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In der Premier League wurde die Torlinientechnik in dieser Saison eingeführt
In der Premier League wurde die Torlinientechnik in dieser Saison eingeführt © imago

Frankfurt am Main und München - Die Bundesliga-Klub stimmen erneut über die Torlinientechnik ab. SPORT1 berichtet im LIVE-TICKER über die Ereignisse in Frankfurt.

Schiedsrichter-Torheiten sollen ausgeschlossen, Phantomtore ausgemerzt werden - doch auch im zweiten Anlauf steht hinter der Einführung der Torlinientechnik in der Fußball-Bundesliga ein dickes Fragezeichen.

Kurz vor der Versammlung der Klubs in Frankfurt/Main ist die erforderliche Zweidrittel-Mehrheit noch nicht sicher.

Laut übereinstimmenden Medienberichten werden nur zehn Vereine sicher für die Neuerung votieren, nötig sind aber zwölf Stimmen.

Da sich fünf Klubs klar gegen das Hilfsmittel ausgesprochen haben, wird es auf die drei Vereine ankommen, die im Vorfeld keine Angaben machen wollten oder sich noch nicht entschieden haben.

Bei SPORT1 gibt es alles rund um die Entscheidung im LIVE-TICKER.

+++ Videobeweis noch kein Thema +++

Gibt es einen Willen an einem Video-Beweissystem zu arbeiten? "Wir haben gesagt, wenn wir den ersten Schritt machen, dann wollen wir auch zukunftsfähig arbeiten. Die FIFA lässt den Videobeweis zu", sagt Rettig.

+++ Check in den Stadien +++

Die DFL hat alle Arenen unter die Lupe genommen. Die technischen Vorraussetzungen für das Hawk-Eye-System sind überall gegeben.

+++ "Guten Preis erzielt" +++

Nun spricht Andreas Rettig zur Torlinientechnik. "Wir freuen uns im Namen der Geschäftsführung. Wir haben auch eine Empfehlung abgegeben. Die Verweigerung im März hatte etwas Gutes. Sonst wäre nicht so ein gutes Ergebnis zustanden gekommen. Wir haben einen guten Preis erzielt", sagt der DFL-Geschäftsführer.

+++ Entscheidung bei 50+1 +++

Hannover 96 hatte gegen die aktuelle Bestimmungen bei Beteiligungen geklagt. "An den Grundfesten der 50+1-Regel wird nicht gerüttelt", betont Rauball.

+++ "Wichtiger Schritt" +++

"Ich glaube, dass es für den deutschen Fußballein wichtiger Schritt nach vorne ist. Es ist eine Hilfe für die Schiedsrichter", sagt der Dortmunder Dr. Reinhard Rauball.

+++ Rauball bestätigt Einführung +++

Der Liga-Präsident ergreift auf der Pressekonferenz das Wort. Er sagt, dass 15 Klubs dafür gestimmt haben und zwei dagegen. Das Hawk-Eye-System wird am 1. Juli 2015 eingeführt.

+++ Klares Votum für die Technik +++

15 Team stimmten für die Einführung. Nur drei, darunter Schalke 04, waren dagegen.Zur Erinnerung: Vor neun Monaten lautete das Ergebnis nach 9:9.

+++ Schalker sind geteilter Meinung +++

Sportchef Horst Heldt ist gegen die Einführung der Torlinientechnik. Das Votum zählt. "Ich hätte dafür gestimmt", sagte Trainer Roberto Di Matteo am Donnerstag auf der Pressekonferenz.

+++ Tendenz für die Einführung +++

Es deutet mittlerweile vieles darauf hin, dass es eine Zweidrittelmehrheit gibt. "Wir werden im Vergleich zum Vorjahr dafür stimmen", erklärt Wolfsburgs Geschäftsführer Klaus Allofs bei "Sky".

+++ Dritte Runde ist möglich +++

Bei einer Ablehnung ist das Thema trotzdem nicht durch. Die nächste fragwürdige Entscheidung kommt bestimmt, der nächste Antrag ist dann nur eine Frage der Zeit.

