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Reinhard Rauball ist Präsident des Deutschen Fußball-Liga (DFL)

Ligapräsident Reinhard Rauball hat scharfe Kritik am Abschlussbericht der Ethik-Spruchkammer des Fußball-Weltverbandes FIFA zu den Korruptionsvorwürfen bei der Vergabe der WM-Endrunden 2018 und 2022 geübt.

"Das Ergebnis ist der kommunikative Super-GAU und erschüttert die Grundfesten der FIFA in einer Weise, wie ich es noch nicht erlebt habe", sagte der 67-Jährige im Gespräch mit dem Fachmagazin "kicker".

Rauball forderte die komplette Veröffentlichung des Reports des Ethikkommissions-Chefermittlers Michael J. Garcia, der Grundlage für die umstrittene Bewertung des Spruchkammer-Vorsitzenden Hans-Joachim Eckert war.

Damit müsse deutlich werden, "was angeklagt und was wie beurteilt worden ist. Und auch, was nicht beurteilt wurde und ob es gerechtfertigt war, diese Dinge wegzulassen."

Der Ligachef und Präsident des Bundesligisten Borussia Dortmund brachte als Konsequenz einen Austritt aus der FIFA ins Gespräch.

"Wenn das nicht passiert und diese Krise nicht glaubwürdig gelöst wird, muss man sich auch über die Frage unterhalten, ob man in der FIFA überhaupt noch gut aufgehoben ist", sagte Rauball: "Eine Option, über die ernsthaft nachgedacht werden müsste, ist sicherlich, dass die UEFA sich von der FIFA löst."

Eckert hatte am Donnerstag die Untersuchungen der WM-Vergaben mit Hinweis auf fehlende Anzeichen für Manipulationen der Wahlen für abgeschlossen erklärt.

Garcia kündigte daraufhin wegen unvollständiger und falscher Interpretationen seiner Ergebnisse Einspruch gegen Eckerts Bewertung an.

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