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Ron-Robert Zieler kassiert in Hoffenheim vier Gegentore
Ron-Robert Zieler kassiert in Hoffenheim vier Gegentore © getty

Sinsheim - Die Torhüter Zieler und Baumann patzen beim Spektakel zwischen 1899 und Hannover. Auch Schiri Brych erwischt nicht seinen besten Tag.

Mit dem Sieg im Rücken hatte Oliver Baumann gut lachen.

4:3 hatten seine Hoffenheimer in einem spektakulären Schlagabtausch Hannover 96 bezwungen (Spielbericht), der Hoffenheimer Schlussmann an dem Torreigen einen großen Anteil gehabt.

"Die zwei Dinger schmeiße ich mir natürlich selber rein", sagte Baumann bei "Sky" über seine Fehler vor den Gegentoren zum 1:2 und 3:4, die das Spiel spannend gemacht hatten (Die Highlights zum Nachhören auf SPORT1.fm).

Baumann gibt sich selbstkritisch

"Wenn man das gesamte Spiel sieht, war es zwar kein schlechtes", beurteilte der 24-Jährige seine eigene Leistung, musste aber auch eingestehen: "Die zwei Fehler stechen natürlich raus."

Dass es für seine Mannschaft nach drei Bundesliga-Niederlagen in Folge dennoch endlich wieder zu einem Sieg reichte, hatte Baumann letztlich seinen Vorderleuten zu verdanken.

Pirmin Schwegler (19.), Nationalspieler Kevin Volland (37.), Eugen Polanski (59.) und Niklas Süle (63.) trafen für 1899.

Ein Doppelpack von Lars Stindl (43./86.), der jeweils von Baumanns Aussetzern profitierte und der zwischenzeitliche Ausgleich durch den früheren Hoffenheimer Joselu (53.) waren für die Gäste nicht genug.

Volland hadert mit "dummen Gegentoren"

"Wir waren über 90 Minuten die bessere Mannschaft, haben uns aber unnötig in Schwierigkeiten gebracht", sagte Torschütze Volland, der zudem zwei weitere Treffer vorbereitete.

Die "zum Teil dummen Gegentore" müsse man allerdings in den nächsten Spielen abstellen.

So hart wollte Markus Gisdol mit seinen Spielern gar nicht ins Gericht gehen.

"Die Mannschaft hat nach dem 2:2 eine tolle Reaktion gezeigt", lobte der Hoffenheimer Trainer vielmehr die Comeback-Qualitäten seines Teams. Auch mit Unglücksrabe Baumann übte Gisdol Nachsicht: "Oliver Baumann ist unsere absolute Nummer eins, da gibt es nichts dran zu rütteln. Er ist lange genug dabei und kann auch eine schlechte Leistung abschütteln."

Korkut: "Kein guter Tag für uns"

Etwas länger dürfte dagegen die Gäste die aus ihrer Sicht unglückliche Niederlage beschäftigen.

"Wir haben drei Tore auswärts gemacht und hatten viele weitere Torchancen", konstatierte ein enttäuschter 96-Coach Tayfun Korkut: "Doch letztlich fahren wir mit null Punkten zurück. Daher ist dies kein guter Tag für uns."

Auch sein Torwart hatte nicht seinen besten Tag erwischt. Beim 1:0 ließ Ron-Robert Zieler einen Freistoß von Schwegler in der Torwartecke passieren, auch Polanskis Distanzschuss zum 3:2 hätte der Nationalkeeper an einem guten Tag womöglich pariert.

Brych kehrt an Ort des Phantomtors zurück

"Insgesamt war das nicht zufriedenstellend, weil wir zu viele Gegentore kassiert haben", hielt Zieler nach dem Spiel fest: "Dennoch wäre ein Punkt für uns drin gewesen, denn unsere Offensive hat das gut gemacht."

Unterstützung bekam sie dabei allerdings auch von Dr. Felix Brych und seinem Schiedsrichtergespann.

Der WM-Schiedsrichter kehrte erstmals seit dem von ihm anerkannten Phantomtor durch Stefan Kießling in die Sinsheimer Arena zurück - und fällte in der 19. Minute erneut eine Fehlentscheidung.

Ein Foulspiel an Volland verlegte er knapp vor, statt in den Strafraum - und hatte Glück, dass Schwegler auch per Freistoß erfolgreich war.

Nur Zieler muss am Ende hadern

Vor dem Hannoveraner Anschlusstreffer zum 1:2 entschied Brychs Assistent zudem zu Unrecht auf Einwurf für 96, Sekunden später zappelte der Ball im Netz.

Es war letztlich nicht spielentscheidend. Genauso wenig wie Baumanns Aussetzer.

Der Einzige, der daher nach dem Spiel zu hadern hatte, war Ron-Robert Zieler, der feststellen musste: "Mit vier Gegentoren verdienst du auch keine Punkte."

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