Zumal die Technik bei den FIFA-Turnieren große Erfolge feierte - auch bei der Europameisterschaft 2016 ist ein Einsatz nicht ausgeschlossen.

Eine "Never-Ending-Abstimmung", die immer wieder abgeschmettert wird, wäre allerdings recht peinlich für die DFL.

+++ Hawk-Eye als Favorit +++

Sollten sich die Klubs für die Torlinientechnik entscheiden, läuft alles auf das Hawk-Eye-System heraus. Die aus dem Tennis bekannte Technologie, die bereits in der englischen Premier League zum Einsatz kommt, basiert auf der Verwendung von sieben Hochgeschwindigkeitskameras pro Tor, die meist am Dach des Stadions angebracht sind.

Diese erfassen den Spielball in Tornähe ständig aus verschiedenen Winkeln, auch wenn nur ein kleiner Teil des Balls zu sehen ist, so dass die exakte Position des Balls berechnet wird.

Ist der Ball hinter der Torlinie sendet das System ein entsprechendes Signal an die Armbanduhr des Schiedsrichters.

+++ Müller ist Befürworter +++

Der Weltmeister plädiert für die Einführung und bewegt sich mit Arbeitgeber FC Bayern auf einer Linie.

"Ich finde die Torlinientechnik sehr gut. Es macht das Spiel gerechter und hilft den Schiedsrichtern", sagt Thomas Müller bei "Sky".

+++ Aufregung im Pokalfinale +++

Nach dem Endspiel in Berlin machte sich Karl-Heinz Rummenigge wieder für die Torlinientechnik stark. "Wenn da einige dagegen gestimmt haben, sollten die sich das vielleicht nochmal überlegen. Vielleicht sollte die DFL nochmal eine Initiative starten. Solche Diskussionen braucht man in der Zukunft nicht", sagte der Bayern-Boss, auch wenn sein Team indirekt von der fehlenden Torlinientechnik profitierte. Der Münchner Dante klärte Mats Hummels Kopfball erst hinter der Linie

+++ Start in der kommenden Saison? +++

Gibt es ein Votum für die Torlinientechnik, wird sie frühestens in der Saison 2015/16 eingeführt. Es bliebe Zeit genug, um in der Rückrunde noch das ein oder andere Phantomtor genießen zu können.

Im DFB-Pokal soll die Technik ab den Viertelfinals eingesetzt werden

+++ Ärger in Sinsheim und Berlin +++

Eine Loch im Netz entfachte die Technikdebatte. Leverkusens Stefan Kießling köpfte am 18. Oktober 2013 den Ball am linken Posten vorbei ins Tor von 1899 Hoffenheim.

Der Treffer wurde gegeben - und sorgte für Gesprächsstoff. Nach der gescheiterten Einführung im folgenden März sorgte der nicht gegebene Treffer von Mats Hummels (Borussia Dortmund) im Pokalfinale gegen Bayern München für den nächsten Anstoß der Debatte.

Die Bayern gewannen 2:0 nach Verlängerung - und alle fragten: Was wäre wenn?! Die Bayern selbst gaben die Antwort und beantragten die Einführung.

+++ Vorbehalte auf Schalke +++

In der Tat sehen die hartnäckigen Gegner keinen Grund dafür, ihre Position zu ändern. `Ich habe keine neuen Erkenntnisse gewinnen können", sagte Manager Horst Heldt von Schalke 04: "Tendenziell sind wir für den Videobeweis. Torlinientechnik ist Flickschusterei, das kommt 30 Spiele lang überhaupt nicht vor."

+++ Zweiter Versuch +++

Schon im März stimmten die Bundesligisten über eine Einführung ab. Bei der Versammlung wurde dieZweidrittel-Mehrheit jedenfalls deutlich verfehlt (9:9). Einen ähnlichen Ausgang erwarten sogar Technik-Befürworter.

"Ich rechne nicht mit einem anderen Abstimmungsergebnis, weil keine neuen Argumente dazugekommen sind", sagte Manager Christian Heidel vom FSV Mainz 05.

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