<strong>SPORT1</strong>-Experte <strong>Thomas Helmer</strong> findet: Der erfolgreiche Start von Huub Stevens kann nicht über Stuttgarts Probleme hinwegtäuschen.

Hallo Fußball-Freunde,

Huub Stevens hat am Freitag beim VfB Stuttgart einen gelungenen Start hingelegt und mit 4:1 beim SC Freiburg gesiegt.

Ganz überraschend ist das nicht, Huub Stevens ist ja nicht irgendein Trainer.

Erfahrungsgemäß müssen nach einem Wechsel des Coachs alle eine Schippe drauflegen. Man will sich ja profilieren. Alle reißen sich erst mal zusammen.

Keiner wusste anscheinend, wer letztendlich in der ersten Elf gegen Freiburg steht. Damit hat Huub Stevens gezielt Reizpunkte gesetzt.

Alles gut ist damit aber noch lange nicht. Wenn man sich den Saisonverlauf anschaut, muss man sagen: Was beim VfB los ist, versteht kein Mensch.

Erst entlässt man mitten in der Saison den Sportdirektor und jetzt holt man den Trainer zurück, der vorher schon mal da war, weil jetzt der andere nicht mehr will.

Das alles zusammen ist ganz dramatisch. Wenn die nicht aufpassen, machen sie sich selbst kaputt. Ich sehe keine Strategie hinter den Entscheidungen.

Was Armin Veh, den zurückgetretenen Vorgänger Stevens' angeht: Menschlich schätze ich ihn sehr. Er ist sehr konsequent. Andererseits ist der VfB sein Herzensverein und dass er ihn so im Stich zu lässt, hätte ich nicht gedacht.

Schwierig ist die Lage auch weiterhin beim HSV.

Gegen Augsburg haben die Hamburger wieder verloren, Trainer Joe Zinnbauer hatte vorher eine umstrittene Personalentscheidung getroffen, Pierre-Michael Lasogga und Lewis Holtby auf die Bank gesetzt.

Verstehen kann man das, die beiden haben in den letzten Wochen nicht die nötige Qualität gezeigt. Zinnbauer kennt die jungen Spieler und deswegen finde ich das völlig normal, dass er den Jungen eine Chance gibt.

Es ist gut, den Arrivierten mal Dampf zu machen, wenn sie nicht überzeugen - so wie die Neuzugänge, die nicht funktionieren. Nicolai Müller beispielsweise ist ein Ausfall, es drängt sich keiner auf in der Offensive.

Zinnbauer probiert alles, aber ihm sind auch ein Stück weit die Hände gebunden. Man muss sich mal wieder Sorgen um die Hamburger machen. Es ist die gleiche Situation wie letztes Jahr.

Ich glaube daher, dass der HSV im Winter personell nachrüsten wird - vor allem im zentralen Mittelfeld haben sie Bedarf.

Bis zum nächsten Mal, Euer Thomas Helmer

Ex-Nationalspieler Thomas Helmer tritt als Experte im Volkswagen Doppelpass auf und wechselt sich bei der sonntäglichen SPORT1-Kolumne mit Mario Basler und Thomas Strunz ab.

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