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Sport-Club Freiburg v VfB Stuttgart - Bundesliga
Huub Stevens kehrte am 25. November 2014 zum VfB zurück © getty

Freiburg - Huub Stevens bringt den VfB Stuttgart zurück in die Erfolgsspur. Doch der Trainer sieht die Schwaben längst nicht gesichert.

Geburtstagskind Huub Stevens musste nicht lange überlegen. "Das war das schönste Geschenk", sagte der Trainer des VfB Stuttgart.

Der umjubelte Rückkehrer meinte nicht etwa die Torte, die ihm seine Spieler am Samstag vor dem Auslaufen in der Kabine überreicht hatten. Die süße Überraschung zum 61. Geburtstag konnte den 4:1 (1:1)-Sieg im Baden-Württemberg-Derby beim SC Freiburg nicht ansatzweise toppen.

Doch so perfekt das Comeback des Niederländers am Abend zuvor auf der Bank der krisengeschüttelten Schwaben auch verlaufen war: Stevens blieb zurückhaltend, bevor er am Samstagnachmittag zu einer kleinen Geburtstagsparty mit seiner Familie in Richtung Heimat aufbrach.

"Wir haben noch nichts erreicht", sagte er. "Das war nur ein kleiner Schritt."

Stevens bremst Euphorie

Schon am Freitagabend hatten seine Mimik und Gestik seine Worte untermauert. Stevens klatschte nur kurz in Richtung der feiernden Fans, dann packte der Niederländer seine Hände in die dicke rot-weiße Jacke und verschwand in die Kabine, ohne eine weitere Gefühlsregung zu zeigen.

Nicht von ungefähr suchte und fand Stevens gleich ein Haar in der Suppe: "Wenn wir auswärts vier Tore schießen, ist das nicht schlecht. Aber mit der ersten Halbzeit kann ich nicht so glücklich sein." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Rüdiger: Offensive Ausrichtung "liegt uns nicht"

In der Tat: Am Ende einer turbulenten Woche mit dem überraschenden Rücktritt von Armin Veh am Montag und der sofortigen Rückhol-Aktion des Vorgängers am Dienstag wackelte der VfB am Freitagabend eine Halbzeit lang wie in "alten" Zeiten bedenklich. Und spielte dann mit der Führung im Rücken plötzlich guten Konterfußball. 

"Wir sind zurück zu unseren Basics gegangen", sagte Nationalspieler Antonio Rüdiger. "Armin Veh ist ein Trainer, der gerne offensiver spielt - aber das liegt uns nicht so. Wir haben auf die Fehler gewartet." Weil der Sport-Club davon einige - teils haarsträubende - machte, gelang der Sieg "für den Kopf und das Selbstvertrauen", sagte Rüdiger. (Die Highlights zum Nachhören bei SPORT1.fm)

Nur zwei Tage hatte Stevens, der die ersten Minuten seines 61. Geburtstages auf der Autobahn Richtung Stuttgart erlebte, um sein neues altes Team auf das Derby gegen den direkten Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg vorzubereiten.

Das war die "größte Sorge" des kritisierten VfB-Präsidenten Bernd Wahler: "Was in zwei Tagen überhaupt passieren kann?!" Die Erkenntnis am Abend in Freiburg: eine ganze Menge.

Wahler fordert Konstanz

"Das ist eine Riesenerleichterung für den gesamten Verein", sagte Wahler: "Aber das war nur ein Spiel, drei wichtige Punkte - jetzt geht es entsprechend weiter." Das Team müsse "in mehr als einem Spiel" zeigen, dass es "besser als der Tabellenplatz" sei.

Torjäger Martin Harnik betrieb als Erster reichlich Eigenwerbung. Der Österreicher erzielte zwei Tore (31./76.) und zeigte "sein bestes Spiel seit Langem" (Wahler).

Zudem trafen Carlos Gruezo (52.) und Timo Werner (68.).

So klang das 2:1 durch Gruezo bei SPORT1.fm:

Vladimir Darida hatte den zwischenzeitlichen Ausgleich (42.) erzielt. SC-Verteidiger Stefan Mitrovic, der nach einer Notbremse die Rote Karte sah (70.), machte es dem VfB noch einfacher.

Stevens bringt das Glück zurück

"Der Trainer hat verdeutlicht, dass es um alles geht und es kurz vor zwölf ist", sagte Sercan Sararer. In den zwölf Spielen zuvor unter Veh war nur ein Sieg gelungen. Der erst vor der Saison gekommene Coach hatte das auch mit fehlendem Glück begründet - Stevens brachte davon offenbar eine Menge mit.

"Stuttgart hat die Tore geschossen, aber es waren gefühlte Eigentore", sagte SC-Trainer Christian Streich: "Das ist bitter für die Mannschaft. Aber dass solche Dinge passieren, dafür bin ich hier Trainer."

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