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Die Tor-Maschine läuft: Beim Schalker 4:1-Sieg gegen Mainz 05 ist Stürmer Klaas-Jan Huntelaar (l.) an allen Treffern der Königsblauen beteiligt. Dreimal netzt der Niederländer selbst ein, einmal legt er auf. Es ist der vierte Bundesliga-Dreierpack des "Hunters", seine Tore 99 bis 101 für S04. Damit verdient er sich SPORT1-Note 1
Schalkes Klaas-Jan Huntelaar (l.) erzielte beim Sieg gegen Mainz seine Treffer 99 bis 101 für die Königsblauen. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder des 13. Spieltags © getty

Gelsenkirchen - Schalkes Fuchs kritisiert nach dem Erfolg über Mainz die taktischen Wechsel von Di Matteo. Torjäger Huntelaar geht rasch.

Nach seinem vierten Bundesliga-Dreierpack und nun 101 Toren für Schalke 04 schnappte sich Klaas-Jan Huntelaar den Spielball, sprach ein paar nichtssagende Sätze in die Fernseh- und Radio-Mikrofone und verschwand.

Der Hauptdarsteller beim 4:1 (2:1) gegen den FSV Mainz 05 sollte nicht reden.

Als Reaktion auf die vernichtende Kritik nach dem 0:5-Debakel in der Champions League gegen den FC Chelsea stellten sich nur drei ausgesuchte Profis der Presse - der Spieler des Spiels gehörte nicht dazu.

Fuchs äußert offen Zweifel

Was hingegen Linksverteidiger Christian Fuchs von sich gab, hatte Brisanz. Der Österreicher kritisierte unverblümt die Taktik des neuen Trainers Roberto Di Matteo bei der Chelsea-Pleite.

Im 3-5-2-System, mit dem Schalke nach dem 3:2 gegen den VfL Wolfsburg auch gegen Mainz siegte, fühle man sich "sehr wohl", betonte Fuchs.

Warum der Coach nicht auch so in der Champions League spielen ließ, sei "eine gute Frage", meinte der Österreicher: "Er hatte seine Vorstellungen. Das hat nicht funktioniert. Daraus kann man nur lernen."

Nur drei Spieler sprechen

Obwohl die Königsblauen mit ihrem vierten Sieg im vierten Bundesliga-Heimspiel unter Di Matteo Wiedergutmachung betrieben und sich den Champions-League-Plätzen weiter näherten, wirkte das Chelsea-Debakel nach.

Die Mannschaft habe entschieden, dass sich nur drei aus ihrem Kreis den Fragen in der Mixed-Zone stellen, erläuterte Pressesprecher Thomas Spiegel.

Sportvorstand Horst Heldt, qua Amt auch für die Kommunikation zuständig, zuletzt verstärkt wegen seiner Transferpolitik in der Kritik, ließ sich überhaupt nicht blicken.

"Viel Trubel"

"Es war viel Trubel in den letzten Tagen", versuchte Eric Maxim Choupo-Moting, den teilweisen Presseboykott der Schalker zu erklären. Der Kameruner war neben Fuchs und Jungstar Max Meyer der Einzige, der reden durfte.

Auch er bestätigte, dass Di Matteos System mit Dreier-Abwehrkette und Doppel-Spitze gut funktioniere: "Dass wir so viele Chancen erarbeiten, ist kein Zufall".

Der Ex-Mainzer, gegen Wolfsburg vor Wochenfrist mit gleicher taktischer Ausrichtung Doppel-Torschütze, glänzte diesmal als Vorbereiter: bei Huntelaars Treffern zum frühen 1:0 (9.) und zum entscheidenden 4:1 (61.).

Auf den Spuren von Klaus Fischer

Sein 100. Tor für Schalke im 157. Pflichtspiel erzielte der Niederländer zwischendurch auf Meyer-Zuspiel (25.). Hinter der königsblauen Legende Klaus Fischer (223) und dem "Vier-Minuten-Meister" Ebbe Sand (102) ist der "Hunter" der dritte Torjäger seit Einführung der Bundesliga, der diese Marke beim Traditionsklub knackte.

Was ihm das bedeutet, durfte er nicht sagen.

Höchstes Lob gab es für das Schalker Stürmerduo vom Gegner. "Der Unterschied waren heute Choupo-Moting und Huntelaar", stellte 05-Präsident Harald Strutz fest.

Ohne die beiden auf der Gegenseite hätte Mainz mit dem Abstaubertor von Shinji Okazaki (44.) möglicherweise erstmals seit dem 18. Oktober wieder dreifach gepunktet.

Denn auch beim Schalker 3:1 durch den eingewechselten Tranquillo Barnetta (54.) hatte Huntelaar seine Füße im Spiel - als Vorbereiter.

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