässigkeit und mangelnde Lernfähigkeit aber schon.

Bakalorz selbst wollte die letzten Tage gar nichts sagen.

Zu groß waren der Frust und die Enttäuschung bei ihm über seine Grätsche. Doch nun brach der 25-Jährige sein Schweigen.

"Einige Medienberichte und auch Kommentare aus dem BVB-Umfeld haben mich schon persönlich getroffen", sagte Bakalorz im Gespräch mit SPORT1 und stellte nochmal klar: "Es war nie meine Absicht, Marco zu verletzen. Wer sich die Szene ohne Voreingenommenheit ansieht, wird zu dem gleichen Urteil kommen."

Etwas an seiner Spielweise ändern will Bakalorz jedenfalls nicht.

"Man kann sich einen Ball im Mittelfeld nur erobern, wenn man aktiv in einen Zweikampf geht. Diese Vorgehensweise werde ich nicht ändern."

Und weiter: "Ich habe nicht absichtlich Foul gespielt. Manche Zusammenstöße lassen sich im Fußball nicht vermeiden."

Zwischen 2010 und 2012 hatte Bakalorz für den BVB gespielt, teilte sich in dieser Zeit mit Reus ein Zimmer im Trainingslager. Umso heftiger saß der Schock, seinen Ex-Kollegen und Freund so verletzt zu haben.

Es sei "bitter für Marco, dass er sich nach einigen Blessuren jetzt wieder verletzt hat. Wir sind gute Kumpels und haben uns längst per SMS über die Situation im Spiel am vergangenen Wochenende ausgetauscht."

Die Entschuldigung von Bakalorz hat Reus inzwischen auch angenommen. "Darüber bin ich glücklich", meinte Bakalorz und fügte hinzu: "Ich habe aber auch nichts Anderes erwartet. Wir verstehen uns sehr gut, unser persönliches Verhältnis hat sich nicht verändert."

Paderborns Manager Michael Born sagte SPORT1: "Es stimmt, dass Marvin Kontakt mit Marco Reus aufgenommen hat, die beiden kennen sich ja schon lange. Marco ist nicht sauer und hat die Entschuldigung angenommen."

Born mahnte in der "Bild" zugleich, die Verhältnismäßigkeit zu wahren. "Wenn es bei dem Foul um den Spieler XYZ gegangen wäre, wäre das nie so ein Thema. Die Sache wird für meinen Geschmack ein bisschen hoch gehängt."

Auch Trainer Andre Breitenreiter nimmt Bakalorz in Schutz. "Es ist nicht korrekt, dass man den Jungen der Öffentlichkeit zum Fraß vorwirft", sagte Breitenreiter zu SPORT1. Bakalorz sei ein "super Junge".

Fühlte sich Bakalorz ungerecht behandelt? "Nach meiner Wahrnehmung haben viele Fußballexperten die gleiche Einschätzung wie ich", erklärt der Übeltäter: "Dass einige Medien große Schlagzeilen produzieren, damit muss ich leben."

Das Echo war hart. "Sky"-Experte Dietmar Hamann forderte eine harte Strafe: "Den Bakalorz musst du bis Weihnachten aus dem Verkehr ziehen. Der geht über den Ball und riskiert eine Verletzung des Gegenspielers."

Und Klopp schimpfte: "Diese Situation habe ich nicht das erste Mal von ihm gesehen. Ich habe ihm früher schon gesagt, er soll das nicht machen. Diesmal waren wir die Leidtragenden."

Hamanns Kommentar konnte Bakalorz jedenfalls nicht nachvollziehen. Er meinte nur: "Mit dieser Meinung steht er, glaube ich, ziemlich alleine an. Ich möchte solche Einschätzungen nicht weiter kommentieren."

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel